Archiv der Kategorie: Radius Peer Gynt

Liegerad(-kunst) im Museum (4.060 km)

Liegeradler in der Rheinausstellung "Mémoire du Rhine" im Naturpark Petite Camargue (Bild: Klaus Dapp)

Liegeradler in der Rheinausstellung „Mémoire du Rhine“ im Naturpark Petite Camargue (Bild: Klaus Dapp)

Eigentlich sollte es von diesem kleinen Ausflug gar keinen Beitrag geben. Fast hätte ich meinen Grasshopper wegen der trüben Aussichten gar nicht im Zug mitgenommen … aber da ich zwei durchgehende ICs entdeckt hatte, wollte ich endlich mal wieder Radeln. Auf der Hinfahrt habe ich den gefalteten Grasshopper in der Husse eingetütet als Gepäck mitgenommen, da das Radabteil ausgebucht war. Ab Freiburg war es dann leer und ich konnte bis Basel in Ruhe auffalten… es fehlt mir an Routine und ich mache das geme mit meiner Schritt-für-Schritt-Anleitung. Für die Rückfahrt hatte ich eine Reservierung und musste nicht falten.

Markt in St. Luis (Bild: Klaus Dapp)

Markt in St. Luis (Bild: Klaus Dapp)

So konnte ich liegend mit zum Markt nach Saint-Louis fahren, der diesmal die ganze Innenstadt umfasste. Bepackt mit Käse, Wein und anderen Leckereien fuhren wir dann weiter in das Naturreservat „Petite Carmargue“. In einer Ausstellung zur Begradigung des Rheins fand ich dann den schönen Liegeradler, der Grund für diesen Beitrag ist. Leider konnte ich keine weiteren Informationen über das Kunstwerk bekommen.

Lang liegen

Langlieger Peer Gynt mit Anhänger

Langlieger Peer Gynt mit Anhänger (Bild: Klaus Dapp)

Wenn ich mich ja noch erinnern könnte, wie ich 1992/93 wirklich zum Liegeradfahren gekommen bin. Ich weiß heute (2015) nur noch, dass ich mein erstes Liegerad in Darmstadt gesehen habe. Ich vermute, dass ich mich bei der Luftpumpe (damals noch im Martinsviertel) mit dem Liegeradvirus angesteckt habe. Wenn ich mich richtig erinnere, ist Didi, einer der Inhaber, damals Liegerad gefahren.

Damals war die Bahn-Verbindung zu meinen Eltern so schlecht, dass ich die 50 Kilometer per Rad in einer vergleichbaren Zeit fahren konnte und deshalb auf der Suche nach einem gemütlichen und rückenschonendem Rad war. Mein Stadtrad – ein Orginal Miele Damenrad von meiner Großmutter – wurde mir geklaut und das muss wohl der Ausschlag dafür gewesen sein, mich Richtung Liegerad zu orientieren.

Nachdem ich mir mühsam die für das Liegerad-Fahren notwendigen Muskeln antrainiert habe – und das war eine ziemliche Quälerei – bin ich dann auch nur noch Liegerad gefahren.

Auf dem Bild aus dem Sommer 1995 lässt sich die Teilverkleidung gut erkennen. Die hatte ich als Regenschutz angeschafft. Eine gute Entscheidung, denn neben dem Schutz vor Regen hat die Verkleidung auch dazu beigetragen, dass mein Rad als Fahrzeug wahrgenommen wurde, das seinen Platz auf der Straße braucht. Und da das Rad als „Langlieger“ mit einem langen Radstand so etwa den Wendekreis einen Linienbusses hat, habe ich tatsächlich viel Platz gebraucht.

Bei einem Workshop des Treff Angepasste Technologie an der TH Darmstadt haben wir dann aus einem alten Bettgestell den Anhänger gebaut. Der hat eine Tragfähigkeit von bis zu 100kg und ist im Verhältnis erstaunlich leicht.

Mit diesem Gerät bin ich gute zwei Jahre ziemlich viel unterwegs gewesen – bis zu einem ziemlich blöden Unfall. Die Lenkung erfolgt indirekt, d.h. zwischen dem Lenker unter dem Sitz und dem Vorderrad über trägt eine Lenkstange die Lenkbewegung. An dieser Lenkstange löste sich beim Queren einer Straße kurz vor der herankommenden Straßenbahn ein Gelenk und ich habe mich – zum Glück außerhalb des Gleisbereichs – auf die Nase gelegt.

Nach einigem Gezerre mit der Firma Radius habe ich dann einen neuen Rahmen bekommen,den ich dann nach kurzer Zeit verkauft habe. Ich hatte einfach kein Vertrauen mehr in die Firma und immer ein schlechtes Gefühl.