Archiv für den Monat: Juni 2018

Rhône-Saône-Rhin – Tag 0: Die Vorbereitung (7.729 km)

Eigentlich war alles klar. Beim letzten Urlaub haben wir in Bordeaux die Véloroute des Deux Mers vom Atlantik zum Mittelmeer gesehen und beschlossen, dass das sicher sehr spannend ist. Im Frühjahr begannen wir mit ersten Vorbereitungen als uns die Nachricht erreichte, dass die französische Staatsbahn SNCF die Mitnahme von Fahrrädern in den TGV-Zügen zwischen Basel bzw. Straßburg und Paris pünktlich zu Beginn der Fahrradsaison eingestellt hat. Aus den vier Klappsitzen wird jetzt ein Businessabteil. Als Alternative verweist die SNCF auf den Nahverkehr … aus statt rund drei Stunden hätte das nach Paris acht Stunden gedauert und wäre mit mehrfachem Umsteigen verbunden gewesen. Darüber hinaus kann im Nahverkehr nicht reserviert werden. Mit etwas Pech würde sich die Reise schnell um weitere Stunden verlängern.

Nicht nur wir haben uns darüber sehr geärgert. In Frankreich gab es sogar eine Petition, bei der schnell Tausende Radfahrende unterschrieben haben. Aber offensichtlich braucht es erst brennende Barrikaden.

Also planten wir um und beschlossen die Zugfahrt in Frankreich so kurz wie möglich zu halten und möglichst mit dem Rad komplett zurückzufahren. Nach etwas Recherche war klar, dass wir halbwegs erträglich bis nach Avignon kommen. Dann bastelten wir die Radroute zusammen. Damit nichts schiefgeht, habe ich gleich die Fahrradreservierung in Deutschland gemacht und Antje hat die Fahrkarten und Reservierungen in der Schweiz und Frankreich besorgt.

Dann machten uns die französischen Gewerkschaften im Kampf für die Privilegien der Eisenbahner Kummer. Glücklicherweise müssen Streiks frühzeitig angekündigt werden. Mein Vorgesetzter schaute zwar etwas überrascht, als ich um eine Verlängerung meines Urlaubs wegen Streiks in Frankreich bat, hatte dann aber volles Verständnis und zugestimmt.

Da die Strecke kein durchgehender Radweg ist, musste ich den Track aus verschiedenen Quellen zusammenbauen: Via Rhôna, Tour de Bourgogne, Eurovelo 5 und 6 und der V50 sowie der V52.

Danach reservierte die Herzallerliebste die Quartiere und ich passte dann die Tracks für die einzelnen Tage an. Wenn alles gut läuft, kommen wir so direkt zum Quartier. Beeindruckt hat mich dabei die auch im Luftbild erkennbare Fahrradinfrastruktur in den Städten. Die grünen Streifen und Fahrradpiktogramme sind oft sehr gut zu erkennen. Ich bin gespannt, wie gut wir die Auswahl vor Ort finden. Mit diesen Vorbereitungen verbrachten wir jeweils rund 15 Stunden – ganz schön viel für drei Wochen Urlaub.

Spezialradmesse (Spezi) 2018 – Süße Überraschung – Teil II (7.729 km)

Jubiläumstorte für HP Velotechnik (Bild: Klaus Dapp)

Jubiläumstorte für HP Velotechnik (Bild: Klaus Dapp)

Wie (fast) immer vor dem Jahreswechsel und der Sommerpause sind viele Menschen der Meinung, dass unbedingt Alles vorher erledigt werden muss… was zu vielen Überstunden führt. Nun soll es aber endlich weitergehen mit meinem Bericht von der Spezi.

Ich hatte mich mit Alexander Kraft (Pressesprecher von HP Velotechnik) am HP Stand verabredet und wollte mir die Neuigkeiten und den Stand anschauen. Er zeigte mir die Serienversion des Blinkers, der durch die Änderung der Straßenverkehrsordnung in Deutschland für mehrspurige Fahrzeuge der erste zugelassene Fahrradblinker ist. Ich muss offen zugeben, dass mich das nicht ganz so euphorisiert – aber ich fahre ja auch kein Dreirad und mir macht es normalerweise auch kein Problem den Arm rauszustrecken.

Fahrradtechnik auf höchstem Niveau stellt die Jubiläums Streetmachine dar. Ausgestattet mit der Pinionschaltung als Getriebeschaltung im Ausleger und dem GO SwissDrive Motor im Hinterrad ist da fahrradtechnisch kaum noch Luft nach oben. Das Rad ist jetzt in Serie gegangen und ich bin gespannt, wann ein „Extremradler“ sei es im Alltag oder auf langen Touren von seinen Erfahrungen berichten wird. Damit ist auf jeden Fall der Nachteil am Berg aufgehoben. Nur der Nachteil des hohen Preises wird dadurch natürlich nicht kleiner. Knapp 6.300 Euro kostet die Version mit Pinion und GO SwissDrive Motor.

Interessant war auch unser Gespräch über die Weiterentwicklung von HP und die damit verbundene Frage nach neuem bzw. zusätzlichem Personal. Erstmals seit langem hörte ich einmal kein Klagen über den Fachkräftemangel. Offensichtlich ist HP ein so attraktiver Arbeitgeber, dass es bis jetzt noch immer gelungen ist, die jeweiligen Positionen adäquat zu besetzen.

Unterbrochen wurde unser Gespräch durch einen Überraschungsbesuch des Bürgermeisters von Germersheim Marcus Schaile. Er gratulierte HP Velotechnik zum 25 jährigem Firmenjubiläum und bedankte sich auch dafür, dass HP mit zu den Herstellern gehört, die auf der Spezialradmesse in Germersheim von Anfang ausstellen und damit dazu beigetragen haben, dass diese Messe inzwischen mindestens eine europaweite Bedeutung hat.

Um mein – in diesem Fall sehr positives – Klischee von Rheinland-Pfalz zu bestätigen beließ er es nicht bei trockenen Worten, sondern brachte auch gleich eine leckere Jubiläumstorte, Sekt und Kaffee mit. Ich fand das eine klasse Überraschung. Gleichzeitig war das ein wichtiges Zeichen eines politischen Entscheidungsträgers, dass Liegeradler nicht nur mehr oder weniger liebenswerte Freaks sondern auch ein interessanter Wirtschaftsfaktor sind und auch einen Beitrag für eine andere Mobilität leisten.

Für die Eurobike Anfang Juli in Friedrichshafen hat Alexander Kraft weitere Neuigkeiten von HP Velotechnik angedeutet – ich bin gespannt, was es dort, nicht nur von HP Velotechnik, zu sehen gibt.

25 Jahre HP Velotechnik – Jubiläums-Tag-der-offenen-Tür am 16.6.2018 (7.729 km)

Jubiläumstorte für HP Velotechnik (Bild: Klaus Dapp)

Jubiläumstorte für HP Velotechnik (Bild: Klaus Dapp)

Am 16. Juni 2018 findet der diesjährige Tag-der-offenen-Tür bei HP-Velotechnik statt. Neben den sehr unterhaltsamen Werksführungen mit Paul Hollants und Daniel Pulvermüller, die ich unbedingt empfehlen kann, gibt es wieder ein spannendes Programm. Höhepunkt ist sicher der Reisebericht von Niko Vakalakis, der mit der Jubiläums-Streetmachine durch Island geradelt ist.

Natürlich bietet der Tag der offenen Tür auch die Möglichkeit, direkt beim Hersteller Antworten auf Fragen zur Fahrradtechnik zu bekommen. Ich habe da – trotz sehr gutem und geduldig erklärendem Händler – etliches dazugelernt.

Wie die „Geburtstagstorte“ aussieht, wird noch nicht verraten – die auf der Spezialradmesse in Germersheim war sehr lecker.

Leider bin ich an dem Tag an anderer Stelle gebunden. So habe ich wenigstens nicht mehr die Entscheidung zu treffen, ob ich mit dem Grasshopper komme oder nicht. Ich tröste mich mit einem Besuch auf der Velo Frankfurt – und das sogar dienstlich.

Bilder und weitere Informationen liefert der Flyer von HP Velotechnik.

Schnell mal zum Flughafen, um die Herzallerliebste zu überraschen (7.729 km)

Blick auf den Frankfurter Flughafen (Bild: Klaus Dapp)

Blick auf den Frankfurter Flughafen (Bild: Klaus Dapp)

Rund 80.000 Menschen arbeiten am Frankfurter Flughafen, 64,5 Millionen Passagiere wurden 2017 gezählt, mehrere Dutzend Menschen stehen am Wochenende an einem der Beobachtungsposten und betreiben „Planespotting“.

Und heute war ich unterwegs zum Flughafen, um die Herzallerliebste bei der Durchreise zu treffen.  Ich war überrascht, wer an einem Sonntag alles mit dem Rad rund um den Flughafen unterwegs war. Auf der Fahrt meldete die App, dass der Flug fast 25 Minuten früher ankam als geplant, da habe ich noch kräftiger in die Pedale getreten, um rechtzeitig da zu sein.

Herzallerliebste mit Manga-Portrait (Bild: Klaus Dapp)

Herzallerliebste mit Manga-Portrait (Bild: Klaus Dapp)

Und dann konnte ich die Herzallerliebste mit einem Manga-Portrait von Alexandra Sokol überraschen. Das hat Sie im Rahmen des Comic-Salon in Erlangen von einem Bild im Internet gemalt. Ich war wirklich beeindruckt und auch die Herzallerliebste hat sich gefreut.

Ich brachte Sie noch zum Zug, erfrischte mich in der DB Lounge und machte mich auf den Rückweg.

Grasshopper am Flughafen (Bild: Klaus Dapp)

Grasshopper am Flughafen (Bild: Klaus Dapp)

Erst einmal war ich froh, dass der Grasshopper noch keinen Terroreinsatz ausgelöst hat – einen offiziellen Fahrradständer habe ich keinen gefunden.

Die Rückfahrt verlief ebenso gut wie auf der Hinfahrt – nur dass die Beine etwas schwerer waren. Zuhause angekommen habe ich mich über eine kalte Dusche gefreut – 30 Grad sind  zum Radfahren auch ohne Gepäck und im Wald ziemlich viel.

volle Distanz: 60.85 km
Maximale Höhe: 163 m
Minimale Höhe: 106 m
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