Archiv für den Monat: Juli 2018

Schotten – Frankfurt / Darmstadt (9.311 km)

Blick auf die Mainebene (Bild: Klaus Dapp)

Blick auf die Mainebene (Bild: Klaus Dapp)

Kurzfristig hatten wir die Route geändert und „steigungsoptimiert“. Bei 36 Grad im Schatten und gefühlt oft mehr entlang der abgeernteten Felder wollten wir am Ziel ankommen. So ging es weitgehend bergab die Nidda entlang.

Störche im Niddatal (Bild: Klaus Dapp)

Störche im Niddatal (Bild: Klaus Dapp)

Wir kamen durch schöne Fachwerkstädtchen und erreichten zur Mittagszeit Karben. Nach kurzem Suchen fanden wir eine Pizzeria mit schattigem Außenbereich für eine schöne Mittagspause.

Blick ins Niddatal aus Niederdorfelden (Bild: Klaus Dapp)

Blick ins Niddatal aus Niederdorfelden (Bild: Klaus Dapp)

Danach verließen wir das Niddatal und wechselten in die Untermainebene. Die Querung des flachen Höhenzuges wurde uns durch etwas Wind erleichtert, der den Eindruck von Abkühlung erweckte.

Blick zum Kohlekraftwerk Staudinger (Bild: Klaus Dapp)

Blick zum Kohlekraftwerk Staudinger (Bild: Klaus Dapp)

Durch diverse Industriegebiete und nach Querung von Schnellstraßen erreichten wir die Fähre in Rumpenheim, mit der wir auf die andere Mainseite wechselten.

Mainfähre Rumpenheim (Bild: Klaus Dapp)

Mainfähre Rumpenheim (Bild: Klaus Dapp)

Dort fuhren wir der Mainschleife entlang an Offenbach vorbei nach Frankfurt zum Südbahnhof. Wir waren froh, dass die S-Bahn schon am Bahnsteig wartete und die Klimaanlage funktionierte. In Darmstadt angekommen erfrischten wir uns mit einer Dusche und machten uns einen gemütlichen Abend.

volle Distanz: 111.26 km
Maximale Höhe: 284 m
Minimale Höhe: 102 m
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Schlitz – Schotten (9.227 km)

Blick über Wetterau und Vogelsberg Richtung Frankfurt (Blid: Klaus Dapp)

Blick über Wetterau und Vogelsberg Richtung Frankfurt (Blid: Klaus Dapp)

Nach einem umfangreichen Frühstück starteten wir in den Tag. Mit einer kleinen Routenänderung ersparten wir uns den ersten Hügel und rollten gemütlich die Fulda hinab und die Schlitz hinauf in den Ort Schlitz. Bei der dortigen Brennerei schauten (wirklich nur mit den Augen) wir uns das Sortiment an und entschieden uns angesichts der Route für zwei 0,5 Liter Fläschchen. So beladen schauten wir noch kurz in die Altstadt bevor wir gemütlich auf einer alten Bahntrasse nach Lauterbach fuhren.

Vorderburg in Schlitz (Bild: Klaus Dapp)

Vorderburg in Schlitz (Bild: Klaus Dapp)

Bilck in das Tal der Schlitz bei Schlitz (Blid: Klaus Dapp)

Bilck in das Tal der Schlitz bei Schlitz (Blid: Klaus Dapp)

Beim örtlichen Metzger deckten wir uns mit Salaten ein und machten an der Lauter eine gemütliche Rast. Danach begann die Bergetappe, die uns ziemlich ins Schwitzen brachte. Bei über 30 Grad war das kein großes Wunder. Zum Glück verlief ein Teil der Strecke im Wald, so dass es auch kühlere Abschnitte gab.

Hopfmannsfelder Galgen (Bild: Klaus Dapp)

Hopfmannsfelder Galgen (Bild: Klaus Dapp)

Rathaus der "Windenergiegemeinde" Ulrichstein (Bild: Klaus Dapp)

Rathaus der „Windenergiegemeinde“ Ulrichstein (Bild: Klaus Dapp)

Altstadt in Schotten (Bild: Klaus Dapp)

Altstadt in Schotten (Bild: Klaus Dapp)

Am Nachmittag fuhren wir in Schotten ein, dass wir im Dämmerzustand vorfanden. Ein Großteil der Läden und Gaststätten, das Museum und die Kirche haben montags Ruhetag. Um so mehr haben wir nach dem Duschen Pizza bzw. Pasta beim einzig geöffneten Italiener genossen.

Handtuchschwan in Schotten (Bild: Klaus Dapp)

Handtuchschwan in Schotten (Bild: Klaus Dapp)

Trotz der Wärme hatte ich die notwendige Bettschwere…

volle Distanz: 63.63 km
Maximale Höhe: 606 m
Minimale Höhe: 223 m
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Rasdorf – Schlitz (9.163 km)

Blick in die Rhön (Bild: Klaus Dapp)

Blick in die Rhön (Bild: Klaus Dapp)

Nach einem guten Frühstück machten wir uns auf, um den ersten Hügel zu erklimmen. Oben angekommen konnten wir den Blick über die Kuppenrhön genießen. Leider verlief die Abfahrt auf einem kräftig geschotterten Weg, so dass wir uns mühsam nach unten bremsten.

Gemütlich ging es auf einer alten Bahntrasse weiter, die wir schon nach wenigen Kilometern wieder verlassen mussten. Auf kaum befahrenen Kreis- und Landesstraßen fuhren wir durch die hügelige Landschaft weiter Richtung Fulda, die wir nach einer grandiosen Abfahrt erreichten.

Altes Schulhaus im Schlitzer Ortsteil Pfordt (Bild: Klaus Dapp)

Altes Schulhaus im Schlitzer Ortsteil Pfordt (Bild: Klaus Dapp)

Dort machten wir eine ausführliche Pause. Hitze (rund 30 Grad) und Hügel hatten uns ziemlich geschafft. So waren wir froh, dass wir schon am frühen Nachmittag unser Quartier erreichten und duschen konnten. Nach einem ausgedehnten Mittagsschlaf schauten wir uns das Dorf an, genossen dann ein leckeres Abendessen mit klappernden Störchen auf dem benachbarten ehemaligen Schulhaus. Danach gingen wir früh ins Bett um für die anstehenden Hügel am nächsten Tag ausgeschlafen zu sein.

volle Distanz: 48.5 km
Maximale Höhe: 416 m
Minimale Höhe: 222 m
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Darmstadt – Rasdorf (9.114 km)

Erster Wegweiser des Iron Curtain Trail in Hessen (Bild: Klaus Dapp)

Erster Wegweiser des Iron Curtain Trail in Hessen (Bild: Klaus Dapp)

Es war nicht einfach, die Herzallerliebste zu überreden, dann hat sie sich doch erweichen lassen mit mir ein bisschen durch Hessen zu radeln. So sind wir mit dem Zug nach Fulda gefahren. Nachdem wir uns in Fulda mit einem großen Rührei gestärkt hatten, brachen wir auf Richtung Milseburgradweg.

Ein ungewohnter Anblick: Grasshopper in der Fußgängerzone in Fulda (Bild: Klaus Dapp)

Ein ungewohnter Anblick: Grasshopper in der Fußgängerzone in Fulda (Bild: Klaus Dapp)

Der Weg durch Fulda zeigte schnell, dass wir in einem Mittelgebirge unterwegs sind. Da ich der Herzallerliebsten mein Birdy gegeben habe, habe ich alles Gepäck mitgenommen und kam gut ins Schwitzen. Gleichzeitig war ich begeistert, wie gut ich trotz Gepäck vorankam.

Altes Vorsignal auf dem Milseburg-Radweg (Bild: Klaus Dapp)

Altes Vorsignal auf dem Milseburg-Radweg (Bild: Klaus Dapp)

Nachdem wir den Milseburgradweg erreicht hatten, ging es erst einmal ein kleines Stück bergab und wir genossen es, entspannt dahinzugleiten mit einem weiten Blick in die Landschaft. Es sollte nicht all zu lange dauern, da begann der Aufstieg – mit der Steigung der ehemaligen Bahnlinie.

Eingangsportal des Milseburg-Tunnels (Bild: Klaus Dapp)

Eingangsportal des Milseburg-Tunnels (Bild: Klaus Dapp)

Der Höhepunkt war sicher die Durchquerung des Fahrradtunnels. Der hatte nicht nur den Vorteil, dass er uns eine ziemliche Quälerei zur Überwindung von weiteren Höhenmetern ersparte, sondern auch angenehm kühl war. Danach war es wieder über 30 Grad warm.

Notversorgung für Nicht-Vegetarier in Unterrückersbach in Thüringen (Bild: Klaus Dapp)

Notversorgung für Nicht-Vegetarier in Unterrückersbach in Thüringen (Bild: Klaus Dapp)

Danach fuhren wir entspannt entlang der Ulster bis Geisa in Thüringen und erreichten danach – leider zum Schluss schiebend auf einem Reitweg – die Point Alpha Gedenkstätte bzw. das Haus auf der Grenze. Dort wird sehr anschaulich die ehemalige deutsch-deutsche-Grenze dargestellt. Im Point Alpha wurde die Funktion des ehemaligen Grenzpostens der US Armee erläutert und durch Militärfahrzeuge sowie Hubschrauber des Bundesgrenzschutzes und des Militärs ausgestellt. Besonders erschreckend war die strategische Darstellung eines Angriffs auf Point Alpha durch die Warschauer Pakt Staaten, der dann unter Einsatz von Atomwaffen in Hessen zurückgeschlagen werden sollte.

Wiederaufgebaute DDR-Grenzanlage vom Überwachungsturm in Point Alpha aus gesehen (Bild: Klaus Dapp)

Wiederaufgebaute DDR-Grenzanlage vom Überwachungsturm in Point Alpha aus gesehen (Bild: Klaus Dapp)

Die Fahrt zur Unterkunft verlief ziemlich stürmisch. Auf halben Weg kam uns kräftig Gegenwind entgegen, so dass unsere schöne Bergabfahrt ziemlich gebremst wurde. Als dann noch die ersten Regentropfen fielen, traten wir noch einmal kräftig in die Pedale, um nicht ins Gewitter zu kommen. Als wir dann unser Zimmer bezogen hatten, regnete es tatsächlich ein bisschen und es kühlte ein wenig ab, so dass wir nach dem Abendessen gut schlafen konnten.

Das Höhenprofil übertreibt ein wenig… der Milseburgtunnel kappt die Spitze um fast hundert Höhenmeter.

volle Distanz: 166.82 km
Maximale Höhe: 585 m
Minimale Höhe: 126 m
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Eurobike 2018 – Neues bei HP Velotechnik (9.030 km)

Stand von HP-Velotechnik bei der Eurobike 2018 (Bild: Klaus Dapp)

Stand von HP-Velotechnik bei der Eurobike 2018 (Bild: Klaus Dapp)

Eigentlich wollte ich in diesem zweiten Teil meines Berichts von der Eurobike über Neuigkeiten im Liegeradbereich schreiben – aber die habe ich nur beim Stand von HP Velotechnik gesehen. Es sind dieses Jahr AZUB und HP Velotechnik auf die Eurobike gekommen. AZUB hat einige seiner bewährten Modelle gezeigt und dafür gesorgt, dass der Liegeradbereich als eigener Bereich überhaupt wahrnehmbar wurde. Die Velomobilausstellung war „ums Eck“, so dass die Besucherinnen und Besucher sie erst einmal finden mussten. Aber zum Messekonzept 2018 habe ich im letzten Beitrag alles gesagt.

Stand von AZUB bei der Eurobike 2018 (Bild: Klaus Dapp)

Stand von AZUB bei der Eurobike 2018 (Bild: Klaus Dapp)

Im Mittelpunkt der Vorstellung bei HP stand die E-Bike-Version des Scorpions mit einer elektrischen Unterstützung bis 45 km/h und das Einsteiger-Modell des Gekko.

Mindestens ebenso interessant sind aber sicher die zusätzlichen Motoren. Die Nachfrage nach einer Kombination von Rohloff-Schaltung und Motor war so relevant, dass es als Alternative zum GO Swissdrive auch die Kombination aus Shimano E8000 Motor und Rohloff-Schaltung anbietet.

Das zeigt, dass es – auch im Liegeradbereich – auch eine Nachfrage nach sehr hochwertigen Produkten gibt.

Das neue schnelle E-Bike-Scorpion von HP Velotechnik „Blinker links“ (Bild: Klaus Dapp)

Das neue schnelle E-Bike-Scorpion von HP Velotechnik „Blinker links“ (Bild: Klaus Dapp)

Die elektrisch betriebene Hupe – eine Voraussetzung für die Zulassung als E-Bike mit Unterstützung bis 45 km/h (Bild: Klaus Dapp)

Die elektrisch betriebene Hupe – eine Voraussetzung für die Zulassung als E-Bike mit Unterstützung bis 45 km/h (Bild: Klaus Dapp)

Dazu passt die E-Bike-Version des Scorpions, das die Modellpalette von HP nach oben abrundet. Durch die Unterstützung bis 45 km/h gilt es als Kraftfahrzeug und muss damit eine Vielzahl von Regelwerken einhalten. Dazu gehört der Blinker, den HP entwickelt hat, ebenso wie eine Wegfahrsperre, die einfach in Form eines Rahmenschlosses und umfasst eine optische Ölstandskontrolle für die Hydraulikbremse und eine elektrische Hupe. Viele Kleinigkeiten, die viel Arbeit machen. Es bleibt zu hoffen, dass durch die Anforderungen und die daraus resultierenden Entwicklungen auch insgesamt Verbesserungen erreicht werden können. Als Beispiel dafür kann der Blinker gelten, der nicht nur für die E-Bike Version nachgefragt wird, sondern auch an anderen Modellen gute Dienste leistet.

Das neue Einsteiger-Gekko von HP-Velotechnik (Bild: Klaus Dapp)

Das neue Einsteiger-Gekko von HP-Velotechnik (Bild: Klaus Dapp)

Aber HP schaut nicht nur an das obere Ende der Produktpalette. Mit dem Gekko 26 soll eine ganz neue Zielgruppe angesprochen werden. Das ist in den USA, wo ein vergleichbares Konzept seit dem letzten Jahr von HP ausprobiert wurde, sehr gut angekommen. Es entspricht auch mehr dem dortigen Kaufverhalten – in den Laden, anschauen und mitnehmen… statt konfigurieren, bestellen, zur Zeit rund 7 Wochen warten und nach langer Zeit der Vorfreude endlich fahren.

Im neuen Design / Glanz – der Grasshopper von HP Velotechnik (Bild: Klaus Dapp)

Im neuen Design / Glanz – der Grasshopper von HP Velotechnik (Bild: Klaus Dapp)

Ich bin gespannt, ob das Konzept auch in Deutschland gut ankommt. Gute Erfahrungen mit einem ähnlichen Konzept hat Hasebike mit dem Trigo gemacht. Meiner Sorge auf eine Verschiebung innerhalb des Verkaufssegments hin zu einfacheren Rädern begegnete Alexander Kraft, Pressesprecher von HP Velotechnik, mit dem Hinweis auf die gute Auslastung mit langen Lieferzeiten. Ich bin gespannt, wie die Entwicklung weitergeht.

Eindrücke von der Eurobike 2018 (9.030 km)

Besucherrad am Eingang der Eurobike 2018 (Bild: Klaus Dapp)

Besucherrad am Eingang der Eurobike 2018 (Bild: Klaus Dapp)

Offensichtlich gehört Verkehrschaos dazu, wenn ich auf die Eurobike fahre. Da habe ich die Herzallerliebste – auf ihren ausdrücklichen Wunsch hin – um 5:20 Uhr geweckt und wir haben schnell einen Kaffee getrunken. Dann bin ich durch das noch schlafende Basel zum Zug geradelt … um eine lange Geschichte kurz zu fassen. Der letzte Zug nach Basel am Vortag ist in Basel nicht funktionsfähig angekommen. Da musste dann erst ein Ersatzzug beschafft werden, der dann nur auf einem kleinen Abschnitt fuhr. Statt direkt in zweieinhalb Stunden ans Ziel zu kommen, brauchte ich gute vier Stunden und musste dreimal umsteigen und kein Klo funktionierte. Aber alles hat auch sein gutes: Inzwischen habe ich Übung mein neues Brompton Faltrad zu falten.

Endlich in Friedrichshafen angekommen, konnte ich diesmal direkt zur Messe hinradeln. Dabei ist mir aufgefallen, wie wenig am Bahnhof und in den Straßen zur Messe los war – und ich war immer an den Fachbesuchertagen da Und da herrsche immer Chaos – allerdings war ich diesmal deutlich später.

Dass die Messe dieses Jahr ein Problem hat, zeigte sich aber auch schon in der letzten Woche. Da hat die Messe Friedrichshafen angekündigt, dass die nächste Eurobike zu einem späteren Termin – nämlich vom 31. Juli 2019 bis 3. August 2019 stattfinden soll. Die ersten Tage sind nur für Fachpublikum und am Samstag den 3. August 2019 ist wie 2017 und in den Jahren zuvor auch die Öffentlichkeit zugelassen. Damit liegt der Termin zwar immer noch in der Saison und bildet nicht wie in den Jahren vor 2018 am Saisonende.

In einer Presseerklärung zum Termin 2019 der Eurobike (Messe Friedrichshafen) feiert die Messe den Publikumstag, der 2018 abgeschafft wurde, als große Bereicherung. Ich wollte vom Pressesprecher der Messe, Frank Gauss, wissen, was diesen Meinungsumschwung bewirkt hat. Er teilte mir mit, dass etliche Industriepartner, die die Änderungen in 2018 gewünscht haben, ihre Meinung verändert haben. Ich habe nicht nachgefragt, wie eine solche Meinungsänderung erfolgt, ohne dass das „neue“ Modell 2018 erst einmal getestet wurde. Auf meinen Hinweis, dass der Termin für viele Bundesländer und angrenzende Nationen in den Schulferien liegt, merkte er an, dass das Schulferien-Thema bedacht wurde und es keinen sinnvollen Termin außerhalb der Schulferien gebe und Bayern sowie Baden-Württemberg noch keine Schulferien hätten. Außerdem wollte ich wissen, ob es wieder einen Schwerpunkt Liegeräder geben wird, wie beispielsweise in 2017. Hier teilte er mit, dass die Schwerpunkte noch nicht definiert sind und jetzt mit den Industriepartnern gemeinsam erarbeitet werden. Dabei sei ausschlaggebend, wie stark sich die einzelnen Firmen im Liegeradbereich engagieren bzw. überhaupt wieder auf der Eurobike ausstellen. Er wies in dem Zusammenhang aber noch einmal auf den Publikumstag und die aus Sicht der Messe verbundenen Emotionen hin. Ich bin gespannt.

An einigen Ständen habe ich auch nach dem Messekontakt gefragt. Teilweise wurde dann auf Firmen hingewiesen, die erst gar nicht gekommen sind, und auf gefühlt weniger Interessierte, was auf den Termin 2018 mitten in der Saison zurückgeführt wurde. Ich habe niemanden gefunden, der das Konzept 2018 geht fand – aber ich habe natürlich auch keine repräsentative Umfrage gemacht sondern die für mich interessanten Stände besucht.

Werbung auf der Toilette (Bild: Klaus Dapp)

Werbung auf der Toilette (Bild: Klaus Dapp)

Sexistische Werbung habe ich diesmal keine gesehen – zumindest auf der Herrentoilette ging es diesmal sehr bieder zu.

An dieser Stelle ein besonderer Dank an Mirjam Reisch von der Messe Friedrichshafen, die mir auch einen spontanen Telefonkontakt zu Frank Gauss als Pressesprecher hergestellt hat, und Gunnar Fehlau vom pressedienst-fahrrad, die beide gemeinsam die Blogger betreuten. Ich hoffe ich kann nächstes Jahr mehr vom Blogger-Programm nutzen.

ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork auf einer virtuellen "Protected Bikelane" (Bild: Klaus Dapp)

ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork auf einer virtuellen „Protected Bikelane“ (Bild: Klaus Dapp)

Meinen inhaltlichen Start hatte ich am Stand des ADFC. Eigentlich wollte ich nur ein Lebkuchenherz gewinnen bei einer Fahrt auf einer virtuellen „Protected Bikelane“ … dann traf ich den Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork und wir plauschten kurz. Manchmal lässt sich in meinem Bereich berufliches und privates eben doch nicht trennen.

Im Liegeradbereich war außer HP Velotechnik und AZUB kein relevanter Hersteller auf der Messe. Ich habe deshalb einen ausgedehnten Besuch bei HP Velotechnik gemacht, über den ich einen eigenen Beitrag schreibe, und mir dann noch Zubehör angeschaut. Leider hatte ich mal wieder weniger Zeit als notwendig, deshalb nur ein paar – teilweise im Wortsinn – Highlights.

Reflektierende Rainleg (Bild: Klaus Dapp)

Reflektierende Rainleg (Bild: Klaus Dapp)

Es gibt die Rainlegs jetzt in einer vollreflektierenden Version. Sozusagen ein leuchtender Lendenschurz. Ich finde die Rainlegs sowieso schon großartig. Beim Aufrechtrad ersetzen sie für kurze Wege auch bei starkem Regen eine Regenhose und auf dem Grasshopper nutze ich sie in Kombination mit Gamaschen für die Schuhe. Das hat den Vorteil, dass ich viel weniger schwitze als in einer „richtigen“ Regenhose. Das hat natürlich Grenzen. Aber gerade an warmen Tagen bin ich lieber vom Regen an den Waden und ggf. von unten nass als in der Regenhose rumzuschicken. Die neue gefütterte Version der Rainlegs werde ich wohl nicht brauchen. Aber bei sehr tiefen Temperaturen kann dass vielleicht auch eine Idee sein.

Gut sichtbare Helme (Bild: Klaus Dapp)

Gut sichtbare Helme (Bild: Klaus Dapp)

Das Thema Sichtbarkeit wird auch von Alpina angesprochen. Am Stand wurde unter „Be visable“ eine gelbe Edition unterschiedlicher Modelle vorgestellt. So unnötig ich in der Regel zusätzliche Warnwesten finde, so sinnvoll halte ich es auffällig zu sein.

Miniaturisierung von Rücklichtern (Bild: Klaus Dapp)

Miniaturisierung von Rücklichtern (Bild: Klaus Dapp)

Mit Sorge sehe ich den Trend zur Miniaturisierung der Beleuchtung. Busch & Müller hat stolz das kleinste zugelassene Rücklicht präsentiert. Auf meine Nachfrage hat eine Mitarbeiterin angedeutet, dass damit ein spezieller Markt bedient werden soll, der Wert auf puristisches auftreten hat. Dies zeigten auch Entwicklungen bei anderen Herstellern. Zum Glück wird aber auch die Entwicklung von großflächigen und leuchtstarken Rücklichtern fortgesetzt. Hier hat Busch & Müller mit dem Bremslicht eine meiner Meinung nach wichtige Pionierarbeit geleistet.

Teststrecke des Bosch ABS (Bild: Klaus Dapp)

Teststrecke des Bosch ABS (Bild: Klaus Dapp)

Sehr spannend fand ich auch die eindrückliche Vorführung des Antiblockiersystems, das Bosch für elektrisch unterstützte Fahrräder anbietet. Da zeigt sich, für was sich die vielen Sensoren der Unterstützung noch nutzen lassen.

Anhänger Carry M von Roland (Bild: Klaus Dapp)

Anhänger Carry M von Roland (Bild: Klaus Dapp)

Bei Roland habe ich mich gefreut, wie schön inzwischen der Carry M geworden ist. Da wurde wirklich über Jahre Produktpflege betrieben. Auch angetrieben durch inzwischen viele innovative Hersteller, die den traditionellen Karren mit Obenkupplung doch deutlich in den Hintergrund gedrängt haben. Auch wenn Roland noch immer die Option bietet, wie im Bild die Deichsel umzustecken und den Wagen dann von Hand zu ziehen.

Regen-Strampelanzug von VAUDE (Bild: Klaus Dapp)

Regen-Strampelanzug von VAUDE (Bild: Klaus Dapp)

Bei Vaude habe ich einen Regen-Strampelanzug entdeckt. Leider gab es kein Proberad, auf dem sich das mal ausprobieren ließ. Ich kann mir nicht vorstellen, dass – vor allem beim Liegerad – da immer irgendwo was zieht.

Smartes Schloss von ABUS (Bild: Klaus Dapp)

Smartes Schloss von ABUS (Bild: Klaus Dapp)

ABUS hat ein neues smartes Bügelschloss vorgestellt. Ich gebe offen zu, ich bin da immer etwas skeptisch. Aber ich muss zugeben, die haben sich eine ganze Menge einfallen lassen. Das wichtigste zuerst: Mechanisch entspricht das Schloss dem Level 15, d.h. dem höchsten Standard. Als Start wird nur ein Bügelschloss angeboten. Wenn es entsprechende Nachfrage gibt, sind weitere Produkte wie das Faltschloss, das es bereits mit Alarmanlage gibt, angedacht. Das Schloss wird über eine App genutzt. Mit dieser wird das Schloss initialisiert und administriert. Es können bis zu acht Mobiltelefone eine Zugangsberechtigung bekommen. Damit kann auf elektronischem Weg die bisherige Option der gleichen Schlüssel erreicht werden. Die Datenübertragung erfolgt mit Bluetooth in einem Abstand von ca. 2 Metern. Das Schloss bekommt das Signal zu öffnen und verschließt automatisch, wenn es das Signal verliert. Fahrräder am Schloss aufhängen wird dann wohl etwas schwieriger. Ist das Schloss verriegelt und wird bewegt, löst es einen Voralarm aus. Erfolgen weiter Bewegungen, folgt der Hauptalarm. Ist der Akku des Schlosses leer, bleibt das Schloss verriegelt und muss erst wieder über eine USB-C-Buchse geladen werden. Allerdings informiert die App über den Ladezustand, so dass dies eigentlich nicht überraschen passieren sollte. Der Akku ist auf eine Lebensdauer von 8 bis 10 Jahren kalkuliert. Es soll ab April 2019 lieferbar sein und rund 200 Euro kosten. Damit ist es noch etwas höherpreisiger als die sonstigen hochwertigen Schlösser. Dies relativiert sich jedoch durch den Aufpreis für die gleiche Schließung bei mehreren Schlössern, was sich bei mir mit mehreren Fahrrädern auch der Herzallerliebsten schon oft bewährt hat. Da ABUS einen Ruf zu verlieren hat ist zu hoffen, dass die Manipulationsmöglichkeiten gering sind – es ist fest davon auszugehen, dass die ersten Modelle auch als Ansporn zum Hacken dienen. Das gilt allerdings auch für das Lockpicking. Keine Verbesserung bringt das Schloss jedoch, wenn wie bei mir geschehen, Nachts mit einem Akku-Trennschleifer versucht wird, das Schloss aufzubrechen. Das macht einen Höllenlärm, der sicher lauter als der Alarm ist. Dann hilft nur Qualität des Materials, damit genug Zeit für die Nachbarn bleibt, die Polizei zu rufen und die Diebe zu verjagen.

Für mehr außerhalb des Berichts über HP hatte ich leider zu wenig Zeit … oder aber es gab im Vergleich zur letzten EUROBIKE nichts wirklich neues, da durch den frühen Termin einfach zu wenig Zeit für die Hersteller blieb… oder aber einfach „nur“ Produktpflege gemacht wird wie bei Rohloff, die eben gerade nicht darauf angewiesen sind, ständig „Neues“ zu haben. Hier wird bewährtes weiterentwickelt und neue Anwendungsfelder erschlossen.

Rhône-Saône-Rhin – Tag 23: Karlsruhe – Darmstadt (9.030 km)

Schild "Willkommen in Hessen" an der Landesgrenze zwischen Baden-Württemberg und Hessen bei Heppenheim (Bild: Klaus Dapp)
Schild „Willkommen in Hessen“ an der Landesgrenze zwischen Baden-Württemberg und Hessen bei Heppenheim (Bild: Klaus Dapp)

Obwohl ich jetzt alleine unterwegs war, brauchte ich doch genau so lange wie sonst, um mein Zeug zusammenzutragen. Ein Grund dafür war, dass ich wegen des Regens viel mehr ausgepackt hatte als sonst und ich merkte doch, dass die gestrige Fahrt ziemlich viel Kraft gekostet hat. Dabei hatte ich weniger „Bein“ als befürchtet. Aber insgesamt war ich ziemlich müde.

Das änderte sich erst durch den Kaffee zum Frühstück. Als Unterhaltungsprogramm gab es auf der anderen Straßenseite drei Handwerker (vielleicht waren es aber auch völlige Amateure), die sich eine gute halbe Stunde damit beschäftigten, einen kleinen Hubsteiger in Stellung zu bringen, ohne die Straßenbeleuchtung runterzureißen und Fenster einzuschlagen. Als sie die Position endlich hatten, fuhren sie alles ein, da sie das Werkzeug nicht im Korb hatten … und dann wurde auch noch ein Parkplatz frei, von dem aus sich das Ziel viel besser erreichen ließ…

In Karlsruhe besorgte ich mir noch statt des üblichen Baguettes zwei Laugenstangen und dann ging es los. Bei strahlendem Sonnenschein fuhr ich dann Richtung Darmstadt. Da ich schon einmal zwischen Karlsruhe und Darmstadt gefahren bin, kannte ich den Weg aus Karlsruhe heraus noch gut und fuhr auf asphaltierten Wegen bis zum ehemaligen Kernforschungszentrum.

Blick auf den Rhein bei Altlußheim (Bild: Klaus Dapp)
Blick auf den Rhein bei Altlußheim (Bild: Klaus Dapp)
Vorderes Schutzblech des Grasshoppers (Bild: Klaus Dapp)
Vorderes Schutzblech des Grasshoppers (Bild: Klaus Dapp)
Blick unter den Sitz beim Grasshopper (Bild: Klaus Dapp)
Blick unter den Sitz beim Grasshopper (Bild: Klaus Dapp)

Danach ging es auf gut ausgebauten Waldwegen weiter. Mittagspause machte ich in Altlußheim am Rhein und schaute mit an, wie dreckig das Rad trotz einiger Fahrtstrecke noch immer war.

Grasshopper vor dem Schild "Wilkommen in Hessen" an der Landesgrenze zwischen Baden-Württemberg und Hessen bei Heppenheim (Bild: Klaus Dapp)
Zurück in Hessen (Bild: Klaus Dapp)

An der Gemeindegrenze von Heppenheim erreichte ich Hessen. Auch wenn die Beine müder wurden, gab mir das noch einmal Schwung. Als nach 113 gefahrenen Kilometern an der Wendeschleife der Straßenbahn schon die Bahn in Richtung Darmstadt stand, wurde ich schwach und fuhr bis Darmstadt-Eberstadt mit. Beim üblichen Andrang an der Haltestelle dort stieg ich wieder aus und fuhr die letzten sieben Kilometer wieder per Rad. Damit machte ich die letzten Kilometer auf die 1.300 pannenfreien Kilometer voll – eine tolle Radtour war zu Ende.

volle Distanz: 119.71 km
Maximale Höhe: 161 m
Minimale Höhe: 81 m
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Rhône-Saône-Rhin – Tag 22: Eckwersheim – Karlsruhe (8.917 km)

Warnschild beim Industriegebiet von Wantzenau (Bild: Klaus Dapp)
Warnschild beim Industriegebiet von Wantzenau (Bild: Klaus Dapp)

Nach einem letzten gemeinsamen Frühstück brachen wir gemeinsam auf Richtung Straßburg, von wo die Herzallerliebste den Zug genommen hat. Kurz unterhalb von Reichstett trennten wir uns. Ich bog ab Richtung Gambsheim, wo ich den Rhein nach Deutschland überqueren wollte.

Schutzstreifen an der Departementsstraße zwischen Wantzenheim und Kilstett (Bild: Klaus Dapp)
Schutzstreifen an der Departementsstraße zwischen Wantzenheim und Kilstett (Bild: Klaus Dapp)

Leider bestätigte sich der Wetterbericht und es nieselte ab und an. Der Weg verlief in weiten Bereichen auf dem Seitenstreifen stark befahrender Straßen, auf denen auch viele LKW unterwegs waren. Auch wenn die allermeisten Fahrzeuge genug Abstand hielten, war das nicht besonders angenehm und ich war froh, als ich Gambsheim trocken erreichte.

Baustelle an der Schleuse in Gambsheim mit provisorischem Steg (Bild: Klaus Dapp)
Baustelle an der Schleuse in Gambsheim mit provisorischem Steg (Bild: Klaus Dapp)
Treppenturm zum provisorischen Steg bei der Schleuse Gambsheim (Bild: Klaus Dapp)
Treppenturm zum provisorischen Steg bei der Schleuse Gambsheim (Bild: Klaus Dapp)
Blick auf den Grasshopper vom Steg (Bild: Klaus Dapp)
Blick auf den Grasshopper vom Steg (Bild: Klaus Dapp)

Dort wartete leider eine unangenehme Überraschung. Die Schleuse wurde saniert und bei der Gelegenheit eine neue Brücke für den Rad- und Fußverkehr gebaut. Deshalb musste ich das Rad eine provisorische Brücke hoch- und runtertragen. Das war eine ziemliche Plagerei, obwohl ich die Taschen abgemacht habe und unabhängig vom Grasshopper hochgetragen habe. Gleichzeitig begann es richtig zu regnen.

Rheinradweg bei Grauelsbaum (Bild: Klaus Dapp)
Rheinradweg bei Grauelsbaum (Bild: Klaus Dapp)
Schleuse Iffezheim als letzte Rheinschleuse vor dem Meer (Bild: Klaus Dapp)
Schleuse Iffezheim als letzte Rheinschleuse vor dem Meer (Bild: Klaus Dapp)

Da es relativ warm war, war das am Anfang nur ein bisschen lästig. Allerdings verläuft der Rheinradweg bis Karlsruhe zu großen Teilen auf den Rheindeichen. Der Weg ist überwiegend als wassergebundene Decke angelegt. Was bei schönem Wetter gut zu fahren ist, entwickelte sich mehr und mehr zur Schlammschlacht. Ich hatte immer wieder das Gefühl, dass ich steckenbleibe. Das war sicher übertrieben, aber der Rollwiederstand war schon ziemlich groß.

Auf der Höhe von Karlsruhe wurde es auf einmal sonnig und die Wege waren trocken. Es war kaum zu glauben. Dementsprechend schauten mich die Menschen auch ziemlich irritiert an. Besonders lustig war die im Bereich des Freibades am Rhein in Karlsruhe. Während ich noch das völlig verdreckte Regenzeug anhatte, kamen mir Menschen in T-Shirt und kurzen Hosen, im Badeanzug oder im Bikini entgegen.

Nachdem ich halbwegs getrocknet war, zog mich dementsprechend um. Dann radelte ich der Alb entlang ins Stadtzentrum von Karlsruhe. Ich hatte mit Hilfe von Luftbildern, auf denen die Radinfrastruktur gut zu erkennen war, eine Strecke vorbereitet, die sich als sehr gut erwies. So kam ich problemlos in mein Hotel. Dort handelte ich einen Platz zum Unterstellen des Rades aus, stellte es ab und habe dann erst einmal die Satteltaschen und das Regenzeug geduscht und damit entschlammt. Danach genoss ich die Dusche. Halbwegs wieder zum Menschen geworden, ging ich Maultaschen essen.

In der Nacht regnete es dann auch in Karlsruhe, so dass ich froh war, dass der Grasshopper überdacht stand. So konnte der völlig durchweichte Sitzbezug wenigstens halbwegs abtrocknen.

volle Distanz: 92.61 km
Maximale Höhe: 158 m
Minimale Höhe: 107 m
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Rhône-Saône-Rhin – Tag 21: Saverne – Eckwersheim (8.823 km)

Radweg am Rhein-Marne-Kanal bei Ingenheim (Bild: Klaus Dapp)
Radweg am Rhein-Marne-Kanal bei Ingenheim (Bild: Klaus Dapp)
Blick vom Rhein-Marne-Kanal nach Ingenheim (Bild: Klaus Dapp)
Blick vom Rhein-Marne-Kanal nach Ingenheim (Bild: Klaus Dapp)

Nach einem gemütlichen Frühstück sind wir zum Schloss in Saverne gefahren. Von dort sind wir auf den Radweg am Rhein-Marne-Kanal gefahren. Gemütlich rollten wir in Richtung Straßburg. Vom Kanal aus konnten wir auf die elsässischen Städtchen und Dörfer schauen.

Gedenktstätte für das Zugunglück am 15. November 2015 in Eckwersheim (Bild: Klaus Dapp)
Gedenktstätte für das Zugunglück am 15. November 2015 in Eckwersheim (Bild: Klaus Dapp)

In Eckwersheim schauten wir uns die Gedenkstätte für das Unglück auf der Probefahrt des TGV am 15. November 2015 an. An diesem Tag war ein Messzug in der Kurve vor der südlichen Brücke über den Rhein-Marne-Kanal entgleist. Durch den Unfall starben 11 Menschen, 37 weitere wurden verletzt, 12 davon schwer. Die Gedenkstätte ist sehr eindrücklich.

"Unser" Schiff Ophry (Bild: Klaus Dapp)
„Unser“ Schiff Ophry (Bild: Klaus Dapp)
"Unser" Schiff Ophry (Bild: Klaus Dapp)
„Unser“ Schiff Ophry (Bild: Klaus Dapp)
Die Herzallerliebste auf dem Sonnendeck "unseres" Schiffs Ophry (Bild: Klaus Dapp)
Die Herzallerliebste auf dem Sonnendeck „unseres“ Schiffs Ophry (Bild: Klaus Dapp)
Unsere Kajüte auf der Ophry (Bild: Klaus Dapp)
Unsere Kajüte auf der Ophry (Bild: Klaus Dapp)

Von dort fuhren wir weiter zur letzten gemeinsamen Übernachtung. Die Herzallerliebste hatte eine Übernachtung auf dem umgebauten Frachtschiff Ophrys organisiert. Wir verbrachten den Nachmittag auf dem Schiff und hatten viel Spaß dabei, die Hobbykapitäne zu beobachten, die mit den meist gemieteten Booten vorbeifuhren. Es war wie im schlechten Film. Entweder zeigte der Vater seinem Sohn oder seiner Frau, wie gefahren wird. Da kurz unterhalb von uns eine Schleuse kam, brach dann meist die Panik aus und unter wilden Kommandos wurde versucht, ohne Havarie in die Schleuse zu kommen. Das und die neidischen Blicke auf „unser“ großes Schiff – vom Kanal aus ist nicht zu sehen, dass das Schiff fest mit dem Land verbunden ist – brachten uns regelmäßig zum Lachen. Wir grüßten freudig und genossen den letzten gemeinsamen Tag.

volle Distanz: 33.47 km
Maximale Höhe: 258 m
Minimale Höhe: 149 m
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Rhône-Saône-Rhin – Tag 20: Xouaxange – Saverne (8.790 km)

Tafel am Canal de La Marne au Rhin in Saverne (Bild: Klaus Dapp)
Tafel am Canal de La Marne au Rhin in Saverne (Bild: Klaus Dapp)

Am Morgen musste ich kurz einen Büroanruf machen, was die Laune auch der Herzallerliebsten ein wenig trübte… die Arbeit kommt langsam näher. Nach einem gemütlichen Frühstück machten wir uns auf den Weg. Wie so oft, konnte ich mit einer kleinen Proberunde ein wenig Werbung für das Liegerad machen.

Rhein-Marne-Kanal bei Xouaxange (Bild: Klaus Dapp)
Rhein-Marne-Kanal bei Xouaxange (Bild: Klaus Dapp)

Mit der Aussicht auf eine kurze Etappe fuhren wir eher trödelig weg und kamen schnell an den Rhein-Marne-Kanal. Bei einem kurzen Fotohalt wunderten wir uns ein wenig über zwei Montainbiker, die uns entgegenkamen und auf dem Weg rumeierten. Als wir weiterfuhren merkten wir schnell, warum es die Probleme gab. In der Steigung hatten sich durch Regenfälle Spurrillen ausgewaschen, die vermutlich in guter Absicht ein schlauer Mensch mit feinem Splitt gefüllt hatte. Deshalb war es kaum möglich hochzufahren. Die Herzallerliebste rutschte aus und fiel hin, zum Glück ohne größeren Schaden zu nehmen. Später entdeckten wir, dass eine Speiche am Hinterrad nicht mehr im Speichennippel war und sich auch nicht mehr festziehen ließ. Da das Rad keinen Höhen- oder Seitenschlag hatte, fuhren wir weiter.

Auf der anderen Seite des Hügelchens ging es bergab … und da ist mit das Hinterrad des Grasshoppers weggerutscht und ich saß neben dem Rad auf dem Hintern. Zum Glück hat es nur die Klingel gekostet und die linke Hand etwas aufgeschürft. Lenker, Bremse und Sitz sind – soweit sich das unterwegs erkennen lässt – ganz geblieben. Mit einem etwas schmerzenden Hintern konnte ich dann weiterfahren.

Ortschild am ehemaligen Landbahnhof Hesse, der vor allem zur Holzabfuhr gebaut wurde (Bild: Klaus Dapp)
„fast daheim“ – Ortschild am ehemaligen Landbahnhof Hesse, der vor allem zur Holzabfuhr gebaut wurde (Bild: Klaus Dapp)
Blick auf den Schwarzwald (Bild: Klaus Dapp)
Blick auf den Schwarzwald (Bild: Klaus Dapp)

In Arzviller fuhren wir an der alten Schleusentreppe mit 17 Schleusen entlang ins Tal. Dann schauten wir uns das Schiffshebewerk an, das die Schleusen seit 1969 ersetzt. Mit einem Trog auf Schienen, der quer zur Transportrichtung am Hang entlang bewegt wird, können die Schiffe einen Höhenunterschied von knapp 45 Metern überwinden. Spannend ist dabei das Energiemanagement des Schrägaufzugs. Der 900 Tonnen schwere Trog (41,5 m lang, 5,5 m breit mit einer Wassertiefe von 3,2 m) ist mit Gegengewichten verbunden. Bei der Talfahrt ist der Trog schwerer als die Gegengewichte und zieht sich dadurch nach unten. Bei der Bergfahrt wird Wasser aus dem Trog abgelassen, so dass die Gegengewichte den Trog nach oben ziehen. Als Antrieb reichen zwei Elektromotoren mit 88kW (entsprechen 120 PS) aus.

Schiffshebewerk bei Arzviller (Bild: Klaus Dapp)
Schiffshebewerk bei Arzviller (Bild: Klaus Dapp)

Während dem Mittagessen schauten wir beim Schiffstransport zu und amüsierten uns über die diversen Hobbykapitäne.

Blick auf Lutzelbourg (Bild: Klaus Dapp)
Innenstadt von Saverne (Bild: Klaus Dapp)
Innenstadt von Saverne (Bild: Klaus Dapp)
Zugfahrzeug für die Schiffe in Saverne (Bild: Klaus Dapp)
Zugfahrzeug für die Schiffe in Saverne (Bild: Klaus Dapp)

Danach fuhren wir weiter nach Saverne und gönnten uns in der Patisserie Haushalter einen Kaffee mit Leckereien. So gestärkt machten wir uns auf zur Unterkunft, die mal wieder oben lag. Dort nutzte ich die Zeit, um diesen Text zu schreiben, bevor wir uns – zu Fuß – die Innenstadt anschauten.

Baguettetransport mit dem Grasshopper (Bild: Klaus Dapp)
Baguettetransport mit dem Grasshopper (Bild: Klaus Dapp)
Das Wappentier von Saverne: Ein Einhorn (Bild: Klaus Dapp)
Das Wappentier von Saverne: Ein Einhorn (Bild: Klaus Dapp)

Dort klärten wir, wo wir am nächsten Morgen unser Mittag- und Abendessen einkaufen können. Außerdem haben wir eine witzige Version des Wappentiers von Saverne gekauft: Ein großer Schwimmring mit Einhorn. Da es das letzte Einhorn im Laden war, mussten wir gemeinsam mit den beiden Verkäuferinnen die Luft raus lassen und hatten dabei viel Spaß, da sich das Tier intensiv dagegen wehrte.

Nach diesem lustigen Erlebnis gingen wir in ein bretonisches Restaurant und aßen Crêpes und tranken elsässischen Cidre, damit wir wenigstens einmal zu Crêpes kamen. Auf dem Heimweg besorgten wir uns noch eine Flasche elsässischen Rose und ließen den Abend gemütlich in unserer Unterkunft ausklingen – ein bisschen traurig, weil das Ende der Fahrt so nah ist.

volle Distanz: 40.73 km
Maximale Höhe: 351 m
Minimale Höhe: 202 m
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