Archiv der Kategorie: Reparaturen / Umbau

Alles neu … macht die Jahresinspektion (7.463 km)

Servicerad vor überreiftem Getreidefeld (Bild: Klaus Dapp)

Servicerad vor überreiftem Getreidefeld (Bild: Klaus Dapp)

Da wollte ich mich auf der Hinfahrt zu meinem Radladen drücken und zumindest den Großteil mit dem Zug fahren … und dann fuhr wegen Bauarbeiten nur ein Schienenersatzverkehr. Damit ich das ausgeliehene Servicerad nicht ebenso einsaue wie meinen Grasshopper auf der Hinfahrt, habe ich asphaltierte Wege genommen. Das hat auch fast geklappt und so sah das Servicerad noch fast so aus wie beim Abgeben des Grasshoppers. Im übrigen ein guter Service – vielleicht gibt es ja auch mal Service-Liegeräder, dann tut mir der Hintern auch nicht weh 😉

Bei der Rückfahrt mit meinem frisch gewarteten Grasshopper war ich nicht ganz so erfolgreich beim Umfahren von Pfützen und Schlamm, do dass der schon wieder richtig nach benutztem Rad aussieht. Hoch erfreut war ich, dass ich zügig vorankam und keinen Muskelkater hatte – vielleicht sind das schon die ersten positiven Wirkungen des Trainings?

Wieder daheim - eingesauter Grasshopper (Bild: Klaus Dapp)

Wieder daheim – eingesauter Grasshopper (Bild: Klaus Dapp)

Fast hätte ich diesen Beitrag mit „der große Schreck“ überschrieben. Denn ich muss schon zugeben, dass ich kräftig erschrocken bin, als ich den Kostenvoranschlag freigeben sollte … mehr als 500 Euro waren für die Inspektion und die notwendigen Reparaturen vorgesehen.

Abgenutzte vordere Bremsscheibe (Bild: Klaus Dapp)

Abgenutzte vordere Bremsscheibe (Bild: Klaus Dapp)

Was war passiert? Eigentlich nichts wirklich überraschendes – nur hatte ich gehofft, dass das nicht schon nach guten drei Jahren bzw. knapp 7.500 Kilometer soweit ist.

  • Die Kette hatte sich gelängt und damit war es auch sinnvoll, die Kettenschutzrohre zu tauschen.
  • Die vordere Bremsscheibe musste getauscht werden, was nach zweimaligem Wechsel der Bremsbeläge nicht ganz überraschend kam.
  • Die Kugelgelenkköpfe an der indirekten Lenkung am Untenlenker hatten Spiel, was mir beim Fahren noch nicht aufgefallen war. Da das , aber da das auf jeden Fall zu den sicherheitsrelevanten Teilen gehört und ich – vor langen Jahren – schlechte Erfahrungen gemacht habe, bin ich froh, dass das aufgefallen ist.

Dazu kam die normale Inspektion mit Ölwechsel der Rohloffschaltung. Deshalb habe ich die Gesamtrechnung nach dem ersten Schreck nachvollziehen können und bin froh, dass jetzt alles wieder läuft. Und durch das Umdrehen des hinteren Ritzels konnte ich gegenüber dem Kostenvoranschlag doch noch etwas sparen.

Kugelgelenkkopf für die indirekte Lenkung (Bild: Klaus Dapp)

Kugelgelenkkopf für die indirekte Lenkung (Bild: Klaus Dapp)

Neue Mäntel liegen daheim schon bereit, damit es eine möglichst pannenfreie Saison gibt. Mal sehen, wann ich dazu komme, die zu montieren.

volle Distanz: 25.31 km
Maximale Höhe: 161 m
Minimale Höhe: 12 m
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Im Stich gelassen… (7.411 km)

Da wollte ich rasch noch einen Weihnachtsbrief wegbringen … und dann hat mich der Grasshopper im Stich gelassen.

Schon beim Losfahren wunderte ich mich über ein merkwürdiges Rasselgeräusch. Das ignorierte ich eine Weile, bis daraus ein grauseliges Schleifgeräusch wurde. Nach zwei Versuchen wusste ich wo es herkam. Die beiden Schrauben, die das hintere Schutzblech am Rahmen fixierten sollten, waren lose. Ohne Werkzeug hatte ich keine Chance daran zu kommen.

Begleitet von zunehmenden Schleifgeräuschen fuhr ich langsam weiter, um den Brief einzuwerfen. Dann fuhr ich zur nächsten Straßenbahnhaltestelle und schleifte das Rad in die Bahn – wie gut, dass das in Darmstadt möglich ist.

Daheim angekommen baute ich das Hinterrad aus und zog die Schrauben wieder fest – diesmal mit Schraubenkleber. Ich hoffe, das hält jetzt dauerhaft. Und zur Ehrenrettung des Grasshoppers … ich hätte auch gleich schauen können, was da so klappert.

Nur mal schnell… (7.403 km)

Alte und neue Bremsbeläge (Bild: Klaus Dapp)

Alte und neue Bremsbeläge (Bild: Klaus Dapp)

Bei der letzten kleinen Ausfahrt habe ich gemerkt, dass kein Weg mehr daran vorbeiführt, die Bremsbeläge der Vorderradbremse zu ersetzen. Schon bei der Schwarzwaldrundfahrt habe ich bei den Abfahrten kein wirklich gutes Gefühl mehr gehabt. Jetzt habe ich kein gutes oder schlechtes Gefühl mehr … die Vorderbremse bremst einfach nicht mehr. Nach dem Ausbau konnte ich dann gut sehen, dass die Beläge ziemlich abgefahren waren.

Saftkiste als Werkstattausstattung (Bild: Klaus Dapp)

Saftkiste als Werkstattausstattung (Bild: Klaus Dapp)

Offensichtlich haben unsere Strandfahrten und die Fahren mit Gepäck (… und vielleicht auch ein bisschen mein höheres Gewicht …) zu einem verstärktem Verschleiss geführt.

Leider habe ich mal wieder zwei Anläufe gebraucht. Nachdem kein Weg mehr daran vorbeiführte, die Reparatur selber zu machen, da mir der Weg zur Werkstatt mit der unzureichenden Bremsen zu riskant erschien, baute ich das Rad aus und bockte das Rad auf der Vordergabel auf einer Saftkiste auf. Das lief überraschend gut. Vorsichtig baute ich die Bremsbeläge aus und machte alles sauber. Als ich nach den neuen Belägen griff, erlebte ich eine unschöne Überraschung … das waren die Beläge für die Scheibenbremse in meinem Faltrad. Da war ich beim Einkaufen wohl in Gedanken. Schlechtgelaunt baute ich die alten Beläge wieder ein. Klar dass inzwischen alle Radläden in der Umgebung zu hatten.

"Fahrradständer" im Fahrradkeller (Bild: Klaus Dapp)

„Fahrradständer“ im Fahrradkeller (Bild: Klaus Dapp)

Im zweiten Anlauf hat es dann gut geklappt. Alles war schön sauber und ich musste nur noch die Beläge tauschen. Und siehe da – es bremst wieder. Jetzt gibt es keine Ausrede mehr, mehr Radzufahren.

 

Vier Schrauben … wo soll denn da das Problem sein? (7.270 km)

Bruchstelle am Gepäckträger (Bild: Klaus Dapp)

Bruchstelle am Gepäckträger (Bild: Klaus Dapp)

Vor der Eurobike habe ich Alexander Kopp (Vertrieb Technik bei HP Velotechnik) wegen des  gebrochenen Gepäckträgers die Unterlagen (Kaufbeleg, Fotos) geschickt und ihn dann auf der Eurobike angesprochen. Er hat vorgeschlagen, dass der getauscht wird und er dann nach der Ursache schaut – an dieser Stelle schon einmal vielen Dank für die Kulanz! Und wir waren uns auch einig, dass der richtige Weg natürlich erst über den Händer gewesen wäre 😉

Ich habe mich ein bisschen gewundert, dass er mich gefragt hat, ob er einen neuen Gepäckträger an mich schicken soll oder an meinen Radhändler. Vier Schrauben sollte selbst ich wechseln können …

Ersatzgepäckträger (Bild: Klaus Dapp)

Ersatzgepäckträger (Bild: Klaus Dapp)

Ein paar Tage später kam dann ein riesiger Karton – mit dem Gepäckträger. Da ich seit dem Bruch schon rund 300 Kilometer gefahren bin, entschloss ich mich auch noch die Schwarzwaldtour zu machen und erst dann zu schrauben. Ein weiser Entschluss…

Zwischenzeitlich hatte ich bemerkt, dass das Kabel für das Rücklicht im Gepäckträgerrohr geführt wird – also vier Schrauben und ein wenig Gefummel. Auf der Rückfahrt aus dem Schwarzwald ist mir dann aufgefallen, dass die unteren Schrauben ins Schwingenlager gehen. Zuhause angekommen reichte ein Blick ins Handbuch, um zu erkennen, dass es nicht ganz so einfach wird. Ein festgelegtes Anzugsdrehmoment, Schraubenkleber und Warnhinweise, was beim Nichteinhalten so alles passiert („Gefahr! Zu geringes Anziehen der Achsverschraubung führt zu Spiel und Geräuschentwicklung beim Einfedern, im Extremfall … zu schweren Stürzen … zu fest … Gewinde der Achse ausreißen…).

Vorbereitende Arbeiten am Grasshopper (Bild: Klaus Dapp)

Vorbereitende Arbeiten am Grasshopper (Bild: Klaus Dapp)

Ich habe ja schon öfter über eine fehlende Werkstatt gejammert. So arbeitete ich im Gemeinschafts-Fahrradkeller und gemontierte als erstes das Kabel aus dem alten Gepäckträger. Nach einer kleinen Erweiterung der entsprechenden Löcher im neuen Gepäckträger gelang es mir dann auch das Kabel liebevoll einzubauen und den Platz für den Schutzschlauch zu haben, der ein Durchscheuern verhindern soll. Ein ganz wichtiges Werkzeug für das Einfädelns war eine zurechtgebogene Büroklammer …

Alter und neuer Gepäckträger nach den Tausch des Kabels für die Beleuchtung (Bild: Klaus Dapp)

Alter und neuer Gepäckträger nach den Tausch des Kabels für die Beleuchtung (Bild: Klaus Dapp)

In der Zeit stand der Grasshopper quasi ohne Hinterachse. Im nächsten Schritt musste ich „nur noch“ die Schrauben wieder ins die Gewinde bekommen. Das war bei den Schrauben für die Schwinge nicht ganz so einfach, da sich die Achse trotz aller Vorsicht verschob und die Schraube durch den Gepäckträger, den Rahmen ein Unterlegscheibchen in die Achse musste. Nach kurzer Zeit war ich doch leicht verzweifelt … und mit Schraubenkleber beschmiert. Nur war mir klar, warum mich Alexander Kopp gefragt hat, ob ich das selber montieren will. Mit dem Hintergedanken, wie peinlich (und umständlich) das ware, die Brocken einzusammeln und zum Radhändler zu bringen, mache ich mich neu ans Werk.

Grasshopper mit neuem Gepäckträger vor dem zweiten Montageversuch (Bild. Klaus Dapp)

Grasshopper mit neuem Gepäckträger vor dem zweiten Montageversuch (Bild. Klaus Dapp)

Im zweien Anlauf kleckerte ich den Schraubenkleber auf das Gewinde in der Achse und nach einigem Hin- und Herrütteln waren die Schrauben im Gewinde und ich konnte mit dem vorgegebenen Drehmoment anziehen. Was war ich froh … und ich weiß auch wieder einmal, warum Fahrradmechaniker(in) ein Ausbildungsberuf ist.

Der neu montierte Gepäckträger (Bild: Klaus Dapp)

Der neu montierte Gepäckträger (Bild: Klaus Dapp)

Dann kamen die Arbeiten, die mir dann deutlich mehr liegen. Liebevoll lötete ich neue Stecker an das Kabel und verbaute ein kleines Sortiment an Schrumpfschläuchen, damit das Licht auch wirklich immer funktioniert. Danach klebte ich noch Gewebeband an die möglichen Scheuerstellen und war wirklich froh, dass ich fertig geworden bin.

Auf dem folgenden Bild lässt sich halbwegs erkennen, dass die Rohre oben und für die Seitensteifigkeit dicker sind und damit dem „Hauptrohr“ von links oben nach rechts unten entsprechen, das die Hauptlast zu tragen hat.

Als Ursache hat Alexander Kopp „Überlastungsbruch an Schweißnaht“ diagnostiziert. Die Ursache lässt sich nicht genauer fassen, es ist aber eine Stelle an, an der das in Einzelfällen auch schon bei anderen vorgekommen ist. Ich freue mich jetzt auf viele pannenfreie Kilometer.

Vergleich neuer (oben) und alter (unten) Gepäckträger (Bild: Klaus Dapp)

Vergleich neuer (oben) und alter (unten) Gepäckträger (Bild: Klaus Dapp)

Vélodyssée / Eurovelo 1 – Tag 17: Rochefort – Saint-Georges-de-Didonne (6.621 km)

Transbordeur de Rochefort über den Fluss Charente (Bild: Klaus Dapp)

Transbordeur de Rochefort über den Fluss Charente (Bild: Klaus Dapp)

Nach einem leckeren Frühstück brachen wir voller Abenteuerlust auf. Gestern Abend hatten wir beschlossen die Route zu ändern. Wir wollten uns den Transbordeur de Rochefort anschauen, der quasi eine Fähre in der Luft darstellt. Ein technisches Wunderwerk, das seit 1900 Menschen 150 Meter über den Fluss Charente transportiert. Schon aus großer Entfernung wirkt er gigantisch .. und er ist wirklich kein Scheinriese.

Transbordeur de Rochefort von Rochefort aus gesehen (Bild: Klaus Dapp)

Transbordeur de Rochefort von Rochefort aus gesehen (Bild: Klaus Dapp)

Transbordeur de Rochefort von Échillais aus gesehen (Bild: Klaus Dapp)

Transbordeur de Rochefort von Échillais aus gesehen (Bild: Klaus Dapp)

Wie so oft, wenn wir technische Besonderheiten besuchen, hatten wir Pech. Wegen Sanierungsarbeiten waren Teile demontiert,so dass wir die während der Sanierungszeit bereitgestellte Fähre nutzen mussten.

Fähre über die Charente (Bild: Klaus Dapp)

Fähre über die Charente (Bild: Klaus Dapp)

Da die Strecke sowieso sehr lang war, verzichteten wir auf die Fahrt entlang der Charente und auf der alten Bahnstrecke zwischen Carbariot und Saint-Agnant. Stattdessen nahmen wir den direkten Weg über die Departementstraße. Da dort nur wenig Autos fuhren, war das unproblematisch.

In Saint-Agnant fanden wir schnell die alte Bahnstrecke und damit unseren Weg. Entlang des Canal de Bridoire fuhren wir Richtung Atlantik. Nach wenigen Kilometern bog der Weg ab und führte uns durch interessante Marschlandschaften. Ich war wieder froh über meine Federung… Antje wurde kräftig durchgeschüttelt. Nach einiger Zeit erreichten wir den Ortsrand von Marennes, den wir dann quasi umfuhren. Mit Blick auf die Insel St.- Pierre-d’Oleron erreichten wir den Fluss La Seudre, den wir auf einer hohen Brücke überquerten, die beeindruckende Blicke bot.

Brücke über den Fluss La Seudre (Bild: Klaus Dapp)

Brücke über den Fluss La Seudre (Bild: Klaus Dapp)

Blick auf den Atlantik zwischen der Ile d' Oléron und Rochefort von der Brücke über La Seudre (Bild: Klaus Dapp)

Blick auf den Atlantik zwischen der Ile d‘ Oléron und Rochefort von der Brücke über La Seudre (Bild: Klaus Dapp)

Damit erreichten wir den Foret de la Coubre, in dem wir bis nach La Palmyre fuhren. Ein touristisches Highlight auf dem Weg war der Leuchtturm Phare de la Coubre, in dessen Schatten wir picknickten. Eine Besteigung ließen wir sein, der Ansturm war so groß, dass es lange Warteschlangen gab.

Erster Blick auf den Leuchtturm Phare de la Coubre (Bild: Klaus Dapp)

Erster Blick auf den Leuchtturm Phare de la Coubre (Bild: Klaus Dapp)

Der Leuchtturm Phare de la Coubre (Bild: Klaus Dapp)

Der Leuchtturm Phare de la Coubre (Bild: Klaus Dapp)

Vor La Palmyre fanden wir einen ruhigen Platz am Atlantik und erfrischten uns kurz im Atlantik.

Vor La Palmyre im Atlantik (Bild: Klaus Dapp)

Vor La Palmyre im Atlantik (Bild: Klaus Dapp)

Bals darauf erreichten wir Royan. Dort war die Hölle los… und der Weg führte über die völlig überlaufene Strandpromenade, die auch noch mit Betonklötzen gegen Terroristen und Buden für Touristen vollgestellt war. Das war wirklich anstrengend und wir waren froh als wir den Abschnitt hinter uns hatten. Nach einigem Geschlängel erreichten wir glücklich Saint- Georges-de-Didonne. Dort fanden wir schnell unser Hotel und stellten die Räder ab. Vor dem offiziellen Einchecken hatten wir noch Zeit für einen kleinen Sparziergang in den benachbarten Ortskern. BeiAls ich meinte, wir müssten noch kurz was reparieren, wurde uns angeboten, beim befreundeten Radhändler anzurufen, damit der uns weiterhilft. Das konnten wir dankend ablehnen, eigentlich wollte ich ja nur die Kette ölen.

Leider musste ich beim Ölen der Kette feststellen, dass der Gepäckträger an der unteren Strebe gebrochen war. Zum Glück ist der Teil nur dafür da, die Taschen davon abzuhalten ins Rad zu schwingen. Mit zwei Kabelbindern machte ich eine Notreperatur – Dank der sommerlichen Temperaturen hatte ich zum Glück sowieso nicht so viel Gepäck dabei.

Bruchstelle am Gepäckträger (Bild: Klaus Dapp)

Bruchstelle am Gepäckträger (Bild: Klaus Dapp)

Bruchstelle am Gepäckträger (Bild: Klaus Dapp)

Bruchstelle am Gepäckträger (Bild: Klaus Dapp)

Danach kamen die Räder in die Garage. Die Beteiber des Hotels waren in großer Sorge, dass den Rädern etwas passiert. Danach gingen wir zum Strand und hüpften in den Atlantik, der an dem Tag etwas träge war. Am Abend holten wir uns eine Pizza und setzten uns an den Strand, der sich sehr schnell zur Essenszeit leere. Eigentlich war das eine schöne Idee – allerdings war die Pizza zu fettig und lag uns dann im Magen, so dass wir eine unruhige Nacht verbrachten.

volle Distanz: 77.88 km
Maximale Höhe: 29 m
Minimale Höhe: -16 m
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Nur mal kurz … (5.353 km)

Hinteres Schutzblech am Grasshopper (Bild: Klaus Dapp)

Hinteres Schutzblech am Grasshopper (Bild: Klaus Dapp)

Ich wollte nur mal kurz das kaputte Schutzblech tauschen. Deshalb habe ich mir ein neues Schutzblech von HP Velotechnik besorgt und wollte das einfach 1:1 tauschen. Leider habe ich keine gescheite Werkstatt, so dass ich den Grasshopper an die Decke gehängt und die Reste des alten Schutzblechs abgeschraubt habe.

Um das Hinterrad ausbauen zu können, habe ich schnell die Luft aus dem Hinterrad gelassen und es ausgebaut. Dann nahm das Drama seinen Lauf … eigentlich war es ja ganz einfach. Zuerst mussten die beiden Schrauben direkt am Rahmen montiert werden. Das sollte ja kein Problem sein, da ich ein Originalschutzblech in der Hand hatte. Nach einer guten Stunde habe ich es dann begriffen … die Position eines der Löcher hat sich gegenüber meiner Version um ca. 5 Milimeter verändert. Eigentlich kann das nicht sein, da sich ja der Rahmen nicht verändert hat. Entweder habe ich ein „Montagsexempar“ oder ein „Restexemlar“ bekommen. Nachdem ich das Problem erkannt hatte, war klar was zu tun ist: Bohrer holen, neues Loch bohren und dann das Schutzblech am Rahmen festschrauben. Danach musste ich nur noch die hinteren Streben anbringen und das Hinterrad wieder einbauen und aufpumpen.

Dann habe ich die Gelegenheit genutzt und noch den Rahmen eingewachst. Jetzt kann ich wieder rappelfrei und ohne Rumgespritzte fahren. Ich hoffe, dass das Schutzblech jetzt lange hält.

Und dann hats knack gemacht (5.315 km)

Gebrochenes hinteres Schutzblech am Grasshopper (Bild: Klaus Dapp)

Gebrochenes hinteres Schutzblech am Grasshopper (Bild: Klaus Dapp)

Da war ich so begeistert von meinem flexiblen Schutzblech … und dann gab es heute wieder so ein unangenehmes Geräusch von hinten. Habe ich erst noch gehofft, dass ich vielleicht über etwas gefahren bin oder eine Schnalle vom Rucksack gegen den Rahmen geschlagen hat, musste ich dann doch feststellen, dass das Schutzblech hinten schon wieder gebrochen ist – diesmal eben an der nächsten festen Stelle.

Da muss ich also wieder mal was reparieren, statt zu radeln 🙁

Ab in die Werkstatt (5.113 km)

Grasshopper mit großem Rucksack (Bild: Klaus Dapp)

Grasshopper mit großem Rucksack (Bild: Klaus Dapp)

Auch wenn ich im letzten Jahr viel weniger gefahren bin als ich mit das vorgestellt habe, so wollte ich doch eine Jahresinspektion machen lassen – auch in der Hoffnung, dass ich 2017 wieder mehr Zeit auf dem Rad verbringe. So habe ich mal ein paar Überstunden abgefeiert und eine Fahrt nach Basel zur Nacht der Museen mit dem Wegbringen des Rades verbunden. Bei kaltem aber sonnigen fuhr ich von Nauheim nach Trebur und gab das gute Stück ab.

Fahrrad Claus macht jeweils eine Annahme, bei der Anhand einer Checkliste die Wünsche und die klar erkennbaren Arbeiten der Jahresinspektion festgelegt wurden. Folgende Positionen waren fällig

  • Austausch des hinteren Kennenschutzrohrs
  • Ölwechsel bei der Rohloff-Schaltung
  • Tauschen der Bremsbeläge
  • „Entknarzen“ des Sitzes

Außerdem wurde so Diverses wie das Steuerlager wieder festgezogen und nachgestellt.

Insgesamt habe ich dafür 260 Euro bezahlt … 25 Euro hätte ich mir sparen können, wenn das Rad nicht völlig verdreckt gewesen wäre. Im Gegensatz zu meinem Faltrad trage ich den Grasshopper nicht drei Stockwerke hoch und putze das Rad im Bad. Jetzt ist er aber schön sauber und ich muss mal schauen, dass ich noch etwas Wachs dranbringe, damit das auch lange so bleibt.

Bei der Rückfahrt gab es mal wieder ein Bahnerlebnis. Nachdem der erste Zug ausgefallen ist, bin ich von Nauheim nach Groß-Gerau geradelt, um nicht ganz so lange frieren zu müssen. Als der nächste Zug dann in Groß-Gerau ankam, rief der Lokführer gleich, dass er das Rad eigentlich überhaupt nicht mitnehme. Ich hatte wirklich keine Lust, darüber zu debattieren und meinte nur, ich würde ihm meine Bahncard 100 gerne zeigen.

Ich habe dann nachgeschaut. In den RMV-Beförderungsbedingungen heißt es: „Als Fahrräder gelten einsitzige Zweiräder, Tandems sowie Fahrräder mit elektromotorischen Hilfsantrieb, wenn sie nicht unter die EU Richtlinie 2002/24/EC fallen und somit keine Zulassung benötigen. Alle sonstigen Fahrzeuge mit Motorausrüstung, hierzu zählen auch Elektromobile und Elektroscooter, sowie Sonderkonstruktionen (z. B. Zweiräder mit langem Radstand und Lastenräder) sind von der Mitnahme ausgeschlossen.“

Da stellt sich jetzt die Frage, ist ein Liegerad eine Sonderkonstruktion? Am Darmstädter Bahnhof wechselt der Zug die Fahrtrichtung und ich traf auf den Lokführer. Ich sprach ihn an und bemerkte, dass ich den Text so nicht kenne. Dass ich aber der Meinung bin, dass der Grasshopper als einsitziges Zweirad gilt. Wir diskutieren eine Weile und mir gelang es ganz gut, seine Argumente zu entkräften … denn der Grasshopper ist nun mal kürzer als ein Normalrad, der Kettenkranz vorne geschützt und ich habe Gute zum Festmachen. Beim Verabschieden meinte er dann, dass er „das nächste mal die Fresse hält“ und dass ich als einer der wenigen mit ihm im vernündigen Deutsch gute Argumente benannt habe.

Ich war dann doch froh, als ich bei mir daheim war und erst mal warm duschen konnte.

Flexibilisierung (5.106 km)

Neues Hybridschutzblech (Bild: Klaus Dapp)

Neues Hybridschutzblech (Bild: Klaus Dapp)

‎Nach dem zweiten gebrochenen Schutzblech will ich es jetzt mit mehr Flexibilität probieren. Durch die Federung schwingt die Hinterradschwinge mit vergleichsweise hohen Frequenzen. Da reicht dann schon eine kleine Vorschädigung, damit das Schutzblech bricht.

Verbliebener Schutzblechrest (Bild: Klaus Dapp)

Verbliebener Schutzblechrest (Bild: Klaus Dapp)

Das Phänomen kenne ich noch von meinem Ostrad. Dort hatte ich das gesamte Schutzblech durch einen alten Mantel ersetzt. Da das Schutzblech zweimal hinter der vorletzten Strebe gebrochen ist, probiere ich jetzt eine „Hybrid-Lösung“ aus. Ich bin gespannt, ob sich die Idee und ihre Ausführung bewährt.

Ansicht von hinten (Bild: Klaus Dapp)

Ansicht von hinten (Bild: Klaus Dapp)

Schutzblechhalterung als Verstärkung (Bild: Klaus Dapp)

Schutzblechhalterung als Verstärkung (Bild: Klaus Dapp)

Mit den Zwischenhalterungen habe ich die Form des Mantels aufgespannt, um eine halbwegs einheitliche Form zu erreichen … den Schönheitspreis gewinnt das Ganze noch nicht. Vielleicht muss ich eine zweite Version bauen.

Nieten von oben - in der Decke ohne Unterlagscheibe (Bild: Klaus Dapp)

Nieten von oben – in der Decke ohne Unterlagscheibe (Bild: Klaus Dapp)

Leider habe ich keine gescheite Werkstatt, so dass mal wieder etwas Gebastel entstanden ist … ich bin gespannt, wie lange die Konstruktion hält.

Bei einer kleinen Probefahrt hat sich der tiefer heruntergezogene Rand des Fahrradmantels schon bewährt: Der Dreck wurde zurückgehalten. Das spricht für eine Komplettlösung, da ich mich  seit Anfang an über die Spritzerei trotz Schutzblech ärgere. Einen echten Test mache ich erst nach der Jahreswartung, sonst wird das werkstattgerechte Vorreinigung noch umfangreicher (und damit teurer). Der Griesheimer Sand im Frühjahr ist sicher ein Härtetest…

Alpe-Adria Tag 5: Molzbichl – Villach (4.540 km )

Grasshopper auf dem Hochwasserdamm an der Drau (Bild: Klaus Dapp)

Grasshopper auf dem Hochwasserdamm an der Drau (Bild: Klaus Dapp)

Nach einem ausgiebigen Frühstück und der Aufforderung, die Semmeln doch mitzunehmen verabschiedete ich mich mit einer Runde auf dem Hof. Die begeisterte Wirtin und die staunende Enkelin sollten doch sehen, wie ein Liegerad fährt. Wir hatten viel Spaß – Liegeräder sind in der Gegend noch rar.

Gemütlich fuhren wir der Drau entlang und genossen das leichte Gefälle und das angenehme Wetter. In Feffernitz setzten wir mit der Gierfähre nach Lansach über. Mich begeistert es immer wieder, nur durch die Strömung angetrieben zu werden. Auf der anderen Seite angekommen, konnten wir noch einen Pensionisten überraschen, der damit sicher für die nächsten Tage ein Gesprächsthema hatte.

Antje läutet nach der Fähre von Feffernitz nach Lansach (Bild: Klaus Dapp)

Antje läutet nach der Fähre von Feffernitz nach Lansach (Bild: Klaus Dapp)

Gierfähre von Feffernitz nach Lansach (Bild: Klaus Dapp)

Gierfähre von Feffernitz nach Lansach (Bild: Klaus Dapp)

Leider bin ich beim Ein- und Ausladen in die Fähre am vorderen und hinteren Schutzblech hängen geblieben. Am vorderen Schutzblech riss ich den Lappen ab und das hintere Schutzblech riss hinter der zweiten Strebe ein. Ich war gespannt, wann es komplett abreißen würde.

Gemütlich ging es weiter nach Villach. Dort kamen wir so früh an, dass wir am Ufer der Drau eine längere Rast einlegten, um pünktlich zur Öffnungszeit zur Jugendherberge zu kommen. Ich nutzte die Rast, um den Lappen am vorderen Schutzblech mit Gewebeband anzukleben und das hintere Schutzblech an der Einrissstelle zu verstärken.

In der Jugendherberge erkannte der Herbergsvater, dass ich wohl keinen Spaß damit hätte, mein Rad in den Keller zu tragen. Nach kurzem Nachdenken, durften die Räder auch angesichts der aufziehenden Wolken ins Foyer und gaben einen netten Blickfang. Davon konnte etwas später eine Gruppe Motorradfahrer nur träumen, die im vollen Gewitterregen ankamen und sich und ihre Sachen trockenlegen mussten.

Aufziehendes Gewitter bei Villach (Bild: Klaus Dapp)

Aufziehendes Gewitter bei Villach (Bild: Klaus Dapp)

Nachdem das Gewitter vorbei war, gingen wir in die Stadt und besichtigten im Stadtmuseum die Spuren der Römer und anderer Siedler der letzten Jahrhunderte. Im Unterschied zu anderen Städten waren es keine Stadtbrände sondern zwei furchtbare Erdbeben, die 1348 und 1690 die Stadt schwer beschädigten. Und natürlich schauten wir uns auch die Ausstellung zu Philippus Aureolus Theophrastus Bombastus an. Der in Villach geboren wurde und später unter dem Pseudonym Paracelsius bekannt wurde.

Beim Spaziergang durch die Stadt fiel uns der Leerstand auf. Hier läuft die Umstrukturierung noch kräftig. Wir verbrachten unseren Abend im Biergarten des Villacher Brauereigasthofs und trugen mit einer Bierverkostung zum Wachstum bei. Da gab es wirklich leckere Biere zu trinken…

volle Distanz: 34.29 km
Maximale Höhe: 563 m
Minimale Höhe: 500 m
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