{"id":113,"date":"2014-08-05T14:42:59","date_gmt":"2014-08-05T12:42:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.rad.klausdapp.de\/wordpress\/?p=113"},"modified":"2015-03-14T22:47:43","modified_gmt":"2015-03-14T20:47:43","slug":"was-hat-dich-denn-gestochen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.liegevelo.de\/?p=113","title":{"rendered":"Was hat Dich denn gestochen?"},"content":{"rendered":"<p>so \u00e4hnlich m\u00fcssen wohl etliche Menschen in meinem Umfeld gedacht haben, als ich begeistert von meinen Urlaubspl\u00e4nen erz\u00e4hlt habe: Mit einem Leihrad im hessischen Ried rumfahren. Das hessische Ried ist eine insbesondere in den 1930er Jahren urbar gemachte Auenlandschaft des Rhein, die sich vor allem durch eine intensive Landwirtschaft mit weitgehend ausger\u00e4umter Landschaft und Stra\u00dfend\u00f6rfer auszeichnet.<\/p>\n<p>Aber es gibt in Trebur mit Fahrrad Claus einen Fahrradh\u00e4ndler, der sich auf Spezialr\u00e4der und (eher) hochwertige E-Bikes spezialisiert hat \u2013 soweit das im l\u00e4ndlichen Raum m\u00f6glich ist. Und es war zu der Zeit der einzige H\u00e4ndler, bei dem ich einen Scorpion ausleihen konnte.<\/p>\n<p>Warum sollte es ein Scorpion sein? Die Frage ist eigentlich durch die Beschreibung von\u00a0<a href=\"http:\/\/www.czyslansky.net\/mein-guter-radschlag-fur-diesen-sommer-der-roadster-unter-den-fahrradern-das-hp-scorpion-fs\/\" target=\"_blank\">Michael Kausch<\/a> hinreichend beantwortet. Aber auch <a href=\"http:\/\/liegeradmann.de\/\" target=\"_blank\">Tobias Haase<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.liegeradfrau.de\" target=\"_blank\">Maria Jeanne Dompierre<\/a> beschreiben auf ihren Blogs eindr\u00fccklich, wie klasse das Fahren auf einem Scorpion ist.<\/p>\n<p>Meine Erwartungen waren dementsprechend sehr hoch. Und sie wurden auch in weiten Bereichen erf\u00fcllt. Die Stra\u00dfenlage des Scorpions ist klasse und die schnelle E-Unterst\u00fctzung ist beeindruckend. Das ist kein R\u00fcckenwind, das ist mehr. Schon der Start in Trebur hat viel Spa\u00df gemacht. Ich bin dann erst einmal zum Eingew\u00f6hnen \u00fcber breite asphaltierte Wege gesaust \u2013 wenn ich jetzt schreiben w\u00fcrde, dass das Radwege gewesen w\u00e4ren, w\u00e4re das eine Ordnungswidrigkeit. Ich frage mich wirklich, warum die Regelung aufgehoben wurde, dass schnelle E-Bikes au\u00dferorts Radwege benutzen d\u00fcrfen &#8230; und dazu sind auch alle land- und forstwirtschaftlichen Wege verboten, da eine E-Unterst\u00fctzung mit mehr als 25 km\/h das Fahrrad zu einem Kraftfahrzeug macht.<\/p>\n<p>\u00dcberrascht und begeistert war ich davon, wie schnell ich in der Ebene ohne E-Unterst\u00fctzung vorankomme. Da war schnell klar \u2013 entweder ein schnelles E-Bike &#8230; oder Keines. Denn es macht wenig Sinn, sein Rad doch etliche Kilogramm schwerer zu machen, um sich von 20 (oder mehr) auf 25 km\/h schieben zu lassen.<\/p>\n<p>Nach einigem probieren auf einfachen Strecken, habe ich mich dann an schwierigeres Terrain herangemacht&#8230; und bin freudig \u00fcber Kopfsteinpflaster und \u00e4hnliche Bel\u00e4ge gerauscht. Es ist erstaunlich, was das Fahrwerk alles abf\u00e4ngt.<\/p>\n<p>In der Stadt war die 45 km\/h Unterst\u00fctzung klasse. Da die Nutzung der Radwege einerseits verboten ist aber diese auch in weiten Teilen viel zu schmal sind, um darauf sicher mit einem Liegedreirad zu fahren, bin ich einfach gut sichtbar auf der Stra\u00dfe gefahren. Und die b\u00f6sen Blicke mancher Automobilisten, nach dem Motto \u201ewarum bremst der mich denn da\u201c wichen regelm\u00e4\u00dfig offenen M\u00fcndern, wenn ich nach einer Rotphase durchstartete. Die Beschleunigung war auch f\u00fcr mich manchmal ein wenig \u00fcberraschend &#8230;<\/p>\n<p>Am Abend des ersten Tages kam ich dann ziemlich fertig heim. Vor lauter Begeisterung \u00fcber den Scorpion und seine Fahreigenschaften habe ich leider viel zu wenig getrunken. Darauf f\u00fchre ich zumindest die Kopfschmerzen zur\u00fcck, die mich auf einmal plagten. Leider meldete sich aber auch mein Schleudertrauma zur\u00fcck, dessen <a title=\"Ost-Power\" href=\"http:\/\/www.liegevelo.de\/?p=61\">Ursache<\/a> inzwischen 15 Jahre zur\u00fccklag. Das ich aber mit einem Sturz mit dem Birdy bei Blitzeis wieder aufgefrischt hatte.<\/p>\n<p>F\u00fcr den zweiten Tag habe mir dann vorgenommen, etwas k\u00fcrzer zu treten &#8230; das habe ich dann auch gemacht, denn ich musste den Scorpion ja auch im guten Zustand zur\u00fcckgeben. Ich hatte mir vorgenommen, doch noch die Gel\u00e4ndetauglichkeit ein wenig zu testen. Einige Str\u00e4\u00dfchen rund um Darmstadt sind in so einem schlechten Zustand, dass ein einfacher Waldweg vermutlich eine geringere Anforderung an die Federung gestellt h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Kurz vor Trebur habe ich dann noch eine kleine Putzpause gemacht und an diesem Tag auch viel getrunken. Es war dann schon eine ziemlich wehm\u00fctige Heimfahrt mit dem Birdy.<\/p>\n<p>Drei Gedanken trieben mich um:<\/p>\n<ul>\n<li>soll es tats\u00e4chlich ein Liegedreirad werden<\/li>\n<li>soll es eine E-Unterst\u00fctzung geben<\/li>\n<li>sollte ich nicht doch lieber das Ostrad wieder aufpolieren.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Mit diesen Gedanken ging ich dann zwei Wochen Wandern &#8230; um ab und an von Lieger\u00e4dern zu tr\u00e4umen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>so \u00e4hnlich m\u00fcssen wohl etliche Menschen in meinem Umfeld gedacht haben, als ich begeistert von meinen Urlaubspl\u00e4nen erz\u00e4hlt habe: Mit einem Leihrad im hessischen Ried rumfahren. 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