Archiv der Kategorie: Grasshopper fx Liegerad

Rhône-Saône-Rhin – Tag 21: Saverne – Eckwersheim (8.823 km)

Radweg am Rhein-Marne-Kanal bei Ingenheim (Bild: Klaus Dapp)
Radweg am Rhein-Marne-Kanal bei Ingenheim (Bild: Klaus Dapp)
Blick vom Rhein-Marne-Kanal nach Ingenheim (Bild: Klaus Dapp)
Blick vom Rhein-Marne-Kanal nach Ingenheim (Bild: Klaus Dapp)

Nach einem gemütlichen Frühstück sind wir zum Schloss in Saverne gefahren. Von dort sind wir auf den Radweg am Rhein-Marne-Kanal gefahren. Gemütlich rollten wir in Richtung Straßburg. Vom Kanal aus konnten wir auf die elsässischen Städtchen und Dörfer schauen.

Gedenktstätte für das Zugunglück am 15. November 2015 in Eckwersheim (Bild: Klaus Dapp)
Gedenktstätte für das Zugunglück am 15. November 2015 in Eckwersheim (Bild: Klaus Dapp)

In Eckwersheim schauten wir uns die Gedenkstätte für das Unglück auf der Probefahrt des TGV am 15. November 2015 an. An diesem Tag war ein Messzug in der Kurve vor der südlichen Brücke über den Rhein-Marne-Kanal entgleist. Durch den Unfall starben 11 Menschen, 37 weitere wurden verletzt, 12 davon schwer. Die Gedenkstätte ist sehr eindrücklich.

"Unser" Schiff Ophry (Bild: Klaus Dapp)
„Unser“ Schiff Ophry (Bild: Klaus Dapp)
"Unser" Schiff Ophry (Bild: Klaus Dapp)
„Unser“ Schiff Ophry (Bild: Klaus Dapp)
Die Herzallerliebste auf dem Sonnendeck "unseres" Schiffs Ophry (Bild: Klaus Dapp)
Die Herzallerliebste auf dem Sonnendeck „unseres“ Schiffs Ophry (Bild: Klaus Dapp)
Unsere Kajüte auf der Ophry (Bild: Klaus Dapp)
Unsere Kajüte auf der Ophry (Bild: Klaus Dapp)

Von dort fuhren wir weiter zur letzten gemeinsamen Übernachtung. Die Herzallerliebste hatte eine Übernachtung auf dem umgebauten Frachtschiff Ophrys organisiert. Wir verbrachten den Nachmittag auf dem Schiff und hatten viel Spaß dabei, die Hobbykapitäne zu beobachten, die mit den meist gemieteten Booten vorbeifuhren. Es war wie im schlechten Film. Entweder zeigte der Vater seinem Sohn oder seiner Frau, wie gefahren wird. Da kurz unterhalb von uns eine Schleuse kam, brach dann meist die Panik aus und unter wilden Kommandos wurde versucht, ohne Havarie in die Schleuse zu kommen. Das und die neidischen Blicke auf „unser“ großes Schiff – vom Kanal aus ist nicht zu sehen, dass das Schiff fest mit dem Land verbunden ist – brachten uns regelmäßig zum Lachen. Wir grüßten freudig und genossen den letzten gemeinsamen Tag.

volle Distanz: 33.47 km
Maximale Höhe: 258 m
Minimale Höhe: 149 m
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Rhône-Saône-Rhin – Tag 20: Xouaxange – Saverne (8.790 km)

Tafel am Canal de La Marne au Rhin in Saverne (Bild: Klaus Dapp)
Tafel am Canal de La Marne au Rhin in Saverne (Bild: Klaus Dapp)

Am Morgen musste ich kurz einen Büroanruf machen, was die Laune auch der Herzallerliebsten ein wenig trübte… die Arbeit kommt langsam näher. Nach einem gemütlichen Frühstück machten wir uns auf den Weg. Wie so oft, konnte ich mit einer kleinen Proberunde ein wenig Werbung für das Liegerad machen.

Rhein-Marne-Kanal bei Xouaxange (Bild: Klaus Dapp)
Rhein-Marne-Kanal bei Xouaxange (Bild: Klaus Dapp)

Mit der Aussicht auf eine kurze Etappe fuhren wir eher trödelig weg und kamen schnell an den Rhein-Marne-Kanal. Bei einem kurzen Fotohalt wunderten wir uns ein wenig über zwei Montainbiker, die uns entgegenkamen und auf dem Weg rumeierten. Als wir weiterfuhren merkten wir schnell, warum es die Probleme gab. In der Steigung hatten sich durch Regenfälle Spurrillen ausgewaschen, die vermutlich in guter Absicht ein schlauer Mensch mit feinem Splitt gefüllt hatte. Deshalb war es kaum möglich hochzufahren. Die Herzallerliebste rutschte aus und fiel hin, zum Glück ohne größeren Schaden zu nehmen. Später entdeckten wir, dass eine Speiche am Hinterrad nicht mehr im Speichennippel war und sich auch nicht mehr festziehen ließ. Da das Rad keinen Höhen- oder Seitenschlag hatte, fuhren wir weiter.

Auf der anderen Seite des Hügelchens ging es bergab … und da ist mit das Hinterrad des Grasshoppers weggerutscht und ich saß neben dem Rad auf dem Hintern. Zum Glück hat es nur die Klingel gekostet und die linke Hand etwas aufgeschürft. Lenker, Bremse und Sitz sind – soweit sich das unterwegs erkennen lässt – ganz geblieben. Mit einem etwas schmerzenden Hintern konnte ich dann weiterfahren.

Ortschild am ehemaligen Landbahnhof Hesse, der vor allem zur Holzabfuhr gebaut wurde (Bild: Klaus Dapp)
„fast daheim“ – Ortschild am ehemaligen Landbahnhof Hesse, der vor allem zur Holzabfuhr gebaut wurde (Bild: Klaus Dapp)
Blick auf den Schwarzwald (Bild: Klaus Dapp)
Blick auf den Schwarzwald (Bild: Klaus Dapp)

In Arzviller fuhren wir an der alten Schleusentreppe mit 17 Schleusen entlang ins Tal. Dann schauten wir uns das Schiffshebewerk an, das die Schleusen seit 1969 ersetzt. Mit einem Trog auf Schienen, der quer zur Transportrichtung am Hang entlang bewegt wird, können die Schiffe einen Höhenunterschied von knapp 45 Metern überwinden. Spannend ist dabei das Energiemanagement des Schrägaufzugs. Der 900 Tonnen schwere Trog (41,5 m lang, 5,5 m breit mit einer Wassertiefe von 3,2 m) ist mit Gegengewichten verbunden. Bei der Talfahrt ist der Trog schwerer als die Gegengewichte und zieht sich dadurch nach unten. Bei der Bergfahrt wird Wasser aus dem Trog abgelassen, so dass die Gegengewichte den Trog nach oben ziehen. Als Antrieb reichen zwei Elektromotoren mit 88kW (entsprechen 120 PS) aus.

Schiffshebewerk bei Arzviller (Bild: Klaus Dapp)
Schiffshebewerk bei Arzviller (Bild: Klaus Dapp)

Während dem Mittagessen schauten wir beim Schiffstransport zu und amüsierten uns über die diversen Hobbykapitäne.

Blick auf Lutzelbourg (Bild: Klaus Dapp)
Innenstadt von Saverne (Bild: Klaus Dapp)
Innenstadt von Saverne (Bild: Klaus Dapp)
Zugfahrzeug für die Schiffe in Saverne (Bild: Klaus Dapp)
Zugfahrzeug für die Schiffe in Saverne (Bild: Klaus Dapp)

Danach fuhren wir weiter nach Saverne und gönnten uns in der Patisserie Haushalter einen Kaffee mit Leckereien. So gestärkt machten wir uns auf zur Unterkunft, die mal wieder oben lag. Dort nutzte ich die Zeit, um diesen Text zu schreiben, bevor wir uns – zu Fuß – die Innenstadt anschauten.

Baguettetransport mit dem Grasshopper (Bild: Klaus Dapp)
Baguettetransport mit dem Grasshopper (Bild: Klaus Dapp)
Das Wappentier von Saverne: Ein Einhorn (Bild: Klaus Dapp)
Das Wappentier von Saverne: Ein Einhorn (Bild: Klaus Dapp)

Dort klärten wir, wo wir am nächsten Morgen unser Mittag- und Abendessen einkaufen können. Außerdem haben wir eine witzige Version des Wappentiers von Saverne gekauft: Ein großer Schwimmring mit Einhorn. Da es das letzte Einhorn im Laden war, mussten wir gemeinsam mit den beiden Verkäuferinnen die Luft raus lassen und hatten dabei viel Spaß, da sich das Tier intensiv dagegen wehrte.

Nach diesem lustigen Erlebnis gingen wir in ein bretonisches Restaurant und aßen Crêpes und tranken elsässischen Cidre, damit wir wenigstens einmal zu Crêpes kamen. Auf dem Heimweg besorgten wir uns noch eine Flasche elsässischen Rose und ließen den Abend gemütlich in unserer Unterkunft ausklingen – ein bisschen traurig, weil das Ende der Fahrt so nah ist.

volle Distanz: 40.73 km
Maximale Höhe: 351 m
Minimale Höhe: 202 m
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Rhône-Saône-Rhin – Tag 19: Nancy – Xouaxange (8.746 km)

Stau vor der Klappbrücke an der Meurthe in Nancy (Bild: Klaus Dapp)
Stau vor der Klappbrücke an der Meurthe in Nancy (Bild: Klaus Dapp)
Autobrücke und neue Radbrücke an der Meurthe in Nancy (Bild: Klaus Dapp)
Autobrücke und neue Radbrücke an der Meurthe in Nancy (Bild: Klaus Dapp)
Rhein-Marne-Kanal in Nancy (Bild: Klaus Dapp)
Rhein-Marne-Kanal in Nancy (Bild: Klaus Dapp)

Nach dem Frühstück stürzten wir uns in die Tiefe und erreichten schnell das Ufer der Meurthe. Diese fuhren wir entlang und wechselten nach einiger Zeit an den Rhein-Marne-Kanal. So kamen wir auf selbstständigen Radwegen an den Ortsrand von Nancy. Dort wollten wir in einem französischen Supermarkt einkaufen, der leider wegen Inventur geschlossen hatte. So landeten wir bei einer deutschen Supermarktkette. Das Brot schien uns zu sehr „aus der Tüte zu kommen“, so dass wir uns entschieden, auf einen Bäcker auf dem weiteren Weg zu warten.

Brücke des Rhein-Marne-Kanals über die Meurthe bei Art-sur-Meurthe (Bild: Klaus Dapp)
Brücke des Rhein-Marne-Kanals über die Meurthe bei Art-sur-Meurthe (Bild: Klaus Dapp)

So verließen wir Nancy und waren guter Stimmung, dass wir jetzt „Strecke machen“. Leider spielte der Weg nicht mit. Kurz nach der Einmündung des Verbindungskanals zur Mosel standen wir vor der Wahl, ob wir auf einer vielbefahrenen Straße (D2) fahren oder auf dem ehemaligen Treidelpfad am Kanal bleiben sollten. Der Track des Paneuroparadwegs zeigte die Straße an, Open Streetmap zeigte den Radweg 52 entlang des Kanals an. Wir entschieden uns für den Weg am Kanal. Der wurde leider nach kurzer Zeit immer schlechter. Als uns zwei Montainbiker entgegenkamen war die Lage klar – der Weg ging weiter und das als Montainbiker-Strecke. Wir kämpften uns weiter vor und kamen dadurch zu der Erfahrung auf einer Kanalbrücke die Meurthe zu queren. Nach einiger Zeit erreichen wie wieder die D2 / D400. Dort fuhren wir weiter und waren froh, dass wir nach rund 10 Kilometern in Dombasle-sur-Meurthe auf ruhigere Straßen kamen.

Abzweigung auf den selbstständigen Radweg bei Maixe (Bild: Klaus Dapp)
Abzweigung auf den selbstständigen Radweg bei Maixe (Bild: Klaus Dapp)
Radweg am Rhein-Marne-Kanal bei Maixe (Bild: Klaus Dapp)
Radweg am Rhein-Marne-Kanal bei Maixe (Bild: Klaus Dapp)

Danach kamen wir zügig voran. Noch größer war die Freude als ab Maixe der Weg als selbstständiger Radweg am Kanal entlang autofrei verlief.

Bild auf die Saline von Einville-au-Jard (Bild: Klaus Dapp)
Bild auf die Saline von Einville-au-Jard (Bild: Klaus Dapp)

Der Weg wechselte dann teilweise auf vergleichsweise wenig befahrene Straßen und wieder zurück an den Kanal. Die Strecken am Kanal waren sehr angenehm, da es durch die Bäume – oft alte Alleen – schön schattig war und kaum stieg. Die Fahrt am Kanal war auch deshalb so interessant, da sie in der Regel einen guten Blick über das angrenzende Tal ermöglichte, da der Kanal im Hang verlief. Die Landschaft ist teilweise sehr abwechslungsreich und teilweise stark von der industriellen Landwirtschaft geprägt und recht monoton. Die Straßenabschnitte waren meist ziemlich anstrengend, da dort keine schattenspendenden Bäume wuchsen und die Steigungen manchmal doch kräftig waren.

Auf wenig befahrenen Sträßchen unterwegs (Bild: Klaus Dapp)
Auf wenig befahrenen Sträßchen unterwegs (Bild: Klaus Dapp)

Die Gegend wird insgesamt recht einsam und uns gelang es bis zum Abend nicht mehr, ein Brot einzukaufen. Die wenigen Bäckereien, die wir gefunden haben, hatten montags zu. So gab es zum Mittagessen den Käse ohne Brot … verhungert sind wir nicht.

Steigungen im Abschnitt zwischen Lagarde und Mossey (Bild: Klaus Dapp)
Steigungen im Abschnitt zwischen Lagarde und Mossey (Bild: Klaus Dapp)

Die Steigungen an den Straßen sind besonders auf einem rund sechs Kilometer langen Abschnitt zwischen Lagarde und Mossey aufgefallen. Die wenig befahrene D89 verläuft hier völlig gerade durch den Wald. Vermutlich aus Brandschutzgründen ist die Schneise für die Straße dort sehr breit angelegt, so dass der Wald keinen Schatten oder Kühle spendet. Stattdessen lassen sich jeweils die nächsten Hügel sehen. Ich habe die „Schwung-Taktik“ gewählt und immer bergab kräftig getreten, damit ich möglichst weit auf den nächsten Hügel komme. Die Herzallerliebste hat bergab nicht die Vorteile des Liegerads und war durch den aufkommenden Gegenwind zusätzlich gefordert.

Vorboten für das nahende Elsass - Störche auf einem Strommast in Réchicourt-le-Château (Bild: Klaus Dapp)
Vorboten für das nahende Elsass – Störche auf einem Strommast in Réchicourt-le-Château (Bild: Klaus Dapp)
Blick auf den Schwarzwald oberhalb von Offenburg von der Straße nach Gondrexange aus (Bild: Klaus Dapp)
Blick auf den Schwarzwald oberhalb von Offenburg von der Straße nach Gondrexange aus (Bild: Klaus Dapp)

Wir freuten uns deshalb besonders über den Abschnitt am Kanal nach Gondrexange, auch wenn er bald wieder in kleine Sträßchen überging, auf denen wir Xouaxange erreichten. Dort wurden wir von der Vermieterin der Zimmer mit einem kalten Bier begrüßt – einfach herrlich. Außerdem fragte sie uns, ob wir denn Abendessen wollten. Wir sagten sofort zu und sie fand sogar ein Essen, dass auch für mich als Vegetarier geeignet war.

Nach der Dusche und einer kurzen Pause wurden wir zum Essen gerufen. Es war ein toller Abend und wir hatten viel Spaß am gemeinsamen mehrstündigen Abendessen mit unseren Gastgebern und den anderen Gästen. Die Themen waren vielfältig und ich glaube alle haben etwas mitgenommen. Von der Geschichte des Moselgebietes und des Elsass bis zu Fahrradfahren im allgemeinen und speziellen. Der Gastgeber war ziemlich beeindruckt, was die Herzallerliebste alles über die Geschichte seit 1870 des Gebietes wusste, was wirklich ziemlich speziell ist – bis hin zum „Schafssprung“ der Züge, die im Elsass wie in Deutschland rechts fahren und im restlichen Frankreich links. Es wurde ziemlich spät… und es wurde wieder einmal deutlich, dass kleine Übernachtungsmöglichkeiten viel spannender sind als anonyme Hotelketten. Statt hungrig im Bett zu liegen, kämpften wir eher damit, etwas überfressen zu sein. Soviel zum Thema wie asketisch unser diesjähriger Radurlaub verläuft.

volle Distanz: 80.49 km
Maximale Höhe: 330 m
Minimale Höhe: 195 m
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Rhône-Saône-Rhin – Tag 18: Nancy (8.665 km)

Basilisque du Sacré Coeur in Nancy (Bild: Klaus Dapp)
Basilisque du Sacré Coeur in Nancy (Bild: Klaus Dapp)

In Nancy haben wir einen Ruhetag eingeplant, um uns ein bisschen die Stadt anschauen zu können. Nach einem ausgiebigen Frühstück liefen wir in die Stadt, da der Bus sonntags morgens nur sporadisch fährt. Unser Ziel waren die Jugendstilhäuser in der Stadt und das dazugehörige  Museum. Schon bald stellten wir fest, dass unser Wegweiser zu den wichtigsten Häusern eigentlich überflüssig war, da es in den entsprechenden Vierteln fast überall schöne Häuser gab, an denen sich der jeweilige Stand der Mode gut ablesen lies.

Villa Marojelle in Nancy (Bild: Klaus Dapp)
Villa Marojelle in Nancy (Bild: Klaus Dapp)
Tour de la Commanderie Saint-jean-du-Vieil-Aître in Nancy (Bild: Klaus Dapp)
Tour de la Commanderie Saint-jean-du-Vieil-Aître in Nancy (Bild: Klaus Dapp)
Hauseingang in Nancy (Bild: Klaus Dapp)
Hauseingang in Nancy (Bild: Klaus Dapp)

Im Museum wurde dann die Nancyer Schule dieser Kunstrichtung dargestellt. Besonders spannend fand ich auch die Serienfertigung der Häuser und Gegenstände wie Möbel oder Haushaltswaren. So war es möglich, ansprechende – für meinen Geschmack manchmal schon fast überladene – Fassaden so großräumig zu verbreiten.

Porte Notre Dame in Nancy (Bild: Klaus Dapp)
Porte Notre Dame in Nancy (Bild: Klaus Dapp)
Porte de la Citadelle aus Richtung Altstadt in Nancy (Bild: Klaus Dapp)
Porte de la Citadelle aus Richtung Altstadt in Nancy (Bild: Klaus Dapp)
 Ehemalige Außenseite der Porte de la Citadelle in Nancy (Bild: Klaus Dapp)
Ehemalige Außenseite der Porte de la Citadelle in Nancy (Bild: Klaus Dapp)

Die Herzallerliebste nutze die offenen Läden und ergänzte den Kleidungsbestand. Mir gab das Gelegenheit zu lesen. Witzig fand ich, dass ich mehrfach auf meine Barfußschuhe angesprochen wurde. Offensichtlich sind die ähnlich bekannt wie Liegeräder … und führen zu einem ähnlichen Grinsen der Betrachtenden.

Am Abend bereitete ich mich mit einer Pizza mit Münsterkäse kulinarisch auf die Fahrt Richtung Straßburg vor… und auf das Zusammenpacken am späteren Abend, das ich so wenig leiden kann, mit einem leckeren Pastis.

Rhône-Saône-Rhin – Tag 17: Epinal – Nancy (8.665 km)

Erinnerungsstätte an den zweiten Weltkrieg in Nomexy (Bild: Klaus Dapp)
Erinnerungsstätte an den zweiten Weltkrieg in Nomexy (Bild: Klaus Dapp)
Zeichen alter Industrie - Verlassene Fabrik in Vincey (Bild: Klaus Dapp)
Zeichen alter Industrie – Verlassene Fabrik in Vincey (Bild: Klaus Dapp)

Bis nach Socourt sausten wir auf einem sehr guten Weg entlang der Mosel flussabwärts Richtung Nancy. Die Strecke wird von Freizeitsportlerinnen und -sportlern mit Rad, zu Fuß oder mit Inlinern genutzt. Nach diesen rund 40 Kilometern erwartete uns allerdings eine Hoppelpiste, die teilweise nur aus einer Wegspur im Gestrüpp bestand und kaum noch befahrbar war. Ich hüpfte mit dem Grasshopper von Schlagloch zu Schlagloch und meine Sorge war, dass ich die Kontrolle verliere und in den Kanal oder die Mosel falle. Das vor allem dann, wenn der Weg Richtung Kanal oder Richtung Mosel an manchen Stellen bereits abbröckelte und mehrere Meter Fallhöhe aufwiese.  Auf der Höhe von Tonnoy zog die Herzallerliebste die Notbremse und wir wechselten auf die angrenzende Straße D 570, die vergleichsweise wenig befahren war. In Richardménil verließen wir das Tal der Mosel und kämpften uns einen kräftigen Anstieg hoch. Leider war der Abschnitt so nervig, dass ich noch nicht einmal ein Bild gemacht habe.

Nach kurzer Abfahrt erreichten wir den Verbindungskanal nach Nancy, an dem wir auf einem gut ausgebauten Weg zügig Richtung Nancy hinabrollten. Am Marne-Rhein-Kanal bogen wir Richtung Nancy ab. Später wechselten wir an die Meurthe, ein Zufluss der Mosel, und fuhren an ihr entlang in einem Bogen durch Nancy. Nach einer abschließenden Bergetappe erreichten wir unsere Unterkunft.

Marktplatz von Nancy (Bild: Klaus Dapp)
Marktplatz von Nancy (Bild: Klaus Dapp)

Am Abend machten wir einen Spaziergang in die schöne Innenstadt und kauften zwei Leinen-T-Shirts für mich, die in der Hitze wesentlich angenehmer sind als Funktions-T-Shirts, die die Feuchtigkeit vom Körper wegtransportieren.

In der Innenstadt brauchten wir einen Moment um zu begreifen, warum die Straßen eher leer und dafür die Kneipen und Restaurants umso voller waren. Frankreich spielte bei der Fußball-WM der Männer. Nach dem Gewinn des französischen Teams herrschte eine ausgelassene Stimmung in der Stadt. Während wir beim Abendessen saßen wurde ich von zwei begeisterten Anhängerinnen des französischen Teams in den Arm genommen und geküsst. Beim Weg zurück ins Quartier ließen wir uns Zeit, da die Geräuschkulisse ein frühes Einschlafen unmöglich gemacht hätte.

volle Distanz: 82.46 km
Maximale Höhe: 365 m
Minimale Höhe: 202 m
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Rhône-Saône-Rhin – Tag 16: Passavant-la-Rochére – Epinal (8.583 km)

Tafel an der Grenze des Departments Vogesen am Kanal der Vogesen (Bild: Klaus Dapp)
Tafel an der Grenze des Departments Vogesen am Kanal der Vogesen (Bild: Klaus Dapp)

Am nächsten Morgen wurden wir mit einem ausgiebigen „Continental“-Frühstück verwöhnt. Da die Entfernung nach La-Rochére nur wenige Kilometer beträgt, beschlossen wir die ältestes Glasfabrik Frankreichs, die seit 1475 besteht, zu besuchen. Wir kamen uns fast vor wie im Schwarzwald, Tannenbäume, Hügel, Bäche und eine kleine Siedlung mit Glashütte. Die liegt aus heutiger Sicht ziemlich ungünstig, da außer Wasser alle anderen Grundstoffe dort hintransportiert werden müssen. Bei der Gründung stand mit dem Wald die notwendige Energie zur Verfügung. Wir schauten zu, wie Glas geblasen wird. Es ist immer wieder faszinierend. In einem Museum wird moderne Glaskunst gezeigt. Das Gebäude ist in einen kleinen japanischen Garten eingefügt und hat so einen ganz besonderen Charakter.

Interessant finde ich, dass neben Produkten für den Haushalt auch Glasbausteine für den Bau hergestellt werden. In der Verkaufsausstellung entschied ich mich für eine kleine Glasschüssel … und durfte dann nicht mehr über die Likörgläser der Herzallerliebsten lästern.

Drehbrücke über den Kanal der Vogesen in Selles (Bild: Klaus Dapp)
Drehbrücke über den Kanal der Vogesen in Selles (Bild: Klaus Dapp)
Echte Hand- und Fußarbeit an der Drehbrücke über den Kanal der Vogesen in Selles (Bild: Klaus Dapp)
Echte Hand- und Fußarbeit an der Drehbrücke über den Kanal der Vogesen in Selles (Bild: Klaus Dapp)
Drehbrücke über den Kanal der Vogesen in Selles (Bild: Klaus Dapp)
Drehbrücke über den Kanal der Vogesen in Selles (Bild: Klaus Dapp)

Von La-Rochére fuhren wir zurück an den Kanal der Vogesen. Der zweigt in Corre von der Saône ab und führt zur Mosel. Die erste Begegnung mit dem Kanal hatten wie an der Drehbrücke in Selles, die auch heute noch per Hand bedient wird.

Rad- und Schiffsverkehr am Kanal der Vogesen (Bild: Klaus Dapp)
Rad- und Schiffsverkehr am Kanal der Vogesen (Bild: Klaus Dapp)
Wir erreichen das Departemant Vogesen - hier noch mit der alten Bezeichnung des Kanals als Canal de l-Est (Bild: Klaus Dapp)
Wir erreichen das Departemant Vogesen – hier noch mit der alten Bezeichnung des Kanals als Canal de l-Est (Bild: Klaus Dapp)
Blick vom höherliegenden Kanal auf den Ort Chaumousey (Bild: Klaus Dapp)
Blick vom höherliegenden Kanal auf den Ort Chaumousey (Bild: Klaus Dapp)
Straßenunterführung des Kanals Chaumousey (Bild: Klaus Dapp)
Straßenunterführung des Kanals Chaumousey (Bild: Klaus Dapp)

Im Höhenprofil lässt sich gut nachvollziehen, wie wir schrittweise von Schleuse zu Schleuse mit dem Kanal bis kurz hinter Girancourt aufgestiegen sind.

Brücke des Kanals der Vogesen über die Mosel in Epinal (Bild: Klaus Dapp)
Brücke des Kanals der Vogesen über die Mosel in Epinal (Bild: Klaus Dapp)
Blick auf die Mosel von der Brücke des Kanals der Vogesen in Epinal (Bild: Klaus Dapp)
Blick auf die Mosel von der Brücke des Kanals der Vogesen in Epinal (Bild: Klaus Dapp)

In Epinal erfolgt dagegen ein schneller Abstieg, bei dem die Schleusen in dichter Folge liegen und teilweise ineinander übergehen.

Blick auf die Basilika Saint-Maurice (Bild: Klaus Dapp)
Blick auf die Basilika Saint-Maurice (Bild: Klaus Dapp)
Bahnhof in Epinal (Bild: Klaus Dapp)
Bahnhof in Epinal (Bild: Klaus Dapp)

In Epinal erreichten wir unser Hotel in der Nähe vom Bahnhof. Nach einer kurzen Dusche wollten wir eigentlich nur noch kurz etwas essen gehen. Dabei kamen wir in ein USA Festival Musik mit Straßenkreuzern und Trucks, Sqaredance und Cheerleading. Die ganze Stadt hatte Spaß – und ich keinen Foto dabei… aber eine solche Atmosphäre lässt sich mit ein paar Bildern sowieso nicht einfangen.

Am nächsten Morgen ... ausschlafen nach der langen Nacht in Epinal (Bild: Klaus Dapp)
Am nächsten Morgen … ausschlafen nach der langen Nacht in Epinal (Bild: Klaus Dapp)
volle Distanz: 70.36 km
Maximale Höhe: 379 m
Minimale Höhe: 248 m
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Rhône-Saône-Rhin – Tag 15: Recologne – Passavant-la-Rochére (8.512 km)

Kirche von Ray-sur-Saône (Bild: Klaus Dapp)
Kirche von Ray-sur-Saône (Bild: Klaus Dapp)
Historisches Waschhaus von Ray-sur-Saône (Bild: Klaus Dapp)
Historisches Waschhaus von Ray-sur-Saône (Bild: Klaus Dapp)
Im historischen Waschhaus von Ray-sur-Saône (Bild: Klaus Dapp)
Im historischen Waschhaus von Ray-sur-Saône (Bild: Klaus Dapp)

Nach einer angenehmen Nacht und einem leckeren Bio-Frühtück wurden wir herzlich verabschiedet. Wir brachen zu einer der längsten Etappe auf. In Ray-sur-Saône schauten wir uns den alten Ortskern mit dem Waschhaus an. Weiter ging die Fahrt entlang der Saône.

Schattige Verbindungsstraße (Bild: Klaus Dapp)
Schattige Verbindungsstraße (Bild: Klaus Dapp)
Blick auf Rupt-sur-Saône (Bild: Klaus Dapp)
Blick auf Rupt-sur-Saône (Bild: Klaus Dapp)

In Rupt-sur-Saône machten wir einen kurzen Fotostop und folgten danach wieder der Saône.

Zufahrt zum Schiffstunnel bei Ovanches (Bild: Klaus Dapp)
Zufahrt zum Schiffstunnel bei Ovanches (Bild: Klaus Dapp)
Über dem Schiffstunnel bei Ovanches (Bild: Klaus Dapp)
Über dem Schiffstunnel bei Ovanches (Bild: Klaus Dapp)
Schiffstunnel bei Ovanches (Bild: Klaus Dapp)
Schiffstunnel bei Ovanches (Bild: Klaus Dapp)
Abzeigung des Schifffahrtskanals von der Saône (Bild: Klaus Dapp)
Abzeigung des Schifffahrtskanals von der Saône (Bild: Klaus Dapp)

Bei Ovanches kürzt der Schifffahrtskanal eine Schleife der Saône ab und macht sie dadurch erst schiffbar. Dies ist nur durch einen Tunnel möglich. Über den Hügel mussten wir mit den Rädern fahren.

Verbindungsstraße bei Purgerot oberhalb der Saône (Bild: Klaus Dapp)
Verbindungsstraße bei Purgerot oberhalb der Saône (Bild: Klaus Dapp)
Blick nach Baulay (Bild: Klaus Dapp)
Blick nach Baulay (Bild: Klaus Dapp)

Der Weg führt in diesem Bereich nur teilweise an der Saône entlang. Teilweise müssen kleine Sträßchen genutzt werden, so dass der Eindruck von der hügeligen Landschaft deutlich erfahrbar wird. In Scey-sur-Saône kauften wir ein, um für ein Picknick ausgestattet zu sein. In Port-sur-Saône gönnten wir uns einen Kaffee und stärkten uns für die nächste Bergpassage.

Verbindungsstraße von Vougécourt nach Passavant-la-Rochèr (Bild: Klaus Dapp)
Verbindungsstraße von Vougécourt nach Passavant-la-Rochèr (Bild: Klaus Dapp)

Auf ein Stück des engen Saône-Tals verzichteten wir, um Passavant-la-Rochèr mit möglichst moderater Steigung zu erreichen. Das war eine gute Idee, denn wir sind ziemlich müde in Passavant-la-Rochèr angekommen… und die Unterkunft lag etliche Dutzend Höhenmeter über der Ortsmitte, so dass wir noch einen letzten Aufstieg hatten. Dafür wurden wir herzlich empfangen. Wir bezogen eine Haushälfte und die Fahrräder durften wir durch den Hausflur in einen eigenen großen Lagerraum bringen. Nach dem Duschen bekamen wir ein leckeres dreigängiges Abendessen und genossen dann noch eine mitgebrachte Flasche Cidre. Ziemlich müde legten wir uns ins Bett.

Entsprechend dem Namen der Unterkunft Maison Brocante („Haus Altwarenhändler“) war die gesamte Unterkunft mit meist sehr schönen alten Möbeln und Dekoration ausgestattet. Leider war ich zu müde, um ein paar Fotos zu machen. Die Verkaufsausstellung zeigte auch ihre Wirkung. Die Herzallerliebste war von vier – wirlich schönen – Likör-Gläsern völlig begeistert … und so hatten wir nach sehr kurzen Verkaufsverhandlungen ein etwas schwereres Gepäck und schöne Erinnerungsstücke an die Reise.

volle Distanz: 88.37 km
Maximale Höhe: 307 m
Minimale Höhe: 202 m
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Rhône-Saône-Rhin – Tag 14: Pointallier-sur-Saône – Recologne (8.422 km)

Steintafel mit Entfernungen im Marne-Saône-Kanal (Bild: Klaus Dapp)
Steintafel mit Entfernungen im Marne-Saône-Kanal (Bild: Klaus Dapp)
Blick auf einen ausgebauten Abschnitt des Marne-Saône-Kanals (Bild: Klaus Dapp)
Blick auf einen ausgebauten Abschnitt des Marne-Saône-Kanals (Bild: Klaus Dapp)

Nach dem Frühstück brachen wir rasch auf, um am kühleren Vormittag zu fahren. Nach kurzer Zeit erreichten wir den Marne-Saône-Kanal, der einen kurvenreichen Abschnitt der Saône abkürzte und schiffbar machte.

Weg an der Saône bis zur Abzweigung nach Talmay (Bild: Klaus Dapp)
Weg an der Saône bis zur Abzweigung nach Talmay (Bild: Klaus Dapp)
"Weg" nach der Abzweigung nach Talmay (Bild: Klaus Dapp)
„Weg“ nach der Abzweigung nach Talmay (Bild: Klaus Dapp)

Um möglichst viel Strecke am kühlen Vormittag zu fahren, entschieden wir uns auch, auf einen Besuch des Schlosses in Talmay zu verzichten. Wir folgten deshalb nicht der Beschilderung sondern dem Track. Etwas verwundert waren wir schon, wie urwüchsig der Waldweg war. Als wir die Räder an einer Stelle über umgestürzte Bäume heben mussten, kamen uns dann doch ziemliche Zweifel, ob unsere „Abkürzung“ eine gute Idee war. Als nach einer Weile ein asphaltierter Weg nach Talmay abzweigte, entschlossen wir uns doch, über Talmay zu fahren.

Schlösschen in Talmay (Bild: Klaus Dapp)
Schlösschen in Talmay (Bild: Klaus Dapp)
Schlösschen in Talmay (Bild: Klaus Dapp)
Schlösschen in Talmay (Bild: Klaus Dapp)

Das Schlösschen entschädigte uns ein wenig für den Umweg. Eindrücklich war die sich langsam ändernde Landschaft. Neben den größeren Wäldern waren die Hügel sichtbarer. Die Zahl der Radtouristen nahm schon deutlich ab, nachdem wir den Eurovelo 6 verlassen hatten. In diesem Abschnitt waren wir fast alleine auf dem Radweg 50 unterwegs. Der Radweg 50 wird durch das Departement Haute-Saône unterhalten und ist in den allermeisten Abschnitten sehr gut ausgebaut, so dass wir gut vorankamen und die Landschaft genießen konnten.

Departmentstraße von Talmay nach Essertenne-et-Cecey (Bild: Klaus Dapp)
Departmentstraße von Talmay nach Essertenne-et-Cecey (Bild: Klaus Dapp)
Blick auf die Saône (Bild: Klaus Dapp)
Blick auf die Saône (Bild: Klaus Dapp)
Schmale Querung über ein modernes Wehr für die Schiffbarmachung der Saône (Bild: Klaus Dapp)
Schmale Querung über ein modernes Wehr für die Schiffbarmachung der Saône (Bild: Klaus Dapp)

In Gray machten wir eine Mittagspause in einen kleinen Park am Ufer der Saône, nachdem wir in einem Hyper-Intermaché noch eine Hautcreme für die Herzallerliebste besorgt hatten. Danach schauten wir uns die historische Altstadt an, die durch das Schloss bzw. die Burganlage, das Rathaus und die Kirche geprägt werden. Nach einem Espresso machten wir uns weiter auf den Weg.

Kirche von Gray (Bild: Klaus Dapp)
Kirche von Gray (Bild: Klaus Dapp)
Stadtmauer von Grey (Bild: Klaus Dapp)
Stadtmauer von Grey (Bild: Klaus Dapp)
Arkadengang am Rathaus in Gray (Bild: Klaus Dapp)
Arkadengang am Rathaus in Gray (Bild: Klaus Dapp)

Am Nachmittag begegneten wir einer Gruppe Rennradfahrer, die das Klischeebild fast abdeckten. Da es Mittwoch Nachmittag war, an dem Nachmittags schulfrei ist, waren es jedoch nicht ältere Männer sondern offensichtlich eine Jugendmannschaft eines Sportvereins. Außerdem beeindruckte uns eine junge Mountainbikerin, die uns einmal entgegenkam, einmal bei einer Pause überholte und uns dann etliche Kilometer entfernt wieder entgegenkam… und so langsam waren wir eigentlich auch nicht unterwegs, ihrem Trainingsstand aber nicht ansatzweise gewachsen.

Schiffstunnel bei Savoyeux (Bild: Klaus Dapp)
Schiffstunnel bei Savoyeux (Bild: Klaus Dapp)
Schiffstunnel bei Savoyeux (Bild: Klaus Dapp)
Schiffstunnel bei Savoyeux (Bild: Klaus Dapp)

Auch die Schifffahrt auf der Saône hatte einiges zu bieten. Neben diversen Kanälen, an denen wir oft unter Bäumen im Schatten gemütlich entlangfuhren, gibt es in diesem Bereich sogar einen Schiffstunnel. Leider müssen Räder über den Hügel, so hatte ich mich vergeblich auf eine kühle Tunnelpassage gefreut. Dafür hatten wir eine tolle Abfahrt zurück zum Kanal. Nach einigen weiteren Kilometern erreichten wir unsere Unterkunft.

Dort erwartete uns leider nicht die erhoffte Dusche. Wir waren trotz fast 10 Kilometern Umweg gegenüber der geplanten Strecke zu früh. Das Warten im Schatten bot mir die Gelegenheit diesen Blogbeitrag zu schreiben während die Herzallerliebste sich in der Zeitung über das Neueste aus der Region informierte.

Um so mehr Freude bereitete dann die solarbeheizte Dusche im kühlen Passivhaus. Voller Vorfreude auf das Bio-Dreigängemenü konnten wir dann noch Zeit im Naturgarten verbringen und den Vögeln zuhören bzw. zuschauen.

Haus Les Gourmandises (Bild: Klaus Dapp)
Haus Les Gourmandises (Bild: Klaus Dapp)
Garten Les Gourmandises (Bild: Klaus Dapp)
Garten Les Gourmandises (Bild: Klaus Dapp)

Der Aufenthalt im Haus und Garten Les Gourmandises war sicher ein Höhepunkt unserer Tour. Die Hausherrin Christine kümmert sich engagiert um Ihre Gäste. Sie lebt „Bio“ von ganzem Herzen und wie wir am Beispiel anderer Hausgäste sehen konnten überzeugt sie nicht durch Worte und Theorie sondern einfach indem das von ihr gekochte Bioessen toll schmeckt. Deshalb können wir nur empfehlen, das Essen bei einem Aufenthalt unbedingt mit zu bestellen.

volle Distanz: 69.08 km
Maximale Höhe: 235 m
Minimale Höhe: 185 m
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Rhône-Saône-Rhin – Tag 13: Lechâtelet – Pointallier-sur-Saône (8.352 km)

 Canal de Bourgogne (Bild: Klaus Dapp)
Canal de Bourgogne (Bild: Klaus Dapp)
Schiffahrtskirche Saint-Jean-Baptiste in Saint-Jean-De-Losne (Bild: Klaus Dapp)
Schiffahrtskirche Saint-Jean-Baptiste in Saint-Jean-De-Losne (Bild: Klaus Dapp)
Saint-Jean-De-Losne (Bild: Klaus Dapp)
Saint-Jean-De-Losne (Bild: Klaus Dapp)

Nach einem leckeren Frühstück bedankten wir uns für den tollen Abend und machten uns auf den Weg. In Saint-Jean-De-Losne fließt der „Canal de Bourgogne“ in die Saône, der für den Freizeitverkehr eine große Bedeutung hat. An der dortigen Schiffahrtskirche Saint-Jean-Baptiste trafen wir zufällig unsere Gastgeber der letzten Nacht.

Abzweig des „Canal Rhône-Rhin“ (Bild: Klaus Dapp)
Abzweig des „Canal Rhône-Rhin“ (Bild: Klaus Dapp)
Auf dem Weg zwischen dem Canal Rhône-Rhin und der Saône (Bild: Klaus Dapp)
Auf dem Weg zwischen dem Canal Rhône-Rhin und der Saône (Bild: Klaus Dapp)

Weiter auf dem Weg kamen wir an den Abzweig des „Canal Rhône-Rhin“ der „direkt“ nach Mulhouse führt und von dort weiter bis zum Rhein kurz vor Basel. An der Abzweigung trafen wir eine Familie mit dem Pino Stufentandem, die einem Schiff beim Schleusen zusah. Wir folgten dem Kanal eine Weile und freuten uns über den beschatteten Weg. Nach kurzer Zeit mussten wir wieder Richtung Saône abbiegen. An dieser fuhren wir weiter bis zum Verbindungskanal nach Auxonne. Dort setzten wir uns in den Schatten an einer Schleuse und schauten während dem Mittagessen dem Schleusen zu.

Das machte viel Spaß, da dort wohl ausschließlich Freizeitkapitäne unterwegs sind. Es gibt dann oft das typische Bild von „Vadder“ am Steuer und „Mudder“ als Hilfspersonal. Leider mussten wir dann doch weiter als eines der Schleusentore sich nicht mehr öffnete und eine resolute Belgierin des Wartens auf ein Boot mit neuseeländischer Besatzung überdrüssig war und ins Geschehen eingriff, indem sie den Service von Voies navigables de France anforderte.

Ortsstraße in Auxonne (Bild: Klaus Dapp)
Ortsstraße in Auxonne (Bild: Klaus Dapp)
Burg von Auxonne (Bild: Klaus Dapp)
Burg von Auxonne (Bild: Klaus Dapp)
Burg von Auxonne (Bild: Klaus Dapp)
Burg von Auxonne (Bild: Klaus Dapp)

Darauf wollten wir dann nicht mehr warten und fuhren weiter am Verbindungskanal entlang nach Auxonne. Dort besichtigten wir die alte Burg, die von Ludwig dem 11. als Machtsymbol erbaut und in den folgenden Jahrhunderten immer weiter an die Entwicklung der Militärtechnik angepasst wurde. Zuletzt diente die Burg im Ersten Weltkrieg als Feldlazarett. In der Stadt befinden sich bis heute noch Kasernen.

Pointailler-sur-Saône (Bild: Klaus Dapp)
Pointailler-sur-Saône (Bild: Klaus Dapp)

Der weitere Weg verlief bis auf einen größeren Umweg entlang der Saône. So konnten wir die zunehmende Zahl an Freizeitkapitänen in Leihbooten beobachten – und das obwohl die Hochsaison noch gar nicht begonnen hat. Bei der zunehmenden Wärme waren wir froh, als wir in Pointailler-sur-Saône ankamen und gleich duschen konnten. Anschließend machten wir eine kleine Runde durch den Ort und besorgten wir uns noch ein paar Kleinigkeiten zum Essen und eine Flasche Cidre doux (ja, den süßen). Nach einer Pause an der Saône setzten wir uns in den Garten der Unterkunft. Während die Herzallerliebste las, strickte und schlief, machte ich mich an diesen Text.

Nach dem Abendessen schliefen wir bald ein. Das Fahren bei fast 30 Grad ist doch anstrengend und lässt im kühlen Zimmer gut schlafen.

volle Distanz: 68.18 km
Maximale Höhe: 209 m
Minimale Höhe: 183 m
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Rhône-Saône-Rhin – Tag 12: Chalon-sur-Saône – Lechâtelet (8.283 km)

Wegweiser an der Departementsgrenze (Bild: Klaus Dapp)
Wegweiser an der Departementsgrenze (Bild: Klaus Dapp)

Beim Frühstück plauderten wir mit einem deutschen Radreisenden, der seit vier Wochen von Faro in Portugal auf dem Eurovelo 6 über Spanien und Frankreich nach Freiburg im Breisgau unterwegs war. Nach den Berichten scheidet für mich Radfahren in Spanien aus. Es gibt dort wohl kaum Radinfrastruktur und die Wege sind auf Mountainbikes ausgelegt. Beim Abschied sollte ich noch kurz die Vorteile des Liegerad erklären – was ich gerne tat.

Querung des Kanals "du Centre" am Ortsrand von Chalon-sur-Saône (Bild: Klaus Dapp)
Querung des Kanals „du Centre“ am Ortsrand von Chalon-sur-Saône (Bild: Klaus Dapp)

Auf Nebenstraßen verließen wir Chalon-sur-Saône und ab der Querung des Kanal „du Centre“ am Ortsrand von Chalon-sur-Saône fuhren wir auf eigenem Radweg oder sehr wenig befahrenen Nebenstraßen bis zur Mündung des Doubs in Verdun-Sur-Le-Doubs. Bis La Barre fuhren wir am Doubs entlang bis wir wieder an die Saône wechselten.

Blick auf die Mündung des Doubs in die Saône in Verdun-Sur-Le-Doubs (Bild: Klaus Dapp)
Blick auf die Mündung des Doubs in die Saône in Verdun-Sur-Le-Doubs (Bild: Klaus Dapp)
Unendliche Weiten ... (Bild: Klaus Dapp)
Unendliche Weiten … (Bild: Klaus Dapp)

Die Landschaft ist beeindruckend. Bis auf wenige kleine Erhebungen ist es flach. Durch die großflächige Landwirtschaft wird diese Weite noch unterstrichen. Das hat allerdings den Nebeneffekt (neben den nachteiligen ökologischen Wirkungen der Intensivlandwirtschaft), dass der Wind um so besser wehen kann. Entsprechend der Wettervorhersage wehte es der Herzallerliebsten entgegen. Ich hatte es mal wieder viel leichter.

Blick auf eine ehemalige Schleuse bei Trugny (Bild: Klaus Dapp)
Blick auf eine ehemalige Schleuse bei Trugny (Bild: Klaus Dapp)
Ortskern von Seurre (Bild: Klaus Dapp)
Ortskern von Seurre (Bild: Klaus Dapp)
Rathaus von Seurre (Bild: Klaus Dapp)
Rathaus von Seurre (Bild: Klaus Dapp)
Schleuse in den Schifffahrtskanal bei Seurre (Bild: Klaus Dapp)
Schleuse in den Schifffahrtskanal bei Seurre (Bild: Klaus Dapp)

In Seurre deckten wir uns mit Lebensmitteln ein. In den nächsten Tagen wird die Besiedlung eher geringer und wir wollen nicht zu viel Zeit mit der Suche nach Lebensmittelläden verbringen. Leider haben die jeweiligen Restaurants und Läden noch nicht wie beispielsweise am Mainradweg erkannt, dass da Kundschaft vorbeifährt.

Landsitz bei Pouilly-sur-Saône (Bild: Klaus Dapp)
Landsitz bei Pouilly-sur-Saône (Bild: Klaus Dapp)
Ehemaliges Dorfgasthaus Cascarot in Lechâtelet (Bild: Klaus Dapp)
Ehemaliges Dorfgasthaus Cascarot in Lechâtelet (Bild: Klaus Dapp)
Ehemaliges Dorfgasthaus Cascarot in Lechâtelet mit Terrasse zur Saône (Bild: Klaus Dapp)
Ehemaliges Dorfgasthaus Cascarot in Lechâtelet mit Terrasse zur Saône (Bild: Klaus Dapp)
Herzallerliebste beim Stricken und Lesen (Bild: Klaus Dapp)
Herzallerliebste beim Stricken und Lesen (Bild: Klaus Dapp)
Abendessen mit Blick auf die Saône in Lechâtelet (Bild: Klaus Dapp) (Bild: Klaus Dapp)
Abendessen mit Blick auf die Saône in Lechâtelet (Bild: Klaus Dapp) (Bild: Klaus Dapp)

Auf teilweise gut geschotterten oder asphaltierten Feldwegen und kleinen Nebenstraßen erreichten wir Lechâtelet und unsere Unterkunft. Cascarot ist ein ehemaliges Dorfgasthaus und liegt direkt an der Saône. Da wir heute richtig gut vorangekommen sind, freuten wir uns besonders, dass wir schon unser Zimmer beziehen konnten. Nach der Besprechung des Abendmenüs, das trotz der britischen Wirtin ohne Minzsauce angeboten wird, machten wir uns an die Urlaubsaktivitäten: Kette schmieren, Blog schreiben, Stricken und Lesen.

Schleuse und ehemaliger Schifffahrtskanal in Lechâtelet (Bild: Klaus Dapp) (Bild: Klaus Dapp)
Schleuse und ehemaliger Schifffahrtskanal in Lechâtelet (Bild: Klaus Dapp) (Bild: Klaus Dapp)

Nach dem leckeren und ausgiebigen Abendmenü mit Blick auf die Saône machten wir noch einen kleinen Abendspaziergang zur ehemaligen Schleuse.

volle Distanz: 60.25 km
Maximale Höhe: 200 m
Minimale Höhe: 179 m
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