Anleitung zur Fleckentfernung im Waschsalon (Bild: Klaus Dapp)
Es gibt gute Gründe, warum für den Weg vom Atlantik nach Bordeaux eine alte Bahntrasse von Lacanau empfohlen wird – leider war das für uns mit einem zu großem Umweg verbunden. So nutzen wir die Verbindung über Biganos entland der Bahn. Bis Croix d’Hins nutzen wir den zum Teil neuen Radweg. Statt auf einem 50 cm „breiten“ Mehrzeckstreifen an der vielbefahrenen D1250 entlangzufahren, nutzen wir bis Toctoucau einen Feldweg entlang der Bahn.
Die Sonne brannte vom Himmel und der Weg war wegen der langen Trockenheit eher eine Sandpiste. Deshalb blieb die Herzallerliebste teilweise mit dem Birdy stecken. Ich übernahm das Gepäck und kämpfte mich weiter. Die 50mm breiten Reifen am Vello erwiesen sich als sehr gute Entscheidung, so konnte ich fast durchgehend fahren. Die Freude war groß, als wir Toctoucau erreicht hatten und endlich wieder auf einem befestigten Weg weiterfahren konnten. In Bordeaux mussten wir dann nur noch quer durch eine Baustelle schieben und konnten dann wie geplant zu unserem Quartier fahren.
Die Dusche danach war großartig und dank eines benachbarten Waschsalons bekamen wir auch den Staub aus den Kleidern. Danach stand das Abendessen und die Tagesplanung für den nächsten Tag auf dem Programm … wo sind in Bordeaux Wohlfühlorte für 40 Grad?
Dune du Pilat – Blick auf den Atlantik (Bild: Klaus Dapp)
Der Höhepunkt im Wortsinn war heute die Dune du Pilat. Die Herzallerliebste wollte bei der Urlaubsplanung unbedingt die Dune du Pilat besuchen. 2017 sind wir von der Loire kommend zu früh nach Bordeaux abgebogen, um sie anzuschauen (https://www.liegevelo.de/?p=1471).
Parallel zur Atlantikküste machten wir uns auf den Weg, um möglichst früh an der Düne zu sein. Dabei durchquerten wir den Schutzwald hinter dem Strand.
Radweg hinter den Dünen auf dem Weg zur Dune Du Pilate (Bild: Klaus Dapp)Dünenschutz (Bild: Klaus Dapp)
An der Düne angekommen, waren wir doch überrascht, dass am Sonntag gegen 10 Uhr schon So viel Betrieb war. Also schlossen wir uns den Massen an und zogen vorbei an Imbisbuden zur Treppe, die auf den Gipfel der Düne führt.
Besucherandrang an Dune du Pilat (Bild: Klaus Dapp)Dune du Pilat – Landseite (Bild: Klaus Dapp)Dune du Pilat – Landseite (Bild: Klaus Dapp)Dune du Pilat – Landseite (Bild: Klaus Dapp)Dune du Pilat – Landseite (Bild: Klaus Dapp)
Als wir nach einer knappen Stunde wieder zurück bei unseren Rädern waren, hatte sich der Andrang weiter gesteigert. Wir machten uns auf in Richtung Bordeaux. Nach einer Mittagspause in einem Wäldchen fuhren wir weiter in unser Quartier in Le Teich. Am ersten Ferienwochenende war auch schon Monate vorher nur noch ein Zimmer in einem Hotel in einem Gewerbegebiet an der Autobahn zu buchen. Da die Klimaanlage funktionierte und wir genug Vorräte dabei hatten, verließen wir das Hotel auch nicht mehr.
Heute lernten wir die Dünen kennen – es kann da ziemlich den Berg hoch gehen. Kurz nach Vielle erfuhren wir ein eindrückliches Beispiel.
Steigung bei Vielle (Bild: Klaus Dapp)
Auf dem weiteren Weg machten wir einen Abstecher zum Cap de l’Homy – einem sehr schönen Strandabschnitt. Bei idealem Radwetter war der Strand ziemlich leer.
Strand bei Cap l‘Homy (Bild: Klaus Dapp)Strand bei Cap l‘Homy (Bild: Klaus Dapp)Strand bei Cap l‘Homy (Bild: Klaus Dapp)
Auf dem weiteren Weg fuhren wir in Richtung Binnenland. Dort kamen wir zum Lac d’Aureilhan bei Mimizan.
See von Mimizan (Bild: Klaus Dapp)
Von dort fuhren wir weiter Sainte Eualie en Born. Im Dorfzentrum gönnten wir uns einen Kaffee und beobachteten die Verabschiedung der Kinder der Grundschule in die Ferien bzw. die weiterführende Schule.
In unserer Unterkunft wurden wir herzlich begrüßt und nach dem Duschen genossen wir das Abendessen im Restaurant vor Ort. Unser Gartenhäuschen kühlte erstaunlich schnell ab und wir konnten sehr gut einschlafen.
Bei einem gemütlichen Frühstück auf der Terrasse genossen wir den kühlen Tagesanfang. Der Blick auf den Radweg war sehr unterhaltsam. Neben den Men und Women in Lycra waren auch Menschen in Bürokleidung oder Handwerkskleidung unterwegs. Dazwischen waren vor allem Jüngere mit elektrisch unterstützten Fatbikes unterwegs, oft noch mit Surfbrett oder Angelausrüstung.
Die erste Hälfte der Tagesetappe war durch die Führung des Radweges zu teilweise vielbefahrenen Straßen etwas anstrengend. Ab Soustons bis Leon fuhren wir – und viele andere – auf der ehemaligen Bahnstrecke (https://de.wikipedia.org/wiki/Compagnie_des_voies_ferr%C3%A9es_des_Landes) nach Leon. Das hatte schon etwas vom autofreien Sonntagen und anderen Radveranstaltungen. Auf der Strecke gab es Straßenkunst und in einem alten Bahnhof machten wir eine Kaffee-Stop.
Straßenkunst von NAIV (Bild: Klaus Dapp)
Nach Leon machten wir eine längere Pause am See. 300 Hektar Wasserfläche sind keine Pfütze. Im Vergleich zum Strand war es am See schön ruhig.
See bei Leon (Bild: Klaus Dapp)
Nach einem Einkauf im ALDI – das einzige Lebensmittelgeschäft im Ort – fuhren wir über eine weitere ehemalige Bahnstrecke zu unserem Quartier. Dort waren wir dann zu müde bzw. faul, nach dem Duschen und dem Wäschewaschen nicht in den Pool zu gehen.
Nach der späten Ankunft und der dadurch kurzen Nacht haben wir gemütlich Biarritz angeschaut. Am Strand beobachteten wir die Surfschulen und spazierten am Atlantik entlang.
Rocher de la Vierge (Jungfrauenfelsen) mit Eiffelsteg (Bild: Klaus Dapp)Strand in Biarritz (Bild: Klaus Dapp)Blick über Biarritz (Bild: Klaus Dapp)
Dabei schauten wir uns auch die Begegnungszone oberhalb des Strands an. In der hügeligen Stand sind viele (E)-Radelnde unterwegs. Besonders ausfällig sind dabei die Transporte von Surfbrettern – unter dem Arm oder am Fahrrad. Bei solchen Transporten wird meist Abstand gehalten … vielleicht leihen wir Morgen ein Surfbrett für den Weg durch die Stadt.
Begegnungszone in Biarritz (Bild: Klaus Dapp)
Als Seebad machte sich Biarritz ab ca. 1850 einen Namen. Die Bauten damals waren sehr repräsentativ bis protzig angelegt. In den 1960er Jahren hielt dann der Fortschritt Einzug.
Hotel du Palais (Bild: Klaus Dapp)1960er-Jahre Hotelbau in Biarritz (Bild: Klaus Dapp)
Am Leuchtturm machten wir uns dann wieder auf den Rückweg und besorgten uns noch ein Abendessen.
Die Drohkulisse der SNCF, keine Liegeräder zu transportieren, hat gewirkt. Der gute Grasshopper musste daheim bleiben und wir haben uns nur getraut, mit zwei Falträdern loszufahren. Wenn wir wieder zurück sind werden wir sehen, ob das notwendig war.
So war die Herausforderung des ersten Tages vom Bahnhof Paris Est einmal durch Paris zum Bahnhof Montparnasse zu radeln.
Das Radfahren in Paris war ganz schön aufregend. Zwar gibt es fast überall Radwege bzw. -streifen aber auch sehr viel Radverkehr. Wir sind quasi im Pulk bis zur Seine gekommen, danach ging es teilweise über Nebenstraßen zum Bahnhof Montparnasse.
Nach knapp 40 Minuten kamen wir dort an und machten und dann auf den Weg zum Zug und zum richtigen Wagen. Der Zug war gut gefüllt und trotz Aufsteller mussten wir eine Runde Koffer aus dem Weg räumen.
Und dann mussten wir in Biarritz nur noch den Weg ins Hotel finden … durch die schönsten Gewerbegebiete am Flughafen.
Nach einem ausgedehnten Frühstück gingen wir zum nahegelegenen Bahnhof. Dort luden wir das Rad der Herzallerliebsten in den durchgehenden Zug nach Basel, mit dem sie mit nur geringer Verspätung am Nachmittag ankam.
Ich machte mich dann auf den Weg zu zu meinem Rad und umfuhr die Umleitung, die wir auf der Hinfahrt genutzt hatten. Auf einer Behelfsbrücke kam ich über den Rhein. Auf der anderen Seite des Rheins verfuhr ich mich erst einmal und ärgerte mich ein wenig über die Beschilderung. In Lahnstein querte ich die Lahn und erreichte den Rheinradweg.
Ortseingang von Oberlahnstein vom Rhein aus (Bild: Klaus Dapp)Blick auf die Marksburg bei Braubach im Schatten der B42 (Bild: Klaus Dapp)Braubach und Marksburg an der B42 (Bild: Klaus Dapp)Tankschiff vor Spay (Bild: Klaus Dapp)Fuß- und Radweg vor Osterspai (Bild: Klaus Dapp)Stark befahrener Fuß- und Radweg bei Filsen (Bild: Klaus Dapp)
Bis Filsen waren etliche Radfahrende unterweg. Das änderte sich an der dortigen Fähre nach Boppart, die Viele nutzten, um auf die andere Rheinseite zu wechseln.
Fähre von Filsen nach Boppart (Bild: Klaus Dapp)
Danach sah ich nur wenige Radfahrende. Das passte leider auch zur Wegeführung, deren Ausbau bis zur Bundesgartenschau 2029 vorgesehen ist.
Kloster Bornhofen (Bild: Klaus Dapp)Enger straßenbegleitender Weg (Schrammbord?) hinter Kestert (Bild: Klaus Dapp)
In St. Goarshausen musste ich mich entscheiden auf der ziemlich stark befahrenden B42 ohne Radinfrastruktur zu fahren oder auf dem Leinpfad. Ich entschied mich für den Leinpfad und war froh, dass der Grasshopper halbwegs geländegängig ist.
Leinpfad bei St. Goarshausen (Bild: Klaus Dapp)St. Goarshausen (Bild: Klaus Dapp)
Nach dem Ort gab es wieder einen Fuß- und Radweg. Allerdings nur für ein Stück. Danach hatte ich die Wahl, auf der Straße zu fahren oder auf einem Mehrzweckstreifen in Gegenrichtung. Das Schrammbord vor der Leitplanke war zu schmal, dass ich darauf mit Satteltaschen nicht fahren konnte. Auch für diesen Abschnitt ist ein Ausbau geplant.
Mehrzweckstreifen im Bereich des Loreleyhafens bei St. Goarshausen (Bild: Klaus Dapp)
Ich war froh als ich wieder auf einen Weg in Fahrtrichtung wechseln konnte. Auf dem Abschnitt kam mir glücklicherweise niemand entgegen.
Blick nach Oberwesel (Bild: Klaus Dapp)
Ab Kaub gab es dann wieder einen gut fahrbaren Weg und ich konnte mich wieder auf das Mittelrheintal konzentrieren. Da gibt es mit den Burgen, Schiffen, Felsen wirklich viel zum Anschauen.
Wegführung in Kaub (Bild: Klaus Dapp)Burg Gutenfels oberhalb von Kaub (Bild: Klaus Dapp)Burg Pfalzgrafenstein bei Kaub (Bild: Klaus Dapp)Rheinradweg von Kaub in Richtung Hessen (Bild: Klaus Dapp)
In dem gut ausgebauten Wegebereich waren dann auch wieder Reiseradler unterwegs und nicht nur Rennradler, die schmerzbefreit auch auf der B42 unterwegs waren.
Ab der Landesgrenze in Hessen machte ich mir Gedanken, wie ich weiterfahren sollte. Da für den Abend und die nächsten Tage eine Regenfront angekündigt war, beschloss ich noch bis nach Lorch zu fahren und dort in den Zug zu wechseln.
Blick nach Bacherach (Bild: Klaus Dapp)Lorchhausen (Bild: Klaus Dapp)
Und es gab auch keine Bahngeschichten zu erzählen. Ich konnte in Wiesbaden in den Zug nach Darmstadt umsteigen und dann noch nach Hause radeln. Nach 620 Kilometern war unsere Tour dann zu Ende.
Letzte Tage sind immer ein bisschen wehmütig. So war es auch dieses mal. Damit die Herzallerliebste notfalls (z.B. bei einem Zugausfall) einen Tag früher fahren kann, haben wir den letzten Tag bewusst kurz geplant.
Von Nassau aus fuhren wir in Richtung Bad Ems der Lahn entlang. In Dausenau kamen wir an einer der Schleusen vorbei, die die Lahn als Bundeswasserstraße für die Binnenschiffahrt und die Stromerzeugung nutzbar macht.
Schleuse Dausenau (Bild: Klaus Dapp)
In Bad Ems ließen wir die Räder stehen und flanierten die Lahn-Promenade entlang. Wir sind wohl nicht ganz das Zielpublikum – aber hatten unseren Spaß Hochzeitsvorbereitungen und schauten von außen in die Spielbank, das Kurhaus und andere Attraktionen des Staatsbades.
Blick auf Bad Ems (Bild: Klaus Dapp)Blick auf die orthodoxe Alexandra Kirche in Bad Ems (Bild: Klaus Dapp)Spielbank in Bad Ems (Bild: Klaus Dapp)
Weiter ging es bis zur Mündung der Lahn in den Rhein in Lahnstein. Dort machten wir eine Pause und schauten uns bei bestem Sommerwetter das Treiben am Ufer an.
Blick auf Schloss Stolzenfels von der Mündung der Lahn in den Rhein (Bild: Klaus Dapp)
Durch den Neubau der Pfaffendorfer Brücke mussten wir eine ziemlich nervige Baustellenumfahrung fahren. Um so mehr freuten wir uns, dass wir am Hotel ankamen und die Räder abstellen konnten. Nach einer erfrischenden Dusche machten wir uns zu Fuß auf in die Stadt und besuchten noch das „Deutsche Eck“ an dem die Mosel in den Rhein fließt.
Die Mosel am Deutschen Eck in Koblenz (Bild: Klaus Dapp)
Blick von der Lahnbrücke auf Nassau (Bild: Klaus Dapp)
Nach dem Frühstück wollen wir noch einen Blick von Oben auf die Burg Runkel werfen und schauten uns dabei die Reste der Burg Schadeck an.
Reste der Burg Schadeck (Bild: Klaus Dapp)Blick von der Burg Schadeck auf die Burg Runkel (Bild: Klaus Dapp)
So inspiriert sausten wir ins Tal und fuhren weiter an der Lahn entlang Richtung Limburg. Beeindruckend war der Wechsel zwischen engen Talabschnitten und Orten an den Hängen. Ein richtiger Hingucker ist die Kirche St. Lubentius in Dietkirchen.
St. Lubentius im Limburger Stadtteil Dietkirchen (Bild: Klaus Dapp)
Wir fuhren unter der Lahntalbrücke der A3 hindurch und erreichten kurz danach die Altstadt von Limburg. Nach der Querung der Lahn stellten wir die Räder ab und machten uns zu Fuß auf den Weg. Das schien uns die bessere Alternative, da wir beobachten mussten, wie ein völlig orientierungsloser aber mit hochmotorisiertem Fahrzeug ausgestatteter Tourist aus den Niederlanden fast einen Radfahrer auf dem Radweg umgefahren hat – und dabei fuhr er gegen die Einbahnstraße und teilweise noch auf dem entgegenkommenden Radweg. Statt sich dann zu entschuldigen legte er den Rückwärtsgang ein und raste mit rauchenden Reifen rückwärts und landete fast in einer Fußgängergruppe… schon irre.
Nach dieser Aufregung schauten wir uns die Altstadt von Limburg an und kauften neuen Proviant. Dabei entdeckten wir die Bäckerei Hensler, die mit ihren traditionellen und besonderen Backwaren wirbt. Und auch wenn sich über die künstlerischen Ambitionen streiten lässt, es war richtig lecker.
Stadthaus in Limburg (Bild: Klaus Dapp)Kornmarkt in Limburg (Bild: Klaus Dapp)
Stadtkirche St. Sebastian in Limburg (Bild: Klaus Dapp)
Und auch die Einzelbadewanne des ehemaligen Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst schauten wir uns nicht an. Im verlinkten Artikel auf Wikipedia ist der Machtmissbrauch und die Verschwendung gut dargestellt. Wir freuten uns dafür lieber über das schöne Fachwerk der alten Vikarie, die bei den ganzen Bauaktivitäten renoviert wurde.
Alte Vikarie in Limburg (Bild: Klaus Dapp)
Nach einer Mittagspause ging es dann weiter der Lahn entlang nach Rheinland-Pfalz.
Letzter Abschnitt in Hessen (Bild: Klaus Dapp)
Auf dem Weg in die Altstadt sahen wir die Skulpturen des Künstlers Alfred Gutsa aus Simbawe zu unterschiedlichen Aspekten des Radfahrens. Die Am Alten Markt in Diez gönnten wir uns einen leckeren Kaffee.
Stürzende Radfahrerin von Alfred Gutsa (Bild: Klaus Dapp)Radfahrer von Alfred Gutsa (Bild: Klaus Dapp)Zugang zur Altstadt von Diez (Bild: Klaus Dapp)
Weiter ging es dann lahnabwärts in Richtung Balduinstein durch das teilweise sehr enge Lahntal.
Lahn vor Balduinstein (Bild: Klaus Dapp)
In Obernhof wechselten wir auf die andere Seite der Lahn. An diesem warmen Sommertag war ich froh, dass es nur noch knapp 10 Kilometer bis Nassau waren. Auf der anderen Lahnseite konnten wir bald von der stärker befahrenen Landesstraße in eine Seitenstraße abbiegen. In Höhe des ehemaligen Friedhofes des Kloster Arnstein machten wir im Schatten eine Pause. Danach überraschte uns die knackige Steigung zum ehemaligen Kloster Arnstein. Auf dem Parkplatz angekommen war es deshalb nicht nur die Neugier auf die Klosteranlage, die uns zu einer Besichtigung motivierte. Besonders dankbar war ich für einen starken Kaffee und einen leckeren selbstgemachten Zuckerschock aus dem Klosterladen der griechisch-orthodoxen Schwesternschaft Heiliges Kloster Dionysios Trikkis & Stagon.
Auffahrt zum Kloster Arnstein (Bild: Klaus Dapp)
Weiter Richtung Nassau ging es dann auf einem teilweise schmalen Weg durch den Wald. Ich musst aufpassen, nicht in Richtung Lahn zu schauen: Es ging teilweise gefühlt senkrecht nach unten und im Weg waren tiefe Längsrisse zu sehen.
In Nassau angekommen stellten wir die Räder ab und schauten uns nach einem guten Abendessen noch etwas in der Stadt um.
Nach einem leckeren Frühstück und bei strahlendem Sonnenschein fuhren wir gemütlich durch die Altstadt von Wetzlar – es gibt also doch angenehmere Wege als der gestern.
Frühstück (Bild: Klaus Dapp)
An der alten Lahnbrücke machten wir noch einen Fotostop.
Alte Lahnbrücke in Wetzlar (Bild: Klaus Dapp)
Und auch ein Bild mit der berühmten Minox musste sein.
Minox Kamera in Wetzlar (Bild: Antje Hammer)
Nach Wetzlar wird das Lahntal deutlich enger und die Lahn verläuft deutlich kurvenreicher.
Blick auf Stockhausen an der Lahn (Bild: Klaus Dapp)
Bei Löhnberg probierten wir am Sauerborn, einer der ältesten regionalen Mineralquellen, das Wasser. Der Name Sauerborn ist schon passend …
Sauerborn Löhnberg (Bild: Klaus Dapp)
Nach kurzem Weg kamen wir am Firmensitz von Selters aus Selters an der Lahn, einem Ortsteil von Löhnberg, vorbei. Das Selterswasser ist sozusagen das Tempo unter den Mineralwassern. Industriegeschichte ist einfach immer wieder spannend.
Firmensitz von Selters aus Selters an der Lahn (Bild: Klaus Dapp)
Die nächste Station war Weilburg. Das kannte ich auch schon beruflich, da der Bund der Steuerzahler sich darüber aufgeregt hat, dass für den Fuß- und Radverkehr eine vernünftige Lösung gefunden wird. Da ich mich verpflichten musste in diesem Blog nichts über meine Arbeits zu schreiben, belasse ich es bei der Feststellung, dass die Fuß- und Radbrücke so rege genutzt wird, dass es selbst in den Sommerferien am Nachmittag schwierig war, sie ohne Personen zu fotografieren.
Fuß- und Radwegebrücke in Weilburg (Bild: Klaus Dapp)
Die Bahnstrecke verläuft unter der Altstadt von Weilburg und verschwindet nach der Lahnquerung in einem schönen Tunnelportal.
Tunnelportal der Lahntalbahn in Weilburg (Bild: Klaus Dapp)
Wir machen uns zu Fuß auf den Weg in die Altstadt und besuchten das Weilburger Schloss.
Schloss in Weilburg von der Lahn aus (Bild: Klaus Dapp)Schloss in Weilburg (Bild: Klaus Dapp)Innenhof des Weilburger Schlosses (Bild: Klaus Dapp)Schlosskirche in Weilburg (Bild: Klaus Dapp)Blick auf den Garten des Schlosses Weilburg (Bild: Klaus Dapp)
Nach so viel Aussicht und Anschauen gönnten wir uns vor der Weiterfahrt noch einen Kaffee und dann ging es zurück zu den Rädern. Das nächste Ziel war das Lahn-Marmor-Museum in Villmar. Sowohl die Geschichte des Museums als auch der Inhalt lohnen sich wirklich anzuschauen. Und vor lauter Schauen habe ich es nicht geschafft, ein schönes Foto für diesen Blog zu machen. Aber dass dort der Marmor abgebaut wurde, den wir aus dem Schloss in Bruchsal und ich aus dem Eingangsbereich des Verkehrsministeriums kenn, habe ich fotografiert.
Lahnmarmor im Lahn-Marmor-Museum in Villmar (Bild: Klaus Dapp)
Und Dank einer Cola hatten ich auch den notwendigen Zucker für die weiteren Kilometer bis Runkel.
Burg Runkel (Bild: Klaus Dapp)
In Runkel erwartete uns eine dumme Überraschung. Bei der Suche einer Übernachtung habe ich nicht genau genug hingeschaut und wir mussten aus dem schönen Lahntal nochmal hoch. Der erste Versuch scheiterte, da uns Passanten glaubhaft versicherten, dass der Weg den wir nehmen wollten über 100 Treppenstufen hat. Da ist wohl die Karte nicht genau genug gewesen. Die Umfahrung war auch noch mit zum Teil 25% Steigung für uns zu steil zum Fahren. Als wir dann ziemlich fertig an der Unterkunft ankamen, entschädigte der Blick über die Landschaft ein bisschen.
Blick oberhalb von Runkel (Bild: Klaus Dapp)
Leider wäre das Abendessen fast an Personalmangel gescheitert … aber als wir dann nach langer Wartezeit und deutlich hörbar knurrendem Magen ein leckeres Abendessen bekommen hatten, hatte der interessante Tag auch einen schönen Ausklang.