Archiv für den Monat: März 2015

Wer horcht denn da? Ausflug nach Mainz über Leeheim (608km)

Blick nach Mainz von der (hessischen) Mainspitze (Bild: Klaus Dapp)

Blick nach Mainz von der (hessischen) Mainspitze (Bild: Klaus Dapp)

Eigentlich müsste die Überschrift ja „vom Winde verweht heißen“. Orkan „Niklas“ war im Anzug und ich kam auf die Idee, von Darmstadt aus Richtung Westen durch das hessische Ried zu fahren. Das hatte den Vorteil, dass ich nicht im Wald unterwegs war, und den Nachteil, dass ich fast ständig Gegenwind hatte. Eigentlich ist Gegenwind beim Liegerad ja nur ein kleines Problem – das war heute deutlich anders. Teilweise bin ich auf der ebenen Strecke nur mit 10 km/h vorangekommen. Und der Trainingseffekt war damit deutlich größer als erwünscht. Aber ich habe auf dem Weg wieder Einiges gelernt.

Blick über das hessische Ried (Bild: Klaus Dapp)

Blick über das hessische Ried (Bild: Klaus Dapp)

Europaradweg R6 am Rhein in Hessen (Bild: Klaus Dapp)

Europaradweg R6 am Rhein (Bild: Klaus Dapp)

Überrascht war ich über die „großen Ohren“ in Leeheim. Im Gegensatz zum Dagger-Komplex in nahen Giesheim ist hier nicht die NSA tätig, sondern die Bundesnetzagentur. Sie betreibt dort die Messstelle für Weltraumfunkdienste. Dort werden das Frequenzspektrum dieser Funkdienste überwacht und die Ursachen von Störungen ermittelt.

Messstelle für Weltraumfunkdienste in Leeheim (Bild: Klaus Dapp)

Messstelle für Weltraumfunkdienste in Leeheim (Bild: Klaus Dapp)

Auf dem weiteren Weg nach Mainz musste ich wegen eines kräftigen Regengusses 10 Minuten unterstehen. Da der Wind so stark war, bin ich trotz eines nur kleinen Dachüberstandes trocken geblieben.

Anrückender Regenguss am Rhein (Bild: Klaus Dapp)

Anrückender Regenguss am Rhein (Bild: Klaus Dapp)

Regenpause am Pumpwerk (Bild: Klaus Dapp)

Regenpause am Pumpwerk (Bild: Klaus Dapp)

Nach dieser Unterbrechung und zwei Energieriegeln bin ich dann am Rhein entlang Richtung Mainz gefahren und von Mainz mit dem Zug zurück nach Darmstadt. Der anschließende Mittagsschlaf war wunderbar.

Blick auf den Rhein (Bild: Klaus Dapp)

Blick auf den Rhein (Bild: Klaus Dapp)

Und so sieht das auf der Karte aus:

volle Distanz: 55.49 km
Maximale Höhe: 168 m
Minimale Höhe: 82 m
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Termine 2015 (549km)

Ein Spezialrad, das ausnahmeweise nicht ausprobiert werden kann

Ein Spezialrad, das ausnahmeweise nicht ausprobiert werden kann (Bild: Klaus Dapp)

Spezialradmesse SPEZI 2015 am 25./26. April 2015

Gestern ist der Flyer zur Spezialradmesse SPEZI am 25./26. April 2015 erschienen. Die inzwischen 20. SPEZI wird sicher wieder ein großartiges Erlebnis – der Weg nach Germersheil lohnt auf jeden Fall. Und ich bin gespannt, welche lustigen Bilder es beim Rückblick gibt … ich sehe im Geiste schon die Pilotenbrillen und Schnauzbärte vor mir 🙂

Tag der offenen Tür bei HP Velotechnik am 27. Juni 2015

Heute hat mir HP Velotechnik bestätigt, dass der diesjährige Tag der offenen Tür am 27. Juni stattfindet – und seit heute steht die Information auch auf der Homepage:

„Der Tag der offenen Tür hat bei HP Velotechnik bereits Tradition. Alle interessierten Liegradfreunde und solche, die es werden wollen, können sich am Samstag, den 27.06.2015 wieder auf ausgiebiges Probefahren auf Zwei- und Dreirädern, informative Führungen durch die Liegeradmanufaktur sowie spannende Multimedia-Vorträge freuen. Dazu kommt ein kurzweiliges Rahmenprogramm: Der Regionalpark Rhein-Main ist mit dem Infomobil vor Ort und gibt Tipps zum „Urlaub vor der Haustür“, Kinder können an einem Malwettbewerb mit attraktiven Preisen teilnehmen, es gibt Leckeres vom Crêpe-Stand sowie kostenlos alkoholfreie Getränke.
Los geht es ab 10:00 Uhr auf dem Gelände der HP Velotechnik Liegeradmanufaktur an der Kapellenstraße 49 in 65830 Kriftel.

Wir freuen uns schon jetzt über eine unverbindliche Voranmeldung per E-Mail an mail(at)hpvelotechnik.com, um den Tag besser planen zu können.“

EUROBIKE 2015 am 29. August 2015 in Friedrichshafen am Bodensee

Ende August lockt die EUROBIKE am Bodensee mit den Neuigkeiten für 2016. Wer sich nicht von teilweise sehr aufgetakelten Ständen abschrecken lässt, findet hier am Publikumstag viele kompetente Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner auch für Detailfragen nach Ersatzteilen für Komponenten usw..

Wer per Bahn kommt, braucht für den Bustransfer die Nerven, einfach mal einen der vollen Busse fahren zu lassen – es kommt dann (meist) noch einer.

Ein ganz wichtiger Hinweis – wer am Eingang nicht lange warten will, besorgt sich sein Ticket vorher im Internet (auch wenn es Arbeitsplätze kostet…).

 

DAS FAHRRAD. Kultur, Technik, Mobilität (504 km)

Ausstellungen zur Geschichte des Fahrrades gab und gibt es einige. Die Sonderausstellung „DAS FAHRRAD. Kultur, Technik, Mobilität“ des Hamburger Museums der Arbeit vom 9.5.2014 bis 1.3.2015 war auf jeden Fall sehenswert. Sie gab einen guten Überblick über die technische Entwicklung und zeigte Verknüpfungen zur gesellschaftlichen Entwicklung auf. So wurde u. a. erläutert wieviele Monate eines Durchschnittsverdienstes ein Fahrrad kostet oder dass das Fahrrad einen Individualverkehr erst möglich gemacht hat.

Bei einer guten Ausstellung ist es sicher nicht einfach, einen ebenso guten Katalog zu machen. Der hat einerseits die Aufgabe, dem Besucher der Ausstellung vertiefte Informationen zu geben, und andererseits soll er auch für sich stehen, ohne ein Lehrbuch zu sein.

Beide Aufgaben erfüllt der Katalog „DAS FAHRRAD. Kultur, Technik, Mobilität“ (ISBN 978-3-88506-041-3, 24,90 Euro) hervorragend. Die verwendeten großformatigen Bilder greifen die Ausstellung auf und erweitern die Eindrücke deutlich. Sie machen deutlich, was jemand verpasst hat, der nicht in der Ausstellung war. Da ein Großteil der Räder aus dem Bestand des Fahrradmuseum in Bad Brückenau stammt, ist das vielleicht auch eine Anregung zum Besuch dieses Museums.

Der begleitende Text vertieft die Themen, in sehr interessanten Beiträgen. Diese lassen sich gut lesen, sind umfangreich bebildert und gehen deutlich über die Texte in der Ausstellung hinaus.

Inhaltlich wäre es aus meiner Sicht noch spannend gewesen, etwas mehr auf die unterschiedlichen Spezialradsektoren einzugehen. Das ist allerdings sicher kein leichtes Unterfangen bei der wirklich extremen Breite der Entwicklungen.Neben der Frage der gesellschaftlichen Verknüpfung der Entwicklung wäre auch eine umfangreichere Darstellung der Abhängigkeiten von Fertigungsverfahren bzw. Werkstoffen und der Entwicklung spannend gewesen. Es gibt also noch Themen für Ausstellungen und Bücher.

Trotz dieser Kritelei: Ich würde auf jeden Fall wieder in die Ausstellung gehen und der Katalog hat einen festen Platz im Regal, damit ich ab und an darin blättern kann.

Abschied vom Ostrad – letzte (gemeinsame) Fahrt

Ostrad im Darmstädter Hauptbahnhof

Letzte Fahrt mit dem Ostrad am Darmstädter Hauptbahnhof (Bild: Klaus Dapp)

Und dann bin ich doch wehmütig geworden. Da habe ich das Ostrad noch einmal aufgepumpt, Alle Ersatzteile und den Streamer an den Sitz geschnürt und habe auf dem Weg zum Bahnhof noch einmal die Federung genossen. Es ist einfach das Sofa unter den Liegerädern.

Aber ich bin doch froh, dass sich noch jemand gefunden hat, der Zeit, Werkstatt und Energie hat, dem Ostrad wieder Leben einzuhauchen. Deshalb bin ich an diesem Märzmorgen früh gestartet, um nach Uelzen zu fahren und das Rad zu übergeben.

Die Deutsche Bahn ist leider wieder ihrem schlechten Ruf gerecht geworden … die Abreise scheiterte erst einmal daran, dass der Zug – in dem ich einen Platz für das Rad reserviert hatte – ohne Fahrradwagen nach Darmstadt kam. Aber offensichtlich lohnt es sich manchmal, die kalte Wut nicht direkt loszuwerden. Das Team im Servicecenter hat sich wirklich um mich gekümmert und bei der Transportleitung überprüfen lassen, ob im Zug zwei Stunden später ein Fahrradplatz vorhanden ist. Nachdem das geklärt war, habe ich dann zwei Stunden im Reisezentrum verbracht … und sogar einen Kaffee bekommen. Wie gut, dass ich den aktuellen Brenner-Krimi von Wolf Haas dabei hatte. Brennerova ist wieder ein richtiger Kracher.

Ostrad im Fahrradabteil

Ostrad im Fahrradabteil (Bild: Klaus Dapp)

Dann ging es endlich los. Die Übergabe war für den Bahnhof Uelzen geplant und nach einer kurzen Diskussion, ob das Rad im fast leeren Fahrradabteil einfach quer hingestellt werden kann, kam ich dort auch gut an. Nachdem ich es mit zwei Gurten festgebunden habe, waren alle Bedenken zerstreut.

Und ich glaube jetzt, ich habe das Rad wirklich in gute Hände gegeben. Die neue Besitzerin war schon begeistert, dass es ohne Probleme ins Auto gepasst hat. Und ich habe von ihr auf der Weiterfahrt auch schon eine SMS bekommen, dass es sich gut fährt … und ich wünsche, dass es das noch lange tut. Dann habe ich wenigstens kein schlechtes Gewissen, dass ich es nicht selber wieder renoviert habe.

Hundertwasserbahnhof Uelzen

Hundertwasserbahnhof Uelzen (Bild: Klaus Dapp)

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