Archiv der Kategorie: Reparaturen / Umbau

Flexibilisierung (5.106 km)

Neues Hybridschutzblech (Bild: Klaus Dapp)

Neues Hybridschutzblech (Bild: Klaus Dapp)

‎Nach dem zweiten gebrochenen Schutzblech will ich es jetzt mit mehr Flexibilität probieren. Durch die Federung schwingt die Hinterradschwinge mit vergleichsweise hohen Frequenzen. Da reicht dann schon eine kleine Vorschädigung, damit das Schutzblech bricht.

Verbliebener Schutzblechrest (Bild: Klaus Dapp)

Verbliebener Schutzblechrest (Bild: Klaus Dapp)

Das Phänomen kenne ich noch von meinem Ostrad. Dort hatte ich das gesamte Schutzblech durch einen alten Mantel ersetzt. Da das Schutzblech zweimal hinter der vorletzten Strebe gebrochen ist, probiere ich jetzt eine „Hybrid-Lösung“ aus. Ich bin gespannt, ob sich die Idee und ihre Ausführung bewährt.

Ansicht von hinten (Bild: Klaus Dapp)

Ansicht von hinten (Bild: Klaus Dapp)

Schutzblechhalterung als Verstärkung (Bild: Klaus Dapp)

Schutzblechhalterung als Verstärkung (Bild: Klaus Dapp)

Mit den Zwischenhalterungen habe ich die Form des Mantels aufgespannt, um eine halbwegs einheitliche Form zu erreichen … den Schönheitspreis gewinnt das Ganze noch nicht. Vielleicht muss ich eine zweite Version bauen.

Nieten von oben - in der Decke ohne Unterlagscheibe (Bild: Klaus Dapp)

Nieten von oben – in der Decke ohne Unterlagscheibe (Bild: Klaus Dapp)

Leider habe ich keine gescheite Werkstatt, so dass mal wieder etwas Gebastel entstanden ist … ich bin gespannt, wie lange die Konstruktion hält.

Bei einer kleinen Probefahrt hat sich der tiefer heruntergezogene Rand des Fahrradmantels schon bewährt: Der Dreck wurde zurückgehalten. Das spricht für eine Komplettlösung, da ich mich  seit Anfang an über die Spritzerei trotz Schutzblech ärgere. Einen echten Test mache ich erst nach der Jahreswartung, sonst wird das werkstattgerechte Vorreinigung noch umfangreicher (und damit teurer). Der Griesheimer Sand im Frühjahr ist sicher ein Härtetest…

Alpe-Adria Tag 5: Molzbichl – Villach (4.540 km )

Grasshopper auf dem Hochwasserdamm an der Drau (Bild: Klaus Dapp)

Grasshopper auf dem Hochwasserdamm an der Drau (Bild: Klaus Dapp)

Nach einem ausgiebigen Frühstück und der Aufforderung, die Semmeln doch mitzunehmen verabschiedete ich mich mit einer Runde auf dem Hof. Die begeisterte Wirtin und die staunende Enkelin sollten doch sehen, wie ein Liegerad fährt. Wir hatten viel Spaß – Liegeräder sind in der Gegend noch rar.

Gemütlich fuhren wir der Drau entlang und genossen das leichte Gefälle und das angenehme Wetter. In Feffernitz setzten wir mit der Gierfähre nach Lansach über. Mich begeistert es immer wieder, nur durch die Strömung angetrieben zu werden. Auf der anderen Seite angekommen, konnten wir noch einen Pensionisten überraschen, der damit sicher für die nächsten Tage ein Gesprächsthema hatte.

Antje läutet nach der Fähre von Feffernitz nach Lansach (Bild: Klaus Dapp)

Antje läutet nach der Fähre von Feffernitz nach Lansach (Bild: Klaus Dapp)

Gierfähre von Feffernitz nach Lansach (Bild: Klaus Dapp)

Gierfähre von Feffernitz nach Lansach (Bild: Klaus Dapp)

Leider bin ich beim Ein- und Ausladen in die Fähre am vorderen und hinteren Schutzblech hängen geblieben. Am vorderen Schutzblech riss ich den Lappen ab und das hintere Schutzblech riss hinter der zweiten Strebe ein. Ich war gespannt, wann es komplett abreißen würde.

Gemütlich ging es weiter nach Villach. Dort kamen wir so früh an, dass wir am Ufer der Drau eine längere Rast einlegten, um pünktlich zur Öffnungszeit zur Jugendherberge zu kommen. Ich nutzte die Rast, um den Lappen am vorderen Schutzblech mit Gewebeband anzukleben und das hintere Schutzblech an der Einrissstelle zu verstärken.

In der Jugendherberge erkannte der Herbergsvater, dass ich wohl keinen Spaß damit hätte, mein Rad in den Keller zu tragen. Nach kurzem Nachdenken, durften die Räder auch angesichts der aufziehenden Wolken ins Foyer und gaben einen netten Blickfang. Davon konnte etwas später eine Gruppe Motorradfahrer nur träumen, die im vollen Gewitterregen ankamen und sich und ihre Sachen trockenlegen mussten.

Aufziehendes Gewitter bei Villach (Bild: Klaus Dapp)

Aufziehendes Gewitter bei Villach (Bild: Klaus Dapp)

Nachdem das Gewitter vorbei war, gingen wir in die Stadt und besichtigten im Stadtmuseum die Spuren der Römer und anderer Siedler der letzten Jahrhunderte. Im Unterschied zu anderen Städten waren es keine Stadtbrände sondern zwei furchtbare Erdbeben, die 1348 und 1690 die Stadt schwer beschädigten. Und natürlich schauten wir uns auch die Ausstellung zu Philippus Aureolus Theophrastus Bombastus an. Der in Villach geboren wurde und später unter dem Pseudonym Paracelsius bekannt wurde.

Beim Spaziergang durch die Stadt fiel uns der Leerstand auf. Hier läuft die Umstrukturierung noch kräftig. Wir verbrachten unseren Abend im Biergarten des Villacher Brauereigasthofs und trugen mit einer Bierverkostung zum Wachstum bei. Da gab es wirklich leckere Biere zu trinken…

Jahresinspektion (3.486 km)

Scheuerstellen an der Federgabel (Bild: Klaus Dapp)

Scheuerstellen an der Federgabel (Bild: Klaus Dapp)

Laut Wartungsplan von HP Velotechnik sind einmal im Jahr oder alle 3000 km diverse Wartungsarbeiten durchzuführen. Dazu gehört auch ein Ölwechsel der Rohloff Nabe (jährlich bzw. alle 5000 km) und die Überprüfung diverser Lager. Außerdem wurde der verstellbare Sitzanschlag montiert und eine größere Unterlegscheibe an der Befestigung des Schutzblechs montiert, damit der Dreck nicht zum Befestigungsloch rausspritzt. Darüber hinaus mussten die Bremsbeläge bei beiden Scheibenbremsen getauscht werden.

So konnte ich meinen Grasshopper bei Fahrrad Claus in Trebur sauber, knarz- und quietschfrei wieder abholen. Dabei wurde ich allerdings auf Schäden an der Vorderradgabel hingewiesen. Unter den Silikonschützern hat sich offensichtlich der berüchtigte Griesheimer Sand angesammelt und dann bei jeder Federung an der Gabel geschmirgelt. Das hätte ich wohl viel öfter saubermachen müssen… im nächsten Jahr ist mindestens eine Gabelwartung fällig. Und zu den sonstigen Vorsätzen für 2016 kommt auch noch dazu: „Die Gabel regelmäßig saubermachen“.

Eingesautes Vorderrad (Bild: Klaus Dapp)

Eingesautes Vorderrad (Bild: Klaus Dapp)

Verschlammter SON Nabendynamo (Bild: Klaus Dapp)

Verschlammter SON Nabendynamo (Bild: Klaus Dapp)

Verschlammte Rohloff Nabe (Bild: Klaus Dapp)

Verschlammte Rohloff Nabe (Bild: Klaus Dapp)

Zu Hause angekommen, musste ich leider feststellen, dass auch der Versuch durch langsames Durchfahren von Pfützen Schlimmeres zu verhindern, nicht geholfen hat. Der Griesheimer Sand hat wieder einmal voll zugeschlage. Dabei bin ich zum größten Teil auf asphaltierten oder betonierten Wegen unterwegs gewesen… allerdings waren diverse Bauern schon kräftig aktiv und das bleibt meist nicht ohne Folgen. Ich werde wohl meine guten Vorsätze bald umsetzen müssen.

Gegen den Wind … auf dem Weg zur Jahresinspektion (3.456 km)

Stürmischer Morgen im Hessischen Ried (Bild: Klaus Dapp)

Stürmischer Morgen im Hessischen Ried (Bild: Klaus Dapp)

Da wollte ich rasch zur Inspektion meines Rades düsen … und musste kräftig mit dem Wind kämpfen. Da ich einen engen Zeitplan hatte, habe ich ziemlich zugetreten. So war mir trotzt fünf Grad schnell ziemlich warm. Aber das war die Gelegenheit meine neue Radunterhose für kalte, windige Tage zu testen. Davon demnächst einmal mehr.

Einstellbarer Sitzanschlag (Bild: Klaus Dapp)

Einstellbarer Sitzanschlag (Bild: Klaus Dapp)

Leider habe ich weder eine gescheite Werkstatt noch Zeit, mal richtig liebevoll zu schrauben. Deshalb liegen die einstellbare Sitzanschläge noch immer hier rum. Im Rahmen der Inspektion mit Ölwechsel der Rohloff Narbe sollen die jetzt mit angebracht werden.

Ein weiterer Punkt ist das Schutzblech … auch wenn ich langsam fürchte da einen Fetisch zu entwickeln. Nach dem Austausch des gebrochenen Schutzblechs und der Anpassung an die schmaleren Reifen ist die Situation schon viel besser geworden und es spritzt weniger Dreck in der Gegend rum. Aber so richtig zufrieden bin ich immer noch nicht. Der feine Sand im Ried ist eine echte Herausforderung. Einen Punkt zur Verbesserung habe ich noch gefunden. An einer Stelle der Befestigung des Schutzblechs muss noch eine Unterlegscheibe hin. Auch wenn das nur ein kleines Loch ist … die Sauerei kommt durch. Auch das habe ich für die Inspektion in Auftrag gegeben. Ansonsten möchte ich in der Garantiezeit zumindest die von HP Velotechnik vorgesehenen Wartungsarbeiten machen lassen. Ich bin gespannt, ob nächste Woche dann Alles noch besser ist… und um wieviel Geld ich dann ärmer bin.

Dreck an der Befestigung des hinteren Schutzblechs (Bild: Klaus Dapp)

Dreck an der Befestigung des hinteren Schutzblechs (Bild: Klaus Dapp)

Gutes Timing – Platten in der Werkstatt (3.207 km)

Nagel im Marathon Plus (Bild: Bastian Wegner)

Nagel im Marathon Plus (Bild: Bastian Wegner)

Es gibt Phasen im Leben, da ist die eine Baustelle noch nicht beendet und schon sind zwei Neue da. Deshalb habe ich auch keine (großen) Skrupel, meine Räder auch bei kleineren Reparaturen in die Werkstatt zu bringen. Ohne eine vernünftige eigene Werkstatt macht mir das Schrauben keinen Spaß und die Ergebnisse sind dann auch nicht wirklich gut und dauerhaft. Deshalb bin ich bei tollem Radwetter mit gebrochenem und dadurch heftig klappernden Schutzblech von Darmstadt nach Trebur gefahren und habe den Grasshopper abgegeben.

Als ich das Rad wieder abgeholt habe war ich doch überrascht, dass der Austausch des Schutzblechs und das Einstellen der Bremse 80 Euro kosten sollte. Bevor ich mich weiter wundern konnte, habe ich gleich ein Beweisfoto vom Reißnagel bekommen. Da muss ich bei der nächsten Messe mal kritische Fragen beim Stand von Schwalbe stellen, warum der Schwalbe Maraton Plus durch einen einfachen Reißnangel zu durchstechen ist. Das sieht auf den Werbebildchen doch anders aus…

Ich war froh, dass der Platten gleich repariert wurde. So konnte ich mich auf dem Rückweg an der ruhigen Fahrt freuen. Um zu testen, ob das neue eng montierte Schutzblech endlich den Dreck einfängt, war es zum Glück zu trocken. Ich bin auf die Schlammfahrten in den nächsten Wochen gespannt.

Kleine Ursache … große Wirkung (1.867km)

Probleme mit der Lenkerbefestigung (Bild: Klaus Dapp)

Probleme mit der Lenkerbefestigung (Bild: Klaus Dapp)

Bereits kurz nach dem Kauf musste ich feststellen, dass der Lenker sich verdreht. Da dies entsprechend der Anleitung prinzipiell vorgesehen ist, um größere Schäden an Lenker und Vorbau bei einem Sturz oder Umfallen des Rades zu vermeiden, habe ich mir zuerst keine Gedanken gemacht. Im Rahmen der Erstinspektion wurde der Lenker überprüft und die Klemmung durch meinen Fachhändler nachgezogen.

Unterlagscheibe für die Klemung des Lenkers - links Original, rechts defekt (Bild: Klaus Dapp)

Unterlagscheibe für die Klemung des Lenkers – links Original, rechts defekt (Bild: Klaus Dapp)

Unterlagscheibe für die Klemung des Lenkers - links Original, rechts defekt (Bild: Klaus Dapp)

Unterlagscheibe für die Klemung des Lenkers – links Original, rechts defekt (Bild: Klaus Dapp)

Nach etwa 500 Kilometern musste ich feststellen, dass die schwarze Unterlagscheibe beschädigt war. Ich habe den Schnellspanner deshalb auf meine Kosten ausgetauscht. Nach weiteren etwa 500 Kilometern und etwa dreimaligem Nachziehen war die Unterlagscheibe schon wieder defekt.

Da die Spezialradmesse (SPEZI) bevorstand, habe ich einige Tage davor eine Mail mit der Fehlerbeschreibung an HP Velotechnik geschickt und das Thema dann angesprochen. Wir waren uns schnell einig, dass die Aufnahme am Vorbau (siehe gelber Pfeil oben) nicht in Ordnung war und das Teil ausgetauscht werden sollte.

Rohteil des Vorbaus (Bild: Klaus Dapp)

Rohteil des Vorbaus (Bild: Klaus Dapp)

Kurz vor meiner Radtour an der Loire kam auch ein Ersatzteil und jetzt war die Aufnahme auch vollständig. Leider hatte ich vor der Tour keine Zeit mehr, das Teil einzubauen. Nachdem ich wieder zurück war habe ich so wenig Zeit gehabt, dass ich einen Termin mit meinem Fachhändler ausgemacht habe.

Der erste Termin ging leider schief. Als ich nach knapp zwei Stunden zum Abholen des Rades kam, musste ich leider erfahren, dass mein mitgebrachtes Teil nur ein Rohteil ist und noch eine Achse eingepresst werden muss. Ich gebe offen zu, ich war nicht begeistert – immerhin war das Wetter klasse und der Rückweg nach Darmstadt hat Spaß gemacht.

Vorbau komplett (Bild Klaus Dapp)

Vorbau komplett (Bild Klaus Dapp)

Nachdem ich schon überlegt habe, ob ich zum Tag der offenen Tür bei HP Velotechnik mit dem defekten Teil vorfahre und  kräftig maule, kam kurz vorher die Nachricht, dass der komplette Vorbau da ist und montiert werden kann.

Diesmal dauerte es eine gute Stunde und ich konnte den Grasshopper mit neuem Vorbau und neuer Klemmung fahren. Jetzt hoffe ich, dass das Thema Lenkerklemmung abgehakt ist – alle 500 Kilometer einen neuen Schnellspanner zu kaufen, wäre ein teurer Spaß gewesen. So sind mir keine Kosten entstanden und ich habe wieder gelernt: Die Lebensweisheit, dass kleine Ursachen oft eine große Wirkung haben, hat sich wieder bewährt … und bei der nächsten Reklamation gehe ich brav direkt über den Händer, dann spare ich mir hoffentlich eine Schleife.

Schlanker werden (840km)

Hörnchen mit Spielgel an der rechten Seite (Bild: Klaus Dapp)

Hörnchen mit Spielgel an der rechten Seite (Bild: Klaus Dapp)

Nach einigen Monaten Überlegen, habe ich mich entschieden, das Hörnchen und den Spielgel an der rechten Seite abzuschrauben und das Fahrrad damit schlanker zu machen (mich hat das Radfahren in den letzten Monaten leider nur ein bisschen schlanker gemacht). Die Nachteile überwogen leider die Vorteile.

Folgende Nachteile haben sich herausgestellt:

  • Da ich das Rad über eine Treppe in den Fahrradkeller schaffen muss, ist das Rein- und Rausgehen immer eine Hakelei. Das fängt schon an der Tür zum Fahrradkeller an, für die der Lenker mit Hörnchen rechts und links ca. 5 cm zu breit ist,
  • Außerdem musste ich an den allseits geliebten Drängelgittern und Engstellen auf Radwegen immer wieder aufpassen, dass ich nicht auf einer Seite einen Spiegel abreiße.
  • Zuletzt hat es sich bei Bahntransporten insbesondere in Nahverkehrszügen als unvorteilhaft erwiesen, dass ich das Rad nicht an eine Seite anlehnen kann.

Mit der Entscheidung muss ich auf folgende Nachteile verzichten:

  • Der zweite Außenspiegel hat den Rückblick verbessert – allerdings ist der linke Spiegel wesentlich wichtiger.
  • Die Hörnchen auf beiden Seiten haben ein wenig Cockpit-Feeling vermittelt – und der Platz für die Airzound-Hupe war ideal.
Radroute zwischen Griesheim und Trebur (Bild: Klaus Dapp)

Radroute zwischen Griesheim und Trebur (Bild: Klaus Dapp)

Da ich mir nicht ganz sicher war, wie der Schalthebel der Rohloffschaltung zu demontieren ist, bin ich nach Trebur zu Fahrrad Claus gefahren, bei dem ich den Grasshopper gekauft habe. Für den Weg dorthin habe ich mal wieder dem Radroutenplaner Hessen vertraut. Die Route war bei dem schönen Wetter gut zu fahren, ich war nur wieder froh, dass ich mich gegen ein Dreirad entscheiden hatte… das wäre ein ziemliches Gehoppel geworden.

Jetzt weiß ich, dass die Abdeckung über dem Rohloff-Schaltgriff nur geklemmt ist und einfach entfernt werden kann – das ist gleichzeitig aber auch der Grund dafür, warum sich das Rad nicht einfach am Lenker tragen lässt.

Grasshopper mit linkem Außenspiegel (Bild: Klaus Dapp)

Grasshopper mit linkem Außenspiegel (Bild: Klaus Dapp)

Profi Dry Lube – Die Kettenschmierung (737km)

Irgendwann muss das Thema ja auftauchen … die Diskussionsforen und Testberichte sind voll von Vorschlägen zur besten Kettenschmierung.

Meine Strategie in den letzten Jahrzehnten beim Peer Gynt und bei meinen Osträdern war die „gepflegte Verwahrlosung“. Ich habe die Kette mit unterschiedlichen zähflüssigen Ölen geölt und teilweise gewachst und dann so wenig wie möglich daran gemacht. Nach einer längeren oder kürzeren Weile habe ich dann versucht, das Gesamtsystem möglichst gut zu reinigen und dabei ein Dreck-Öl-Wachs-Konglomerat von den Kettenröllchen (bzw. bei den Kettenschaltungen vom Schaltwerk) und von den Kettenblättern gekratzt. Dann habe ich versucht, den Dreck aus den Rohren zu bekommen, z.B. indem ich ein Stoffstückchen in die Kette gesteckt habe und diese dann durchgezogen habe. Die Sauerei war ziemlich groß und der Aufwand zur Reinigung trotz unterlegter Zeitung entsprechend. Die Dreckklümpchen haben es immer wieder unter die Zeitung geschafft und den Boden versaut.

Deshalb habe ich den Grasshopper von Anfang an entsprechend des Wartungshinweises von HP Velotechnik mit Profi Dry Lube (PDL) behandelt. Die Hinweise auf der Dose, dass ein Nachschmieren beim Motorad nach 400-600 Kilometern bzw. nach Regenfahrten erforderlich sei und PDL sehr ergiebig sei, hat mich so optimistisch gemacht, dass ich nur eine 150 ml Dose gekauft habe. Das war keine gute Idee. Denn die Dose ist inzwischen leer. Das liegt sicher auch an der im Vergleich zum Motorrad längeren Kette. Darüber hinaus reichen offensichtlich Dreck, Feuchtigkeit und Wasserspritzer, die vom Boden an die Kette kommen, um das Schmiermittel aufzubrauchen – da meine Umdrehungszahl der Kette sicher weit unter einem Motorrad liegt, gehe ich nicht davon aus, dass ich den Schmierstoff abschleudere.

Jetzt habe ich eine 400ml-Dose des PDL gekauft und hoffe, dass ich damit ein Stück weit komme. Auch diesmal habe ich die Kette vor der Neubehandlung gründlich saubergemacht, das die hohe Kriechfähigkeit des PDL nicht dazu führt, den Dreck in die Gelenke zu spülen. Ganz verhindern lässt sich das nicht und die Geräuschkulisse nach dem Schmieren ist nicht beruhigend – im Gegenteil es knirscht an Kettenblatt und Ritzel und die Kettenschutzrohre rasseln kräftig. Und das, obwohl ich entsprechend den Angaben von PDL die Kette im Abständ von einigen Minuten zwei mal behandelt habe. Ich bin gespannt wann die nächste Ölung notwendig wird und wann die große Dose leer ist.

Auf dem Weg zu Dackelschneidern* (350km)

Grasshopper mit 35mm breiten Reifen

Grasshopper mit 35mm breiten Reifen bei Griesheim (Bild: Klaus Dapp)

Auf den ersten Blick fällt es nicht deutlich auf … im Vergleich schon: Die Reifen sind 12 mm, d.h. 25%, schmäler als zuvor.

Grasshopper mit 47mm breiten Reifen

Grasshopper mit 47mm breiten Reifen (Bild: Klaus Dapp)

Die Antwort auf meine Nachfrage bei HP Velotechnik, warum sie denn diese breiten Reifen ausgewählt haben, war etwas überraschend: „Bei der Entscheidung für die 47er-Version könnten auch optische Gründe eine Rolle gespielt haben. Damit ist das Verhältnis Größe des Reifens/Laufrades zum Schutzblech gemeint. “

Da war für mich klar, dass ich die schmäleren Reifen ausprobieren möchte. Vor allem um die Wirkung der Schutzbleche zu erhöhen … und ein wenig um die Ankerwirkung der breiten Marathon plus Reifen zu vermindern. Ein weiterer positiver Nebeneffekt ist, dass damit das Rad ein gute Kilogramm leichter wird und die Reifen einen höheren Druck vertragen.

Der erste Eindruck war gemischt. Die Reifen fahren sich merkbar härter und die Federung schafft es nicht vollständig, den Unterschied wegzubügeln. Das Anfahrverhalten ist gefühlt deutlich besser. Viel schneller schienen die Reifen nur auf den ersten Kilometern … dann habe ich den Tacho auf den kleineren Umfang eingestellt und damit ist die ablesbare Auswirkung geringer geworden.

Eine gewisse Besserung ist beim eigentlichen Anlass eingetreten: Die Sauerei beim Fahren wird kleiner. Allerdings muss ich die Schutzbleche hinten noch näher an die Reifen montieren, damit der Effekt größer wird. Leider hatte ich kein passendes Distanzstück zum Rahmen zur Hand. Eine vollständige Lösung des Problems ist damit leider nicht erreicht, was das folgende Bild zeigt … allerdings ist dieser Boden in Griesheim, der von den angrenzenden Feldern auf einem betonierten Feldweg geschwemmt wurde wirklich extrem.

Insgesamt werde ich die Reifen mit 7 bar aufgepumt weiter nutzen. Die Luftfederung habe ich mit 15 bar noch etwas härter aufgepumpt, damit die Federung mehr Federweg bekommt.

Dreck am vorderen Schutzblech

Dreck am vorderen Schutzblech des Grasshoppers (Bild: Klaus Dapp)

*Als Dackelschneider bezeichnen Rennradfahrer besonders schmale Reifen (mehr dazu siehe hier)

Erstinspektion (320km)

Grasshopper nach der Erstinspektion

Grasshopper nach der Erstinspektion (Bild: Klaus Dapp)

Drei Monate oder 300 Kilometer, dann soll nach dem Hersteller HP Velotechnik eine Erstinspektion stattfinden.

Ich bin doch ein bisschen stolz, dass ich es trotz der Kälte schon nach zwei Monaten hinbekommen habe, die 300 Kilometer zu fahren. Auch wenn die teilweise schlammigen Wege dazu beigetragen haben, dass ich gefühlt mehr Rad geputzt als Rad gefahren bin.

Und es gab tatsächlich auch Dinge, die mich gestört haben. Das hintere Schutzblech rasselte und das Kettenschutzrohr im Rücklauf blieb nicht an seinem Platz. Und nach der Erstinspektion hat Nichts mehr gerasselt und das Kettenrohr bleibt an seinem Platz. Die Lösung war ganz einfach … das Rücklaufrohr muss an einem Fixpunkt richtig eingehängt sein – das weiß ich jetzt. Und damit hat sich die Erstinspektion gelohnt.

Leider habe ich das wunderschön geputzte Rad auf der Rückfahrt schon wieder eingesaut… und das obwohl ich nur auf ausgeschilderten Radrouten gefahren bin, die asphaltiert bzw. betoniert waren.

Grasshopper nach der Erstinspektion

Grasshopper nach der Erstinspektion (Bild: Klaus Dapp)

Zentrale Ursache dafür ist der Boden im Hessischen Ried (Rheinaue mit intensivem Gemüseanbau). Aber klar ist auch, dass die ca. 50mm breiten Schutzbleche für die 47mm breiten Marathon plus Reifen zu schmal sind. Eine neue Aufgabe ist definiert.