Archiv der Kategorie: Allgemein

Rollenwechsel (1.563 km)

Endlich auch mal hinten fahren (Bild: Klaus Dapp)
Endlich auch mal hinten fahren (Bild: Klaus Dapp)

20 Monate nach dem Unfall darf die Herzallerliebste wieder selber Rad fahren. Ich finde keine Worte, um ihre Begeisterung auszudrücken. Wieder ein Stück Lebensqualität zurück.

Heute haben wir uns dann nach unserer Tour am Vormittag aufgemacht, um noch eine Runde zu drehen, bei der die Herzallerliebste nicht „nur“ mitfährt.

Auf einem leeren Parkplatz konnte Sie dann mal spüren, warum ich beim Anfahren immer „eiere“ und wie sich das Pino so bewegt – und wie angenehm der elektrische Rückenwind ist.

Herzallerliebste beim Posen mit dem Pino (Bild: Klaus Dapp)
Herzallerliebste beim Posen mit dem Pino (Bild: Klaus Dapp)

Und selbst beim Posen mit dem Pino war zu spüren, dass das Selberfahren Spaß macht … als sie mich dann mal vorne sitzend probeweise auf den Ständer hochgebockt und runtergelassen hat, hat sie dann schnell verstanden, dass das manchmal etwas „ruppig“ geht.

Fahrt mir Airbag (Bild: Klaus Dapp)
Fahrt mir Airbag (Bild: Klaus Dapp)

Ich habe dann eine Runde mit dem neuen Modell des Fahrrad-Airbags Hoevding gedreht. Es ist schon ein ganz anderes Gefühl als mit Helm auf. Allerdings für so dünnhaarige wie mich, hat der Helm den Vorteil, dass der Kopf Schatten hat. Dafür ist der Airbag nur als „dicker Hals“ zu sehen.

Ich freue mich, dass die Herzallerliebste ihn gut findet und trägt. Schade, dass der Airbag nur mit „normalen“ Rädern benutzt werden kann.

Gesamtstrecke: 10.16 km
Maximale Höhe: 243 m
Minimale Höhe: 210 m
Herunterladen

Grenzerfahrung (1.553 km)

Geschlossene Grenze bei Rodersdorf (Bild: Klaus Dapp)

Bei tollem Wetter haben wir unseren kleinen Vatertagsausflug gemacht … und wurden dabei unfreiwillig mit der Corona-Grenzschließung konfronitiert.

Während wir auf einer schweizer Radroute gemütlich durch die Felder nach Frankreich fuhren, endete die Fahrt dann bei der Wiedereinreise in die Schweiz. Der Grenzübergang nach Rodersdorf war einfach geschlossen.

Das gute daran war, dass auf den Straßen kaum Autos unterwegs waren. In Leymen (Frankreich) war sogar ein kleiner Laden offen und wir konnten unser Mittagessen ergänzen.

Unser symbolisches Dreiländereck mit Brot aus der Schweiz, Ziegenkäse aus Frankreich und Nachtisch aus Deutschland (Bild: Klaus Dapp)
Unser symbolisches Dreiländereck mit Brot aus der Schweiz, Ziegenkäse aus Frankreich und Nachtisch aus Deutschland (Bild: Klaus Dapp)
Bio-Ziegenkäse der Domaine du Geissberg aus Biederthal (Bild: Klaus Dapp)
Bio-Ziegenkäse der Domaine du Geissberg aus Biederthal (Bild: Klaus Dapp)

Auch wenn wir nicht wie geplant nach Biederthal gekommen sind – wir hätten durch Rodersdorf ca. 1,5 Kilometer wieder durch die Schweiz gemusst – hatten wir so wenigsten den Käse von dort. Die Straßenbahn von Basel nach Rodersdorf fährt zwar weiter durch Leymen und hält dort an, die Türen werden aber nicht aufgemacht.

Besonders kurios war die Situation vor Flüh, als wir vor der Grenze in de Schweiz nach Basel abbogen und damit mit dutzenden anderen Menschen auf Rädern, Inline-Skatern, zu Fuß oder per Pferd unter den Blicken der Grenzwache, die den Eingang nach Flüh auf der Straße bewachte, auf Wirtschaftswegen über die grüne Grenze wieder in die Schweiz fuhren.

Geschlossene Grenze bei Rodersburg mit unserem Pino mit Europafähnchen (Bild: Klaus Dapp)
Geschlossene Grenze bei Rodersburg mit unserem Pino mit Europafähnchen (Bild: Klaus Dapp)

Ich habe eigentlich gehofft, dass meine Grenzerfahrungen mit der deutschen Einheit zu ende sind. Da habe ich mich leider wohl ziemlich getäuscht. Aber ich hoffe, dass der Spuk Mitte Juni wieder vorbei ist und sich so etwas nicht mehr wiederholt.

Gesamtstrecke: 37.61 km
Maximale Höhe: 342 m
Minimale Höhe: 218 m
Herunterladen

Endlich wieder zusammen (1.513 km)

Zusammen vor der Hochhauskulisse von Basel (Bild: Klaus Dapp)
Zusammen vor der Hochhauskulisse von Basel (Bild: Klaus Dapp)

Nach mehr als zwei Monaten konnten wir uns endlich wiedersehen. Nachdem die Staaten im Schenenraum – und allen voran der deutsche Innenminister Horst Seehofer – der Meinung waren, dass sich Viren an Nationalgrenzen orientieren, konnten noch nicht einmal verheiratete Paare über die Grenze und unverheiratete schon gar nicht.

Seit dem 16. Mai 2020 geht das offizeill wieder – mit einer Selbstdeklaration, dass die Beziehung schon vor März 2020 begonnen wurde und dass der/die Unterzeichnende die Corona-Regelungen einhält.

Ich habe am 15. Mai die Medieninformation des Bundesrates live verfolgt und nachdem klar war, dass es die neue Regelung gibt, habe ich einen Zug rausgesucht, mit dem ich pünktlich nach Basel gekommen bin. Ich war dann wohl einer der ersten, der die neue Regel genutzt hat. Die Grenzwache verabschiedete mich, mit „genießen Sie es“. Das waren genau die richtigen Worte.

Heute Morgen haben wir dann erst einmal einen Spaziergang gemacht und dann mit dem Pino eine kleine Ausfahrt gemacht.

Die Herzallerliebste bei einer kurzen Pause (Bild: Klaus Dapp)
Die Herzallerliebste bei einer kurzen Pause (Bild: Klaus Dapp)

Das Gefühl wieder gemeinsam unterwegs zu sein, war großartig. Und das Europafähnchen flatterte gut sichtbar im Fahrtwind – ich hoffe, dass Europas Politikerinnen und Politiker begreifen, dass das reflexhafte Schließen der Grenzen kein sinnvoller Beitrag zur Bekämpfung der Corona-Pandemie war.

Gesamtstrecke: 12.86 km
Maximale Höhe: 336 m
Minimale Höhe: 241 m
Herunterladen

HP Velotechnik gewinnt fast das Double (9.862 km)

Mitarbeiter von HP Velotechnik Konzentriert am Arbeiten (Bild: HP Velotechnik)
Harald Heckmann konzentriert am Arbeiten (Bild: HP Velotechnik)

Ich finde da können die Krifteler stolz drauf sein: Im deutschlandweiten HändlerInnenranking des Verbundservice und Fahrrad (VSF) erzielte HP den ersten Platz bei den Spezialradherstellern und den zweiten Platz unter den 22 Herstellern. Das bestätigen auch die völlig unrepräsentativen Rückmeldungen meiner Radhändler – und meinen Eindruck bei den Besuchen vor Ort.

Daniel Pulvermüller, einer der beiden Gründer von HPVELOTECHNIK, freut sich über das „Riesenkompliment“ und ergänzt in der Pressemitteilung von HP: „Das Schönste an dem Ergebnis für HP VELOTECHNIK ist, dass sich Anstrengungen, die man auf lange Sicht und abteilungsübergreifend angelegt hat, in einem so unbestechlichen Bewertungswerkzeug wie dem VSF-Ranking widerspiegeln. Und gerade, wenn sich eine Entwicklung über längere Zeiträume nachvollziehen lässt, spricht das für die Objektivität.“

Und was sicher auch für HP ganz wichtig ist … die Radläden haben wieder offen und dürfen verkaufen.

Ich hoffe, dass HP nicht zu sehr unter Corona leidet. Einerseits haben die Läden genau zum Start der Saison zugehabt, dann ist auch noch die SPEZI ausgefallen und viele Menschen haben nicht das Glück auf einem festen Arbeitsplatz mit vollem Verdienst zu sitzen – das macht dann auch Kaufentscheidungen schwerer.

Ja wo fliegen sie denn? (9.823 km)

Flug AI125 von Mumbai nach Frankfurt am Main kurz vor der Landung (Bild: Klaus Dapp)
Flug AI125 von Mumbai nach Frankfurt am Main kurz vor der Landung (Bild: Klaus Dapp)

Nach den Berichten dass der Flugverkehr durch die Reiseverbote um 90% eingebrochen ist, wollte ich mir das einmal live anschauen. Also bin ich von Darmstadt aus aufgebrochen und durch den Frankfurter Stadtwald zur Startbahn West des Flughafens gefahren.

Die Fahrt war beeindruckend. Während ich mich oft gefragt habe, warum Menschen in der Einflugschneise Erholung suchen, war die Fahrt ganz anders. Das lauteste Geräusch waren die Vögel. Selbst auf den Straßen war so wenig los, dass selbst Kinderlachen deutlich zu hören war. So etwas habe ich im Kern des Rhein-Gebiets noch nicht erlebt.

Ende der Startbahn West am Frankfurter Flughafen (Bild: Klaus Dapp)
Ende der Startbahn West am Frankfurter Flughafen (Bild: Klaus Dapp)

So stand ich dann am Ende der Startbahn West und brauchte einige Zeit um zu begreifen, was los war: Nichts. Ich bin dann noch an der Landebahn entlanggefahren, um ein Blick auf das Flughafengelände zu bekommen. Und in einer halben Stunde gab es nur ein Flugzeug zu sehen – ansonsten wird im Minutenabstand gestartet und gelandet, so dass rung 100 Flugbewegungen pro Stunde möglich sind.

Blick auf das Flughafengelände in Frankfurt von der Startbahn West aus (Bild: Klaus Dapp)
Blick auf das Flughafengelände in Frankfurt von der Startbahn West aus (Bild: Klaus Dapp)
Gesamtstrecke: 51.16 km
Maximale Höhe: 105 m
Minimale Höhe: 37 m
Herunterladen

Endlich wieder im Liegen unterwegs (9.743 km)

Radweg an der Landesstraße (Bild: Klaus Dapp)
Blick nach vorne (Bild: Klaus Dapp)

Eigentlich wollte ich mit der Herzallerliebsten unterwegs sein … Dank Corona (und der Tourismusbranche in Ischgl und anderen Vollpfosten in Tirol) wird das wohl länger nichts.

Deshalb bin ich heute endlich mal wieder mit dem Grasshopper unterwegs gewesen. Es war richtig klasse. Leider macht sich das lange rumstehen beim Grasshopper und mir bemerkbar. Beim Grasshopper ist die Kette deutlich hörbar … und ich spüre mein Knie.

Stiefmütterchen (Bild Klaus Dapp)
Stiefmütterchen (Bild Klaus Dapp)

Bleibt gesund! Ich freue mich schon auf gemeinsame Touren mit der Herzallerliebsten.

30 Minuten für mehr Überblick (1.213 km)

Pino mit neu montierter Halterung am Lenker (Bild: Klaus Dapp)
Pino mit neu montierter Halterung am Lenker (Bild: Klaus Dapp)

Oft sind es Kleinigkeiten, mit denen sich gute Produkte doch noch deutlich verbessern lassen. Eine solche Kleinigkeit konnte ich heute mit Hilfe von Herrn Ruf (http://www.einzelrad.de) in einer knappen halben Stunde am Pino erledigen. So lange bzw. kurz hat es gedauert, bis die neue Display-Halterung montiert war. Ein großes Lob an Hase! Die Kabel waren alle mit der notwendigen Reserve verlegt, so dass der Umbau wirklich keine große Aktion war.

Jetzt habe ich einen freien Blick auf das Display und kann auch bei angehängtem Wassersack und bei nicht optimalen Lichtverhältnissen die Informationen ablesen. Mir geht es da weniger um „Sportdaten“ sondern eher um lebenspraktische Fragen wie die noch verfügbare Reichweite der elektrischen Unterstützung. Wieder ein bisschen mehr Spaß beim Radfahren.

Neue Homepage von HP Velotechnik (9.722 km)

Homepage von HP Velotechnik (Screenshot vom 1.1.2020)
Homepage von HP Velotechnik (Screenshot vom 1.1.2020)

Da habe ich so lange auf die neue Internetseite von HP-Velotechnik gewartet … und sie dann heute zufällig entdeckt. Unter der (für mich neuen) Adresse https://www.hpvelotechnik.com/de/ lässt sich die ganze Welt der HP Liegeräder anschauen.

Ich finde die Seite sehr übersichtlich und sie funktioniert auch auf unterschiedlichen – und vor allem auf mobilen Geräten – richtig gut. Ich wünsche mit, dass es HP damit gelingt, noch mehr Menschen für das Liegeradeln zu begeistern.

Neues von der Buchmesse (1.177 km)

Messestand der Generation Riesling auf der Frankfurter Buchmesse (Bild: Klaus Dapp)
Messestand der Generation Riesling auf der Frankfurter Buchmesse (Bild: Klaus Dapp)

Das Spektrum der Frankfurter Buchmesse ist eigentlich kaum zu beschreiben. Ich wollte mich nach neuen Radtourenführern erkundigen. Aber natürlich habe ich auch geschaut, was es noch so gibt.

Da der Buchhandel auch verstärkt Geschenke ins Sortiment nimmt und dem Bereich Kochbücher und Genießen eine ganze Zone war, habe ich mich nur ein bisschen darüber gewundert, dass es auch Kochshows und Wein gibt. Der Stand der Generation Riesling, ein Projekt junger Winzerinnen und Winzer, war besonders fahrradaffin. Das Personal hatte auch ernsthaft Ahnung, was sie da ausschenkten und die Stimmung am Stand war ganz sicher nicht nur wegen des Alkohols sehr gut.

Stand des Esterbauer-Verlags (Bild: Klaus Dapp)
Stand des Esterbauer-Verlags (Bild: Klaus Dapp)

Am Stand des Esterbauer Verlags habe ich mir die geplanten neuen Radtourenbücher und die Neuauflagen angeschaut. Es ist schon beeindruckend, welche Routen inzwischen in Europa bestehen. Ich finde die bikeline-Radtourenbücher auf Grund der Kombination von Karte und Hinweisen auf Sehenswürdigkeiten sehr gut. Die Routenbeschreibung lese ich kaum noch, seit ich ein GPS-Gerät habe. Da sind für mich eigentlich nur die Hinweise auf schlecht befahrbare Abschnitte interessant.

Dem trägt der Verlag Rechnung, indem zukünftig eine zweite Reihe aufgelegt wird, die quasi als Taschenbuch herauskommen soll. Dabei wird auf die Routenbeschreibung verzichtet und mit dem Format von 12 x 12 cm wird ein Büchlein herausgebracht, das sich wesentlich einfacher und damit kostengünstiger produzieren lässt als die bikeline-Bücher mit Spiralbindung. Das ermöglicht es dann auch, für regionale Wege ein Angebot zu schaffen, für das die bikeline-Bücher viel zu umfangreich wären. Leider konnte wegen Problemen mit der Druckerei noch kein Beispiel gezeigt werden. Ich bin gespannt, die neue Serie ein Erfolg wird.

Kompass Fahrradführer und Fahrrad-Tourenkarte (Bild: Klaus Dapp)
Kompass Fahrradführer und Fahrrad-Tourenkarte (Bild: Klaus Dapp)
Innenseiten von Kompass Fahrradführer und Fahrrad-Tourenkarte (Bild: Klaus Dapp)
Innenseiten von Kompass Fahrradführer und Fahrrad-Tourenkarte (Bild: Klaus Dapp)

Auch bei Kompass bekommt der klassische Fahrradführer mit Wegbeschreibung Konkurrenz. Hier ist es die Tourenkarte, die ein langes Leporello ist, so dass tatsächlich die gesamte Tour in Abschnitten auf einem langen Stück zu sehen ist. Dabei kann das Leporello auch so gefaltet werden, dass der Kartenausschnitt das gewohnte Format hat. Auf der Rückseite werden die Sehenswürdigkeiten usw. erläutert. Auf eine Wegbeschreibung wird verzichtet. Auch hier ist das Leporello ca. 30% günstiger als der Fahrradführer mit Spiralbindung. Außerdem ist die Tourenkarte leichter. Ich finde auch das einen interessanten Ansatz.

Demonstration der wasserfesten Karten des Verlags grünes herz (Bild: Klaus Dapp)
Demonstration der wasserfesten Karten des Verlags grünes herz (Bild: Klaus Dapp)

Etwas überrascht hat mich die Entdeckung des Verlages grünes herz aus Thüringen. Der stellt seit 1992 Radkarten – teilweise in Zusammenarbeit mit dem ADFC – her. Diese sind in der wasserfesten Version nicht auf Papier laminiert sondern vollständig aus Kunststofffolie. Das hat einmal den Vorteil, dass sie sich recyceln lassen, andererseits, dass sie deutlich leichter sind. Kartenbild und -inhalte sind auf den Radverkehr ausgelegt und enthalten alle wichtigen Informationen (Steigungen, Belag, hohe Kfz-Belastung von Straßen usw.). Ich muss zugeben, dass ich von dem Verlag vorher noch nie etwas gesehen habe.

Einen anderen Weg in die Zukunft geht der Kartenhersteller freytag & bermdt mit einer eigenen App. In der Basisversion soll sie kostenlos sein und sich durch Werbung finanzieren. Eine zukünftige Premiumversion soll dann werbefrei sein. Ich bin gespannt, ob sich diese App gegenüber den anderen Konzepten und Anbietern wie Komoot, outdooraktive oder openstreetmaps behaupten kann. Inhalte sollen durch die Zusammenarbeit mit regionalen Institutionen (Tourismusverbände usw.) gewonnen werden.

Die Digitalisierung und die Altersentwicklung führen zu sehr unterschiedlichen Anforderungen. Während die einen gerne am bewährten Printmedium mit Wegbeschreibung festhalten, wollen die anderen gerne das sowieso mitgeführte Mobiltelefon nutzen. Ich bin gespannt, wie sich die Angebote weiterentwickeln.

Eurobike 2019 (9.643 km)

Allradfahrzeug von Ruff Cycles aus Regensburg (Bild: Klaus Dapp)
Allradfahrzeug von Ruff Cycles aus Regensburg (Bild: Klaus Dapp)

Die Eurobike hat auch 2019 wieder einmal gezeigt, dass Radfahren viele Facetten hat. Während auf dem Freigelände unter anderem die BMXer in der Gegend rumgesprungen sind und von manchem Hersteller deutlich gemacht wurde, dass beim Radfahren Klimaschutz keine Rolle spielt, gab es vom biederen Hollandrad bis zum Campinganhänger für das Rad eine Menge zu sehen.

Ich habe diesmal mein Brompton Faltrad im Zug mitgenommen – eine weise Entscheidung, da wie so oft auf der Hochrheinbahn mal wieder einer von zwei Triebwagen ausfiel. Dementsprechend voll war es dann. In Friedrichtshafen konnte ich gemütlich am Messestau vorbeiradeln. So kam ich gut gelaunt an der Messe an.

Dort traf ich dann am Eingang das Team von Fahrrad Claus, die mehrere Tage auf der Eurobike waren und ein volles Programm hatten.

Schaufensterpuppe mit besonders aerodynamischer Kleidung (Bild: Klaus Dapp)
Schaufensterpuppe mit besonders aerodynamischer Kleidung (Bild: Klaus Dapp)

Ich bin diesmal bewusst nicht zuerst zu meinen „üblichen“ Ständen gegangen, sondern habe mal in die anderen „Ecken“ geschaut. Für meine Figur sicher völlig ungeeignet ist die besonders aerodynamische Kleidung. Warum es nicht gelingt, gelbe Jacken mit schwarzem Rand zu machen, konnte ich auch dieses mal wieder nicht klären. Witzig fand ich Ideen wie einen Campinganhänger für das Fahrrad und einen Grill für den Lenker.

Campinganhänger für Fahrräder (Bild: Klaus Dapp)
Campinganhänger für Fahrräder (Bild: Klaus Dapp)
Grill für den Lenker (Bild: Klaus Dapp)
Grill für den Lenker (Bild: Klaus Dapp)

Wirklich ernst gemeint ist ein Helm mit eingebauten, per Smartphone gesteuertem Blinker und Bremslicht.

Helm mit Blinker (Bild: Klaus Dapp)
Helm mit Blinker (Bild: Klaus Dapp)

Absolutes „Gadget-Highlight“ ist aber eine Brille, in die alle (vermeintlich) wichtigen Daten zur Fahrt eingeblendet werden.

Datenbrille für das ambitionierte Radfahren (Bild: Klaus Dapp)
Datenbrille für das ambitionierte Radfahren (Bild: Klaus Dapp)

Schließlich schaute ich mir aber auch die spannenden Liegerad-Neuheiten an. Am Velomobilstand wurde auch das Projekt Pony4 vorgestellt. Pony4 ist ein Gemeinschaftsprodukt der Firmen KATAGANA s.r.o Brno/CZ, VELOMO GmbH in Weida/D und FLEVO in Lübeck/D. Ich finde es spannend, dass sich hier Spezialfirmen zusammentun und gemeinsam ein neues Konzept angehen. Leider war nur gucken mit den Augen erlaubt. Ich wäre gerne mal eine Testrunde gefahren. Mal sehen, ob es auf der Spezi klappt.

Pony4 Erlkönig (Bild: Klaus Dapp)
Pony4 Erlkönig (Bild: Klaus Dapp)

Hase hat sich für 2020 viele Detailverbesserungen an den unterschiedlichen Modellen ausgedacht. Die Ankündigung „2020 ist ein Schaltjahr“ greift das sehr schön auf. Für das Pino ist eine neue und stärkere Tektro Bremse angekündigt. Außerdem hat sich Hase etwas einfallen lassen, damit das Display für die elektrische Unterstützung nicht mehr unten am Lenker angebracht werden muss. Diese Lösung hat den Nachteil, dass das Ablesen in fast einem Meter Abstand eine gute Sehkraft benötigt und bei einer Montage eines Wassersacks das Display verdeckt wird. Was mich am meisten freut, die neue Halterung ist nachrüstbar und mit unserem Radhändler habe ich schon ausgemacht, dass wir das nach der Händlerschulung im November in Angriff nehmen.

Neue Displayhalterung von Hase (Bild: Klaus Dapp)
Neue Displayhalterung von Hase (Bild: Klaus Dapp)

Auch bei HP Velotechnik standen die Dreiräder im Vordergrund. In der „Zweiradecke“ gab es die neuen Neodrives Motoren in Kombination mit der Pinion-Schaltung zu sehen. Mit Heike Truppel, dem Online-Marketing-Manager von HP, habe ich gemütlich gefachsimpelt. Spannend – für mich als Getriebefan aber nicht so überraschend – war die Entwicklung der Verkaufszahlen von Rohloffschaltung und Pinionschaltung. Entgegen der Erwartungen ging der Verkauf der Rohloff-Schaltungen nicht zurück. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass es etliche Menschen gibt, die in Ergänzung zum Nabenmotor auch noch das Geld in die Hand nehmen und sich eine Pinionschaltung leisten.

Streetmachine auf der Eurobike (Bild: Klaus Dapp)
Streetmachine auf der Eurobike (Bild: Klaus Dapp)
Blick auf die "Einspurerecke" des Eurobike-Standes von HP Velotechnik (Bild: Klaus Dapp)
Blick auf die „Einspurerecke“ des Eurobike-Standes von HP Velotechnik (Bild: Klaus Dapp)

Zum Schluss war ich vom vielen Schauen wieder richtig müde und ließ mir bei Schmidts Nabendynamo den toll fotografierten neuen Katalog zeigen. Bei Rohloff habe ich mir den Hinterbau für das Brompton mit Rohloffnabe angeschaut – der hatte einen ziemlich starken „haben will“-Faktor. Und natürlich habe ich mir auch viele unterschiedliche Lastenräder angeschaut. Die Auswahl ist überwältigend und etliche Konzepte sind vielversprechend. Das Spektrum reicht vom Schwerlastfahrzeug bis zur Ergänzung eines „normalen“ Rades. Ich bin gespannt, was davon auch wirklich auf den Straßen auftaucht. Was mich am meisten gefreut hat, dass es immer noch viele spannende alltagstaugliche Ideen für den Radverkehr gibt und durch die elektrische Unterstützung und die Spezialräder immer mehr Menschen die Möglichkeit haben, mit dem Rad unterwegs zu sein.

Lastenrad / Sackkarren Vorbau (Bild: Klaus Dapp)
Lastenrad / Sackkarren Vorbau (Bild: Klaus Dapp)