Archiv der Kategorie: Bücher & Karten

Erfahrungen mit dem bikeline Radtourenbuch „Alpe Adria Radweg“ (4.500km)

Titelseite des bikeline Radtourenbuchs "Alpe-Adria Radweg" (Bild: Verlag Esterbauer GmbH)

Titelseite des bikeline Radtourenbuchs „Alpe-Adria Radweg“ (Bild: Verlag Esterbauer GmbH)

Unsere Radtour auf dem Alpe-Adria Radweg bot auch die Gelegenheit, das gleichlautende bikeline Radtourenbuch zu testen.

Wie im Beitrag Radkarten bei der Tourenplanung (204 km) beschrieben, nutze ich Karten und Bücher vor allem zur Vorbereitung von Touren. So war dies auch bei dieser Radtour.

Bei der Vorbereitung ist das bikeline Radtourenbuch eine große Hilfe gewesen.  Die Tourabschnitte sind gut übersichtlich beschrieben und die Streckenübersichtsbilder geben einen guten Überblick über die Länge und die Höhenunterschiede. Damit lässt sich mit etwas Übung recht gut abschätzen, wie anstrengend die Tour wird. Die Hinweise auf Sehenswürdigkeiten helfen darüber hinaus auch noch abzuschätzen, wo sinnvollerweise Zeit für das „Kulturprogramm“ eingeplant werden sollte. Diese könnten noch etwas ausführlicher sein, auch wenn es dann ein paar Seiten mehr geben sollte.

bikeline Radtourenbuch Alpe-Adria Radweg - Wegbeschreibung im Überblick (Bild: Verlag Esterbauer GmbH)

bikeline Radtourenbuch „Alpe-Adria Radweg“ – Wegbeschreibung imÜberblick (Bild: Verlag Esterbauer GmbH)

Für Orte mit Sehenswürdigkeiten oder schwierig zu findenen Wegen sind Detailkarten vorhanden.

bikeline Radtourenbuch "Alpe-Adria Radweg" - Wegbeschreibung im Detail (Bild: Verlag Esterbauer GmbH)

bikeline Radtourenbuch „Alpe-Adria Radweg“ – Wegbeschreibung im Detail (Bild: Verlag Esterbauer GmbH)

Zum Vergleich, die von uns gefahrene Route:

volle Distanz: 64.73 km
Maximale Höhe: 586 m
Minimale Höhe: 418 m
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Nicht ganz nachvollziehbar ist es, dass die Symbole nicht konsequent auch in der Detailkarte enthalten sind, so fehlen im Beispiel Bischofshofen die Fahrradläden. Eine Information, die bei Problemen mit dem Rad sehr hilfreich ist. Leider in den Karten kaum zu finden sind die im Text hervorgehobenen besonderen Punkte (im Beispiel oben die Zahl 10). Die Markierungen in der Karte sind so klein und unauffällig, dass ich sie nur mit großer Mühe finde.

Inhaltlich stimmt das Radtourenbuch bis auf wenige Ausnahmen gut mit unseren Erfahrungen überein. Nicht mehr auf dem Stand sind nach unserer Erfahrung die Aussagen zum Straßenverkehr in Italien. So heißt es „belastend ist der Verkehr teilweise in Italien, vor allem in Udine, wo sehr rasant gefahren wird“ (Seite 8). Das konnten wir so nicht nachvollziehen. Insgesamt wurde zwar teilweise chaotisch gefahren, allerdings in der Regel mit viel Abstand, so dass wir uns sicher fühlten. Besonders in Udine wurde in den letzten Jahren viel für den Radverkehr getan, so verlaufen beispielsweise wichtige Radrouten durch die historische Innenstadt und dank baulich getrennter Radrouten und Fahrradabstellanlagen herrscht dort auch reger Radverkehr. Aber auch in anderen Städten wie Triest oder Mailand hatten wir immer den Eindruck, dass zwar chaotisch gefahren wird, aber sorgfältig geschaut wird, dass mit großem Abstand überholt wird.

Etwas übertrieben scheint auch die Beschreibung des Klammtunnels zwischen Klamm und Klammstein. In der Beschreibung wird vor Lärm und Abgasen gewarnt. Den Lärm, den wir erlebt haben, kam vor allem von der gut wirkenden Lüftungsanlage. Da der Tunnel fast eben verläuft, kann er aus meiner Sicht gut durchfahren werden.

Durch das Live-Update hatten wir den aktuellen Stand einschließlich der großen Bauarbeiten.

Auch die GPS-Daten waren auf einem aktuellen Stand. Allerdings gilt dabei auch der Hinweis des Verlag Esterbauer, dass die Daten entsprechend dem Kartenmaßstab generalisiert sind. Deshalb ist es gerade bei Abzweigen immer auch sinnvoll, nach der guten Wegweisung zu sehen.

Insgesamt war das Radtourenbuch eine gute Unterstützung bei der Vorbereitung und bei der Fahrt. In der Regel haben wir jeden Tag in dem Buch gelesen, was wir uns auf dem Weg anschauen sollten … und versucht, das dann auch zu machen. Die 13,90 Euro sind aus meiner Sicht gut investiertes Geld!

Rezension – Tourenführer „33 Schönste Radtouren Rhein-Main“ (3.589 km)

Cover der Radtourenführers "33 Schönste Radtouren Rhein-Main"(©pmv Peter Meyer Verlag)

Cover der Radtourenführers „33 Schönste Radtouren Rhein-Main“(©pmv Peter Meyer Verlag)

Der Tourenführer „33 schönste Radtouren Rhein-Main“ beschreibt Touren in Südhessen zwischen Lorsch im Süden und Lich im Norden bzw. Hattenheim bis Aschaffenburg. Zum Taschenbuch mit 224 Seiten gehört zum Komplettpreis von 18 Euro eine 95 x 70cm große Karte.

Unter interessanten Titeln wird in jeder Tour einem oder mehreren Themen nachgegangen. Dazu werden mögliche Besichtigungsstopps gut lesbar erläutert. Für jede Tour wird die Streckencharakteristik erläutert, die Anfahrt per Bahn dargestellt und das Höhenprofil angegeben. Darüber hinaus sind Hinweise zu Einkehrmöglichkeiten und Öffnungszeiten von Museen angegeben. Die Karte gibt einen Überblick über alle Touren und enthält auf der Rückseite eine Beschreibung der Streckenführung.

Höhenprofil der Tour 25 aus dem Radtourenführers "33 Schönste Radtouren Rhein-Main"(©pmv Peter Meyer Verlag)

Höhenprofil der Tour 25 aus dem Radtourenführers „33 Schönste Radtouren Rhein-Main“(©pmv Peter Meyer Verlag)

Darüber hinaus ist es möglich, die GPS-Daten für die Touren zu erwerben. Alle 33 Touren kosten 18 Euro, einzelne Touren jeweils 99 Cent.

Was mir nach meinen Erfahrungen mit dem Tourenführer gut gefällt

  • Es macht einfach Spaß, die Titel und die jeweiligen Beschreibungen der Tour zu lesen. Neben Grundlagen zu Landschaft und Geschichte sind etliche Hinweise auf das Zeitgeschehen eingestreut.
  • In der Region werden viele spannende Ziele miteinander verknüpft – ich bin sicher, dass auch Alteingesessene noch etwas Neues entdecken können.
  • Die praktischen Hinweise sind wirklich nützlich. Details wie eine Doppelseite im Taschenbuch mit einer Abbildung aller Touren und eine Tabelle mit der Angabe auf welcher Seite die einzelnen Touren zu finden sind, zeigen, dass Autor und Verlag wissen, was sie tun.
  • Sehr erfreulich finde ich, dass die Start- und Endpunkte der Touren per Bahn erreichbar sind. Durch die Hinweise auf Fernradwege sind Verknüpfungen von Touren möglich.
  • Das Herunterladen des (kostenpflichtigen) GPS-Tracks funktioniert einfach.
  • Dank der Hinweise im Tourenführer und auf der Internetseite ist eine Rückmeldung einfach möglich. Auch wenn die Rückmeldungen nur einen kleinen Teil der Informationen für eine mögliche Neuauflage sind, halte ich einen solchen Kommunikationskanal für wichtig.

Was meiner Meinung nach verbessert werden sollte:

  • Die Karte ist für mich lediglich als Übersicht nutzbar – dazu reicht mir aber eigentlich die Doppelseite im Taschenbuch. Es ist aus meiner Sicht ziemlich unpraktisch, dass die Karte ganz aufgefaltet werden muss, damit Karte oder Streckenbeschreibungen lesbar sind. Darüber hinaus ist die Karte so stark generalisiert, dass es an kritischen Stellen nicht möglich ist, eine richtige Abzweigung zu finden.

Zu diesem Thema habe ich vom Peter Meyer Verlag folgenden Hinweis bekommen: Die Größe der Karte ist dem Gebiet geschuldet, das wir vollständig abbilden wollten. Eine detailliertere Karte hätte sie noch weiter vergrößert. Für die genaue Streckenführung ist das Tourtelegramm nutzbar, daher ist die Karte in erster Linie zur Übersicht gedacht.

  • Der Hinweis auf die GPS-Daten auf der Rückseite ist zumindest missverständlich. Bei der Formulierung „GPS-Daten für MTB- und Freizeittouren zum Herunterladen“   komme ich nicht auf die Idee, dass die Touren Geld kosten. So sehr ich nachvollziehen kann, dass hier erbrachte Arbeit bezahlt werden soll – das sollte deutlicher werden. Über den Preis lässt sich sicher ausgiebig diskutieren – ein Zuschlag von 100% ist schon happig.

Zu diesem merkt der Peter Meyer Verlag an: Damit sind weitere GPS-Daten gemeint, nicht die zum Buch gehörigen. Den Hinweis auf die GPS-Daten zu den im Buch beschriebenen Touren finden Sie auf Seite 10.

  • Ich könnte mir gut vorstellen, zukünftig ganz auf die Karte zu verzichten und die Tourenbeschreibungen in das Taschenbuch mit aufzunehmen – oder noch besser zum Download anzubieten.
  • Gerade mit zunehmender E-Mobilität wären auch hierzu Hinweise wie beispielsweise auf Ladestationen sinnvoll. Aber auch andere Zusatzinformationen wie die Befahrbarkeit mit einem Trike wäre meiner Meinung nach sinnvoll – gleichzeitig verstehe ich die Argumentation von Alexander Kraft, dass dadurch auch zusätzlicher Aufwand entsteht.

An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an den Autor Alexander Kraft für das Gespräch über die Entstehung des Tourenführers, an Catherine Knauf von der Agentur Literaturtest für die Vermittlung der Bildrechte und dem Peter Meyer Verlag für die Bereitstellung des Rezensionexemplars und die Erlaubnis, die Bilder nutzen zu dürfen.

P.S. Vielleicht irritiert die Kilometerangabe bei diesem Beitrag noch mehr als sonst. Ich habe mir vorgenommen, vor jedem Blogbeitrag mindestens eine kleine Runde zu fahren … das sind auf meiner Heimstrecke ca. 20 Kilometer. Leider bin ich heute nicht rechtzeitig weggekommen und so hat es mich der Regen noch innerhalb des Stadtgebiets erwischt. Nach 30 Minuten unter dem Vordach bei einem Supermarkt habe ich dann eine Regenpause genutzt und bin schnell heimgefahren.

Erfahrungen – „33 schönste Radtouren Rhein-Main“ (3.584 km)

Grasshopper vor der Ausstellung des Weltkulturerbes Messel (Bild: Klaus Dapp)

Grasshopper vor der Ausstellung des Weltkulturerbes Messel (Bild: Klaus Dapp)

Wie lässt sich ein Radroutenführer rezensieren – meiner Meinung nach nur durch eigene „Erfahrung“. Deshalb habe ich mir aus dem Führer eine Tour in der Nähe von Darmstadt rausgesucht und den Text gründlich gelesen.

Unter dem schönen Titel „Vom Museum zum Original“ ist eine Tour vom Frankfurter Senckenberg-Museum über die Grube Messel nach Darmstadt beschrieben. Spätestens nach der Lektüre der Beschreibung der Tour wird auch der Titel klar: Das Senckenberg-Museum ist eine der wichtigsten Forschungsinstitutionen, die in der Grube Messel forscht.

Die Route kombiniert interessante Besichtigungsstopps und führt vom Senckenberg-Museum über die Grube Messel nach Darmstadt. Dort werden als besondere Sehenswürdigkeiten das Jagdschloss Kranichstein, das Jugendstil-Ensemble auf der Mathildenhöhe, die Rosenhöhe und der Große Woog vorgestellt. Leider fehlt ein Hinweis auf das Hessische Landesmuseum, in dem das bekannteste Fundstück, das Messeler Urpferdchen, ausgestellt wird. Auch wenn die Sanierung des Landesmuseums erst 2015 abgeschlossen wurde und der Autor nicht wissen konnte, wie gut die Neugestaltung der Mineralien- und Urzeitabteilung gelingen wird, ist dies ein Versäumnis, das unbedingt bei einer Neuauflage korrigiert werden muss…was so auch vorgesehen ist.

Mit dieser Vorbereitung habe ich Karte und Buch eingepackt und bin auf direktem Weg zur Grube Messel geradelt – von dort wollte ich dann dem Tourenvorschlag nach Darmstadt folgen.

Blick auf die Grube Messel (Bild: Klaus Dapp)

Blick auf die Grube Messel (Bild: Klaus Dapp)

An der Grube Messel wollte ich noch einmal auf die Karte schauen und einerseits die Stecke verinnerlichen – ich kann mir Muster viel besser merken als Namen – und andererseits die Tourenbeschreibung lesen. Das war ein mühsames Unterfangen. Die Karte muss vollständig entfaltet werden. So versuchte ich zur Belustigung der anderen Besucher die 95 x 70 cm große Karte im Wind so zu halten, dass ich die Strecke sehe und auf der Rückseite die Beschreibung lesen kann. Die Karte ist jedoch so generalisiert, dass ich die exakte Abzweigung auf den richtigen Waldweg nicht abschätzen konnte und dann hatte ich auch noch das Pech, dass die detaillierte Beschreibung der Tour hier lediglich den Vermerk hatte „zurück zu Abzweig Kranichstein“. Nach einigen Ehrenrunden kam ich dann endlich zum Abzweig und sauste dann zum Jagdschloss Kranichstein. Und dann konnte ich mich Dank des gut lesbar geschriebenen Textes im Tourenführer gut in alte Zeiten zurückversetzen: „so konnten die Gespielinnen Tee trinken und trotzdem schauen, wie die Herren im Wald die Sau rausließen“.

Jagdschloss Kranichstein (Bild: Klaus Dapp)

Jagdschloss Kranichstein (Bild: Klaus Dapp)

Zurück in Darmstadt habe ich mich dann erst einmal verfahren – ich habe ein „nicht“ überlesen. Im zweiten Versuch hat es dann geklappt. Für die praktische Nutzung bräuchte ich eine einfacher zu greifende Tourenbeschreibung – oder gleich den GPS-Track.

Blick auf die Mathildenhöhe in Darmstadt (Bild: Klaus Dapp)

Blick auf die Mathildenhöhe in Darmstadt (Bild: Klaus Dapp)

Als Bilanz dieser Tour bleibt festzuhalten:

Die Route hat einen interessanten Verlauf und führt zu interessanten Stellen. Es macht Spaß, die Beschreibung der Sehenswürdigkeiten zu lesen und sie gibt auch Hinweise auf interessante Kleinigkeiten. Dabei werden nicht nur historische Hintergründe angedeutet, sondern auch aktuelle Bezüge hergestellt. Die Hinweise zu Öffnungszeiten und Einkehrmöglichkeiten sind noch aktuell und auch die Hinweise auf die Ausstiegsmöglichkeiten zu Bahnhöfen stimmen. Etwas problematisch ist der Verweis auf die Odenwaldbahn, um nach Frankfurt zurückzufahren. Lediglich alle zwei Stunden fährt am Wochenende ein Zug direkt nach Frankfurt und die Möglichkeiten, ein Fahrrad mitzunehmen, sind oft ausgeschöpft. Hier wäre ein Verweis auf den Darmstädter Hauptbahnhof sicher sinnvoll. Von da fahren halbstündlich S-Bahnen und stündlich Regionalbahnen, so dass die Chance mitzukommen wesentlich größer ist.

volle Distanz: 25.92 km
Maximale Höhe: 181 m
Minimale Höhe: 1 m
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Der lange Weg zum Buch – Erste Annäherung an den Radtourenführer „33 schönste Radtouren Rhein-Main“ (3.564 km)

Alexander Kraft, Autor und Pressesprecher von HP Velotechnik (Bild: Klaus Dapp)

Alexander Kraft, Autor und Pressesprecher von HP Velotechnik (Bild: Klaus Dapp)

Im Kladdentext liest es sich ganz einfach: „Alexander Kraft … ist Redakteur bei der Frankfurter Rundschau. Seit 1998 betreut er dort die beliebten »Mountainbike-Touren«, die es als GPS-Dateien auf der Internetseite des Verlags gibt. Nun hat er sein StVO-gemäßes Rad gesattelt und führt auf Rad- und Abwegen rund um Frankfurt und quer durchs Rhein-Main-Gebiet“.

Alle, die schon einmal einen Text geschrieben haben, können sich denken, dass es ganz so einfach doch nicht war. Dankenswerter Weise erläuterte mir Alexander Kraft bei meinem Besuch bei HP Velotechnik in Kriftel ein paar Hintergründe. Selber wusste ich schon, dass es die Frankfurter Rundschau seit 2013 in der Form nicht mehr gibt. Dieses Drama der Presselandschaft will ich hier nicht weiter kommentieren…

Als begeisterter Mountainbiker hat Alexander Kraft bis 2013 im Freizeit-Teil der Frankfurter Rundschau regelmäßig Mountainbike-Touren geschrieben. Diese waren auch klar auf Mountainbiker ausgelegt, was sich von der entsprechenden Streckenauswahl bis zur Beschreibung der Schlüsselstellen hinzog.

Es war deshalb klar, dass ein Tourenführer etwas ganz anderes sein musste, als eine Sammlung der „Rundschau-Touren“. Ziel war es, thematisch attraktive Ziele zu finden, die in der gesamten Rhein-Main-Region verteilt sind. Die Strecken mussten dabei so ausgewählt werden, dass sie auch für sportlich nicht zu ambitionierte Menschen geeignet sind. Ein weiteres Kriterium war eine landschaftlich interessante Streckenführung, möglichst ohne Passagen an oder gar auf viel befahrenen Straßen.

Das waren einige Prämissen für das Buchprojekt. Dazu kam ein begrenztes Budget. Als Lesetipp kann ich die Firmengeschichte des Peter Meyer Verlags empfehlen, die Wurzeln in der „Öko-Szene“, die Wendungen durch die Liebe, die Finanzkrise und die Auswirkungen des Baus der europäischen Zentralbank sind nur einige Stichworte.

Cover des Radtourenführers "33 Schönste Radtouren Rhein-Main"(©pmv Peter Meyer Verlag)

Cover des Radtourenführers „33 Schönste Radtouren Rhein-Main“(©pmv Peter Meyer Verlag)

Zurück zur Entstehung des Tourenführers: Alexander Kraft konnte nicht nur seine umfangreiche Ortskenntnis durch seine Mountainbike-Touren einbringen, sondern auch von der Zusammenarbeit von Frankfurter Rundschau, Peter Meyer Verlag und dem Regionalpark Frankfurt Rhein-Main profitieren.

Eine Herausforderung war die Frage, welche Wegweisung Tourenradler brauchen. Während bei Mountainbikern GPS-Geräte schon lange zum Standard gehören, musste ein Kompromiss aus Kosten und Aufwand einerseits und Ansprüchen an Karten andererseits gefunden werden. Herausgekommen ist eine eher generalisierte Karte als Übersicht über die Touren und eine stichwortartige Wegbeschreibung. Diese Beschreibung ist jeweils für die Richtung der Route optimiert – dadurch lässt sie sich auch nicht einfach umdrehen.

Letztendlich hat es von der Idee zum fertigen Buch gute zehn Jahre gedauert. Da war es sicherlich noch erfreulicher, dass nur ein Jahr nach der ersten Auflage schon im Jahr 2012 die zweite Auflage erscheinen konnte. Diese Chance wurde genutzt und die Karte um zusätzliche Informationen, wie die Namen von Waldschneisen, ergänzt, um die Nutzbarkeit zu verbessern. Außerdem wurden Informationen zu Kombinationsmöglichkeiten mit den Fernrouten (z.B. Hessischer Radfernweg R6, R8) oder dem Main-Radweg ergänzt – verbunden mit dem Vermerk, dass sich die beschriebenen 33 Touren nicht immer auch in die andere Richtung fahren lassen.

An dieser Stelle ein großer Dank an Alexander Kraft, der sich so viel Zeit für mich genommen hat. Das Gespräch hat mich noch einmal richtig motiviert, die eigentliche Rezension zu schreiben.

Pläne … (3.324 km)

Wie so oft beim nahenden Jahresende muss beruflich wieder viel fertig werden … da fehlt mir die Zeit zum Radfahren ebenso wie für andere wichtige Vorhaben … deshalb heute nur ein kurzer Ausblick über meine Planungen.

  • Nach einem Jahr wird es Zeit für eine erste Bilanz über das erste Jahr mit dem Grasshopper – ein Geheimnis sei schon verraten, sie wird weitgehend positiv ausfallen.
  • Der Peter Mayer Verlag hat mir ein Rezensionsexemplar angeboten. Ich habe mir den Radtourenführer „33 schönste Radtouren Rhein-Main“ von Alexander Kraft ausgesucht. Meine Idee ist, einige Routen zu testen und im Januar habe ich einen Termin mit Alexander Kraft ausgemacht. Da er inzwischen Pressesprecher von HP Velotechnik ist, werde ich ihn zu seinem Buch und zu neuen Entwicklungen bei HP befragen.
  • Auf der Buchmesse habe ich noch andere Kontakte aufgebaut. Hier habe ich mir vorgenommen, einige Vergleiche von Karten zu machen und vor allem der Frage nachzugehen, wie die Karten und Reiseführer eigentlich aktualisiert werden.
  • Und ich hoffe natürlich noch auf einige spannende Ausflüge … mal sehen, wie winterlich es hier wird.
  • Außerdem muss ich einige Links anpassen, da Tobias Haase leider seinen Blog ein- bzw. umgestellt hat und es seinen Kalender nicht mehr gibt.
  • In der Rubrik Technik fehlt immer noch der Auslieferungszustand und nach einiger Kritik an der schwierigen Auffindbarkeit will ich noch die Kategorie Touren: Loire / Eurovelo 6 erstellen und für die Fahrt an die Loire noch eine Übersichtsseite machen.

Es bleibt (hoffentlich) spannend…

 

Was Liegeradfahren mit der Buchmesse zu tun hat … (3.207 km)

Als Liegeradfahrer auf der Buchmesse (Bild: Klaus Dapp)

Als Liegeradfahrer auf der Buchmesse (Bild: Klaus Dapp)

Die Frankfurter Buchmesse hatte dazu aufgerufen als Blogger von der Frankfurter Buchmesse zu berichten. Nach kurzem Nachdenken habe ich mich um eine Akkreditierung beworben und diese auch bekommen. Damit hatte ich die Möglichkeit, am Fachbesuchertag auf die Buchmesse zu gehen. Damit verband ich die Hoffnung, einfach mit Verantwortlichen für Fahrradkarten oder Autoren von Radreiseführern in Kontakt zu kommen.

Meine Erfahrungen waren sehr unterschiedlich:

Peter Meyer Verlag
Richtig spannend war ein langes Gespräch mit Barbi und Thomas Lasar. Die Beiden haben im Peter Meyer Verlag unter dem Titel „22 schönste Radeltage an Main & Tauber – 861 km Radvergnügen nach Plan: Main-Radweg, Liebliches Taubertal Der Klassiker & Der Sportive sowie Fränkischer Radachter“ die „großen“ Radwege in der Region zwischen Würzburg und Aschaffenburg beschrieben. In knapp zwei Jahren haben die Beiden Ihre Raderfahrungen zusammengetragen und systematisch um Hinweise zu Sehenswürdigkeiten, Unterkünften, Radläden usw. ergänzt. Mir waren diese Radführer aus dem Peter Meyer Verlag bis jetzt unbekannt – nach dem interessanten Gespräch und auf Grund der guten Erfahrungen mit dem Erlebnisführer „Odenwald mit Kindern – 500 x Abenteuer und Erlebnis von der Bergstraße bis zum Main, von Darmstadt bis zum Neckar“ werde ich einen der Radführer auf meine Weihnachtswunschliste schreiben. Abgerundet wurden das interessante Gespräch mit einem Becherchen Wein aus dem Bocksbeutel.

Esterbauer Verlag (Bikeline)
Die Bikeline Fahrradführer habe ich schon öfter genutzt. Ich finde sie alleine auf Grund des Formats mit der Spiralbindung und dem wasserfesten Papier sehr praktisch. In kurzen Texten wird Sehenswertes an der Wegstrecke beschrieben. Bei meiner Bodensee-Tour habe ich erstmals Bikeline-Karten kennengelernt.
Am Stand haben wir uns intensiv über die Frage unterhalten, wie die Karten und Fahrradführer aktuell gehalten werden. Kurz gesagt werden Rückmeldungen der Nutzenden, eigene Recherchen und Rückmeldungen von Tourismusverbänden ausgewertet. Diese Informationen fließen in die GPS-Tracks ein, die zu den Fahrradführern bereitgestellt werden. Bei Neuauflagen werden sie sowohl bei den Karten als auch bei den Fahrradführern genutzt. Dabei werden auch die Änderungen bzw. Abweichungen zu OpenStreetMap ausgewertet.
Ein weiteres Thema war die Maßstabsfrage. Ich war überrascht zu hören, dass von den Nutzenden vor allem Karten im Maßstab 1:100.000 gewünscht werden, da damit große Gebiete abgedeckt werden. Mir sind diese gerade an den spannenden Stellen mit Abzweigungen ohne Beschilderungen oft zu grob. Hier gibt es offensichtlich sehr unterschiedliche Anforderungen und Wünsche.
Spannend war für mich, dass die funktionierenden Radroutenplaner wie beispielsweise von Nordrhein-Westfalen, Hessen oder Rheinland-Pfalz nicht als Konkurrenz gesehen werden. Die Bikeline-Fahrradführer enthalten wesentlich mehr Informationen, so dass hier eher eine Ergänzung gesehen wird.
Überrascht hat mich unsere Diskussion über die Panoramafreiheit und welche Bilder eigentlich ohne Urheberrechtsfragen genutzt werden können.
Das Gespräch am Stand hat richtig Spaß gemacht. Mein Eindruck war, dass hier wirklich engagierte Menschen ein möglichst gutes Produkt machen wollen.

BVA-Bikemedia
Am Stand von Travel House Media, die wiederum ein Teil der Ganske Verlagsgruppe sind, interessierte ich mich für die Karten der BVA-Media. Diese sind eher unter ADFC-Karten bekannt. Leider waren die Kartenexperten nicht am Stand. Aber mir wurde eine Kontaktperson benannt und überzeugend versprochen, dass ich dort weitere Informationen bekommen werde. außerdem wurde natürlich auf die Zusammenarbeit mit dem ADFC verwiesen.

Bundesamt für Kartographie und Geodäsie
Hier plauderten wir kurz über den Föderalismus, der dazu führt, dass die 16 Bundesländer für die Karten mit genaueren Maßstäben als 1:100.000 und damit auch für die Freizeitkarten zuständig sind … und dies natürlich föderal unterschiedlich in den Bundesländern umsetzen.

Freytag & Bernds
Dieser Standbesuch verlief relativ kurz. Die Radkarten laufen zukünftig aus.

MairDumont (KOMPASS)
Auch hier hatte ich Pech. Die Kartenfraktion war nicht am Stand und ich wurde an AnsprechpartnerInnen bei KOMPASS verwiesen. Dass die Rückmeldungen von Kunden über die Buchhandlungen kommen sollen, kann ich nicht ganz glauben.

Kümmerly+Frey
An diesem Stand konnte ich noch nicht mal einen konkreten Ansprechpartner für meine inhaltlichen Fragen genannt bekommen.


Fazit

Alleine die Gespräche beim Peter Meyer Verlag und beim Esterbauer Verlag waren den Besuch auf der Buchmesse schon wert. Ich nehme mir vor, an dem Thema Karten und Fahrrad-Reiseführer dranzubleiben und bin gespannt, ob ich von den genannten Ansprechpartnern auch die gewünschten Informationen zu den Aktualisierungen der Karten bekomme und ob ich zukünftig auch einmal Ausschnitte aus Karten verwenden darf. Aber auch bei den „Nichtfahrrad“-Themen war die Buchmesse spannend … ich muss mal wieder das Bücherregal aufräumen. Aber vorher muss ich mich endlich mal wieder liegend fortbewegen.

Erfahrungen mit den Karten von KOMPASS und Kümmerly & Frey / Hallwag (2.911 km)

In der Regel verwende ich Karten zur Vorbereitung von Touren. Für die Etappen von Ulm zum Bodensee sowie vom Bodensee nach Ulm war der Weg durch die Fernradwege vorgegeben. Deshalb habe ich nur für den Bereich des Bodensees Karten besorgt. Mir standen dadurch die Kompass-Karte Bodensee (Nr. 3113, ISBN 978-3-85026-279-8, 7,99 Euro) und die Kümmerly-Karte Bodensee – Thurgau (Nr. 2, ISBN 978-3-25900-519-4, 25,95 Euro) in den jeweils neuesten Ausgaben zur Verfügung.

Die Karten verfolgen unterschiedliche Konzepte:

  • die Kompass Karte will das Radnetz und vor allem die Fernradwege darstellen. Die Karte ist explizit auf die Nutzung während der Tour ausgelegt, was durch die wasserfeste Ausführung unterstrichen wird.
  • die Kümmerly Karte will die Fernradwege und darüber hinaus wenig befahrene Straßen und Wege darstellen.

In beiden Karten werden Steigungen durch Symbole und die Höhen durch Höhenlinien dargestellt. Die KOMPASS ist im Maßstab 1:70.000 und die Kümmerly Karte im Maßstab 1:60.000 dargestellt. Mit beiden Angaben lässt sich leider keine einfach Kopfrechnung machen wie bei den Maßstäben 1:100.000 bzw. 1:50.000. Es ist mir schleierhaft, wo diese merkwürdigen Maßstäbe herkommen. Für eine intensive Nutzung halte ich sie nicht sinnvoll. Der Platzgewinn gegenüber dem Maßstab 1:50.000 rechtfertig meiner Meinung nach den Verzicht auf eine einfache Berechenbarkeit der Strecken nicht.

Die Darstellung der Wege variiert im deutschen Teil deutlich, da die Kümmerly-Karte einen Teil der beschilderten Radrouten nicht enthält. Dafür sind wenig befahrene Straßen gekennzeichnet, die in der KOMPASS-Karte nicht aufgenommen sind, da sie nicht zum Radnetz zählen. In der Schweiz sind die KArten wesentlich ähnlicher, da hier die Kümmerly-Karte die Kantonale und nationale Velowege (Veloland Schweiz) enthält die zumindest im von uns genutzten Bereich zwischen Rohrschach und Österreich ein dichtes Netz bilden.

Die Kümmerly-Karte enthält trotz des etwas detaillierten Maßstabes weniger Informationen zu Sehenswürdigkeiten. Insgesamt halte ich die Kompass-Karte für meine Zwecke als besser geeignet, da darin die beschilderten Radrouten weitgehend enthalten sind. Für die Nutzung auf der Tour ist das wetterfeste Material wirklich eine gute Idee … vom Umweltaspekt einmal abgesehen, aber so viel Papier wird für die Kartenproduktion nicht verwendet. Massiv stört mich der Maßstab und der damit verbundene Verzicht auf etliche Informationen der 1:50.000er Karten, die meiner Meinung nach für die Oriertierung auf einer Tour hilfreich sein können.

Erfahrungen mit den Huber-Karten zum Eurovelo 6 (Loire-Radweg) (1.763 km)

Die Einschätzung von Karten hängt immer vom jeweiligen Einsatzzweck ab. Ich nutze Karten vor allem zur Tourvorbereitung.

Die von uns für den Eurovelo 6 genutzten Huber Karten (ISBN 978-3-9437520-0-7, Stand 2010) haben den Maßstab 1:100.000. Das reicht für eine grobe Orientierung aus, eine Nutzung innerhalb von Städten oder das Finden einer konkreten Route vor Ort ist damit nicht möglich.

Zentrale Sehenswürdigkeiten sind eingezeichnet. Der Weg dort hin lässt sich grob abschätzen, jedoch nicht im Detail ablesen. Damit lässt sich die Streckenlänge überschlägig ermitteln. Leider fehlen jedoch Höhenlinien. Dadurch lässt sich kaum eine Aussage darüber treffen, wie anstrengend eine Strecke ist.

Die Angaben zur Straßenoberfläche und zur verkehrlichen Nutzung trafen weitgehend zu. Sie beschränken sich jedoch auf den Eurovelo 6 und dessen Alternativen. Das bedeutet u. a. dass die Route von St.-Brévin-les-Pins nach St. Nazaire nicht enthalten ist und lediglich mit zwei Achtung-Zeichen auf die Gefahren auf der Brücke über die Lorie hingewiesen wird.

Wir haben die Karten lediglich für eine grobe Abschätzung der Tagesetappen und eine Orientierung über die Landschaft genutzt. Höhen ließen sich nur ganz überschlägig mit den Weinberg-Symbolen erahnen und wurden von uns zusammen mit den Informationen zur Oberfläche für eine grobe Zeitplanung. Im Küstenbereich ging das ziemlich daneben, da dort zwar ziemliche Hügel waren, auf denen jedoch auf Grund des Windes kein Wein angepflanzt wurde. Als Karte auf der Tour sind die Huber-Karten auf Grund des groben Maßstabes und der fehlenden Höhenlinien aus meiner Sicht nicht brauchbar. Für einen Überblick reichen sie aus, da der Weg in den meisten von uns durchfahrenen Bereichen sehr gut beschildert ist.

DAS FAHRRAD. Kultur, Technik, Mobilität (504 km)

Ausstellungen zur Geschichte des Fahrrades gab und gibt es einige. Die Sonderausstellung „DAS FAHRRAD. Kultur, Technik, Mobilität“ des Hamburger Museums der Arbeit vom 9.5.2014 bis 1.3.2015 war auf jeden Fall sehenswert. Sie gab einen guten Überblick über die technische Entwicklung und zeigte Verknüpfungen zur gesellschaftlichen Entwicklung auf. So wurde u. a. erläutert wieviele Monate eines Durchschnittsverdienstes ein Fahrrad kostet oder dass das Fahrrad einen Individualverkehr erst möglich gemacht hat.

Bei einer guten Ausstellung ist es sicher nicht einfach, einen ebenso guten Katalog zu machen. Der hat einerseits die Aufgabe, dem Besucher der Ausstellung vertiefte Informationen zu geben, und andererseits soll er auch für sich stehen, ohne ein Lehrbuch zu sein.

Beide Aufgaben erfüllt der Katalog „DAS FAHRRAD. Kultur, Technik, Mobilität“ (ISBN 978-3-88506-041-3, 24,90 Euro) hervorragend. Die verwendeten großformatigen Bilder greifen die Ausstellung auf und erweitern die Eindrücke deutlich. Sie machen deutlich, was jemand verpasst hat, der nicht in der Ausstellung war. Da ein Großteil der Räder aus dem Bestand des Fahrradmuseum in Bad Brückenau stammt, ist das vielleicht auch eine Anregung zum Besuch dieses Museums.

Der begleitende Text vertieft die Themen, in sehr interessanten Beiträgen. Diese lassen sich gut lesen, sind umfangreich bebildert und gehen deutlich über die Texte in der Ausstellung hinaus.

Inhaltlich wäre es aus meiner Sicht noch spannend gewesen, etwas mehr auf die unterschiedlichen Spezialradsektoren einzugehen. Das ist allerdings sicher kein leichtes Unterfangen bei der wirklich extremen Breite der Entwicklungen.Neben der Frage der gesellschaftlichen Verknüpfung der Entwicklung wäre auch eine umfangreichere Darstellung der Abhängigkeiten von Fertigungsverfahren bzw. Werkstoffen und der Entwicklung spannend gewesen. Es gibt also noch Themen für Ausstellungen und Bücher.

Trotz dieser Kritelei: Ich würde auf jeden Fall wieder in die Ausstellung gehen und der Katalog hat einen festen Platz im Regal, damit ich ab und an darin blättern kann.

Radkarten bei der Tourenplanung (204 km)

Radkarten nutze ich kaum noch beim Radfahren selbst. Entweder lasse ich mich vom Beschilderungssystem für den Radverkehr oder vom GPS leiten. Am liebsten ist mir eine Kombination von Beidem. Dann ist es einfach möglich durch die Lande zu fahren, ohne viel auf die Wegführung zu achten. Diese beschilderten Strecken sind meistens auch in einem brauchbaren Zustand. Manchmal sind die Strecken dadurch in weiten Teilen paralell zu stark befahrenen Bundes- und Landesstraßen geführt. Das ist für Alltagsstrecken meist sinnvoll, für Touren sind mir wenig befahrene Sträßchen oft lieber. Dabei bin ich hier in der Region verwöhnt, da die Stadt Darmstadt, der umgebende Landkreis Darmstadt-Dieburg und inzwischen auch etliche angrenzende (hessische) Landkreise wirklich gute und einheitliche Beschilderungssysteme nach dem Vorbild in Nordrhein-Westfalen etabliert haben.

Wenn ich Zeit habe, bereite ich deshalb Touren gerne vor und erzeuge mir einen Track, dem ich dann hinterher fahre. Meine Versuche, die Routingfunktion des Garmin GPSmap 62s zu nutzen, haben sich nicht bewährt. Verliert das Gerät den Satelliten (z. B. in einer Unterführung) oder einer Unterbrechung (Stromausfall z. B. Abschalten wegen kurzem Stromausfall) beginnt es mit einer Neuberechnung… und dann bin ich je nach Einstellung auch schon auf einer Autobahnauffahrt gestrandet, bin große Umwege gefahren oder habe die schönsten Industriegebiete des Elsass gesehen statt den parallel verlaufenden aussichtsreichen Weg durch die Weinberge zu fahren. Auch beim Wandern bin ich mit der Routingfunktion schon an Stellen durch den Wald gebrochen, wo vermutlich Jahrzente vorher das letzte Wildschwein durch den Forst gebrochen ist…

Auch die alleinige Nutzung der (teuren) Garmin Karten und der (kostenlosen) Velomap führt zu teilweise kuriosen Ergebnissen bei der Erstellung der Tracks mit dem Programm Basecamp. Die Garmin-Daten enthalten teilweise Wege, die mit dem Tourenrad keinen Spaß machen da sie schlicht nicht vernünftig befahrbar sind. Mit den Velomap-Daten bzw. den zugrunde liegenden Open-Streetmap-Daten interpretiert Basecamp Querungen von Bundesstraßen offenbar als Fahrt auf diesen Straßen, die vermieden werden sollen, so dass teilweise große Umwege geroutet werden. Gerne habe ich deshalb eine analoge Ergänzung, die ich im Wortsinn daneben halten kann.

Ideal für mein Vorgehen sind der Radroutenplaner für Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Hessen (Stand 1/2015). Dort gibt es u. a. die Möglichkeit zwischen allen (vermeintlich) mit dem Rad nutzbaren Wegen und beschilderten Themenrouten zu wählen. In der Regel sind die Strecken über die Themenrouten länger und unabhängiger von Straßen. Die Strecke kann einfach durch Verschieben von Zwischenpunkten angepasst werden. Dadurch lässt sich der jeweils für die Tour gewünschte Kompromis einstellen. Auch hierfür lege ich gerne eine Karte bzw. einen Führer daneben. Daraus möchte ich insbesodere Informationen über den Streckenbelag und Sehenswürdigkeiten. Das klappt bei den verschiedenen Karten bzw. Führern unterschiedlich gut. Ich werde zukünftig auch darüber ab und an berichten.