Kategoriearchiv: Grasshopper fx Liegerad

Erfahrungen mit den Kettenschmierstoffen S100 / Profi Dry Lube (PDL) (3.390 km)

Aber nicht nur der Straßenbelag (siehe letzter Beitrag) sondern auch der Grasshopper braucht regelmäßig ein wenig Unterhaltung. Nach knapp 400 Kilometern musste ich dringend wieder einmal Nachschmieren. Die Geräuschkulisse war für mich nicht mehr erträglich und ich hoffe, dass ich auch wieder schneller vorankomme.

Da das S100 noch mehr stinkt als das PDL-Schmiermittel, habe ich diesmal im Freien geschmiert – natürlich mit Unterlage, da wie immer aus dem vorderen oberen Kettenschutzrohr trotz sparsamer Dosierung nach kurzer Zeit eine schwarze Brühe tropft. 0bwohl ich den Grasshopper noch drei Stunden im Freien stehen ließ, war das S100 noch stark zu riechen. Im Gegensatz zum letzten mal stank jedoch nicht sofort der gesamte Keller.

Noch bin ich nicht wirklich begeistert von dem S100. Im Vergleich zum PDL ist die Haltbarkeit besser. Der Verbrauch ist bei S100 schon deshalb geringer, da bei der Verwendung von PDL ein zweimaliger Durchgang pro Schmierung vorgesehen ist. Mir fällt der Gebrauch der S100-Dose mit kurzem Röhrchen leichter als der Umgang mit dem langen Röhrchen der PDL-Dose.

Nachteilig beim S100 Schmierstoff ist die extreme Geruchsentwicklung. Zumindest in einem nur über ein Kellerfester belüfteten Fahrradkeller hält sich der Geruch bzw. Gestank wochenlang. Darüber hinaus bleibt das Rad und insbesondere der gesamte Kettenbereich (Kette, hinteres Ritzel, dKettenspanner der Rohloff-Nabe und Kettenblatt) bei der Verwendung von PDL noch etwas sauberer. Das S100 hinterlässt einen dünnen schwarzen zähen Film, der sich trocken entfernen lässt. Im Gegensatz zu einer geölten Kette klebt mit S100 ebenso wie mit PDL kaum Straßendreck an der Kette. Ich bin gespannt, ob sich langfristig die Rohre zusetzen. Bei einer der nächsten Schmierungen bzw. einem Keltenwechel muss ich die mal richtig sauber machen.

Gutes Timing – Platten in der Werkstatt (3.207 km)

Nagel im Marathon Plus (Bild: Bastian Wegner)

Nagel im Marathon Plus (Bild: Bastian Wegner)

Es gibt Phasen im Leben, da ist die eine Baustelle noch nicht beendet und schon sind zwei Neue da. Deshalb habe ich auch keine (großen) Skrupel, meine Räder auch bei kleineren Reparaturen in die Werkstatt zu bringen. Ohne eine vernünftige eigene Werkstatt macht mir das Schrauben keinen Spaß und die Ergebnisse sind dann auch nicht wirklich gut und dauerhaft. Deshalb bin ich bei tollem Radwetter mit gebrochenem und dadurch heftig klappernden Schutzblech von Darmstadt nach Trebur gefahren und habe den Grasshopper abgegeben.

Als ich das Rad wieder abgeholt habe war ich doch überrascht, dass der Austausch des Schutzblechs und das Einstellen der Bremse 80 Euro kosten sollte. Bevor ich mich weiter wundern konnte, habe ich gleich ein Beweisfoto vom Reißnagel bekommen. Da muss ich bei der nächsten Messe mal kritische Fragen beim Stand von Schwalbe stellen, warum der Schwalbe Maraton Plus durch einen einfachen Reißnangel zu durchstechen ist. Das sieht auf den Werbebildchen doch anders aus…

Ich war froh, dass der Platten gleich repariert wurde. So konnte ich mich auf dem Rückweg an der ruhigen Fahrt freuen. Um zu testen, ob das neue eng montierte Schutzblech endlich den Dreck einfängt, war es zum Glück zu trocken. Ich bin auf die Schlammfahrten in den nächsten Wochen gespannt.

Neues Zubehör (3.182 km)

Nachdem sich gezeigt hat, dass die Müllsack-Lösung als Regenschutz für den Sitz in entscheidenden Momenten wegfliegt oder liebevoll befestigt werden muss, habe ich eine Regenhusse für den Sitz bestellt. Außerdem habe ich mir den Anschlag für die Sitzeinstellung besorgt. Ich bin gespannt, ob damit das Falten mehr Spaß macht…
Kauf Anschlag Sitzeinstellung und Regenschutzhusse ca. 20 Euro

Von Deidesheim nach Alsbach (3.133 km)

Blick auf das Firmengelände von BASF in Ludwigshafen (Bild: Klaus Dapp)

Blick auf das Firmengelände von BASF in Ludwigshafen (Bild: Klaus Dapp)

Nach den Erfahrungen der Hinfahrt wollte ich eine andere Rheinquerung nehmen. Zuerst galt es jedoch die ersten Steigungen in den Weinbergen zu nehmen… keine leichte Aufgabe nach einem üppigem Mittagessen. Die nächste Herausforderung war der Wurstmarkt in Bad Dürkheim. Ich musste einmal die gesamten Besucherströme queren.

Die anschließende Strecke zum Rhein war ein angenehmes Kontrastprogramm. Endlich ging es voran. Der Blick auf Wälder, Wiesen und Dörfer wurde nach einiger Zeit vom Panorama der BASF abgelöst. Die Radstrecke führt durch den Container-Bahnhof der BASF.

Treppe auf dem Radweg über den Rhein (Bild: Klaus Dapp)

Treppe auf dem Radweg über den Rhein (Bild: Klaus Dapp)

Am Rhein angekommen hatte ich wie auf dem Hinweg Probleme, den Weg über den Rhein zu finden. Auf die Idee, dass der Weg durch einen Treffenturm zwischen den Richtungsspuren der Autobahn verläuft, wäre ich nicht gekommen. So muss das für die Autofahrer merkwürdig ausgesehen haben, dass hinter der Betonwand ein Fähnchen wedelte.

Radweg zwischen der Autobahn (Bild: Klaus Dapp)Treppe auf dem Radweg über den Rhein (Bild: Klaus Dapp)

Radweg zwischen der Autobahn (Bild: Klaus Dapp)Treppe auf dem Radweg über den Rhein (Bild: Klaus Dapp)

Der Wechsel von Rheinland-Pfalz nach Baden-Württemberg war unspektakulär. Den Rhein entlang ging es weiter nach Hessen. Mein erstes Ziel war Bensheim. Ich rumpelte durch den Lorscher Wald… kurz vor Bensheim war klar, dass ich den angepeilten Zug nicht bekommen würde. Statt eine knappe Stunde auf den nächsten Zug zu warten, radelte ich direkt weiter nach Alsbach-Hähnlein. Von dort schaukelte mich die Straßenbahn nach hause.

Ab in die Pfalz (3.065 km)

3000 Kilometer (Bild: Klaus Dapp)

3000 Kilometer (Bild: Klaus Dapp)

Das Fahrrad ist sicher ein geeignetes Verkehrsmittel, um zu einer Tagung zu nachhaltiger Entwicklung zu fahren. Deshalb hatte ich mir einen Tag frei genommen, um gemütlich zu einer Klausurtagung der Grünen in der Regionalversammlung in Deidesheim zu fahren. Ich hatte mir eine flachen und möglichst autoarme Strecke durch das hessische Ried rausgesucht. Ich wollte meinen dreitausendsten Kilometer in netter Umgebung fahren. Dadurch fuhr ich auch auf nicht asphaltierten Wegen… und kurz vor dem dreitausendsten Kilometer brach das hintere Schutzblech. Mit etwas Gewebeband konnte ich das Geklapper ein bisschen dämpfen.

Hornisse im Helm (Bild: Klaus Dapp)

Hornisse im Helm (Bild: Klaus Dapp)

Richtig Adrenalin brachte meine Begegnung mit einer Hornisse. Ich bemerkte, dass irgend etwas auf meiner Brust gelandet war. Instinktiv wischte ich es weg und spürte auf einmal, dass etwas an meiner Schläfe in den Helm krabbelte. Da hielt ich sofort an und zog den Helm aus. Als ich die Hornisse in meinem Helm sah, bin ich wirklich erschrocken. Mit einem Stock und möglichst viel Abstand konnte ich sie zum Glück dazu bringen, weg zu fliegen. Nach diesem Erlebnis brauchte ich etwas Zeit, um wieder auf den normalen Puls zu kommen.

Der 3000. Kilometer (Bild: Klaus Dapp)

Der 3000. Kilometer (Bild: Klaus Dapp)

Der dreitausendste Kilometer war mir einem kurzes Innehalten wert. Danach fuhr ich nach Gernsheim und querte dort mit einer Treppenpassage die Bahn.

Radweg zur Querung der Bahn in Gernsheim (Bild: Klaus Dapp)

Radweg zur Querung der Bahn in Gernsheim (Bild: Klaus Dapp)

Weiter ging es nach Biblis und von dort Richtung Worms. Leider habe ich die Verkehrsführung nicht ganz ganz verstanden… ich konnte mir nicht vorstellen, dass der Radverkehr in der Mitte der Bundesstraße geführt wird.

Stadttor von Worms auf der Rheinbrücke (Bild: Klaus Dapp)

Stadttor von Worms auf der Rheinbrücke (Bild: Klaus Dapp)

In Worms musste ich durch diverse Gewerbegebiete und weiter entlang von großen Straßen nach Frankenthal. Dort schob ich durch die Fußgängerzone und bekam auf dem Wochenmarkt einen Eindruck von der regionalen Landwirtschaft. Mit diesem Eindruck hat es dann noch mehr Spaß gemacht, durch Äcker und Wald nach Bad Dürkheim zu fahren. Dort waren die Vorbereitungen zum Wurstmarkt, dem angeblich weltweit größten Weinfest, schon im vollen Gang. Trotzdem kam ich relativ schnell zum Ortsrand.

Weinberge bei Bad Dürkheim (Bild: Klaus Dapp)

Weinberge bei Bad Dürkheim (Bild: Klaus Dapp)

Mit den Weinbergen kamen auch die Höhenmeter … in Deidesheim angekommen war ich froh, dass nach dem Duschen noch Zeit für ein Mittagsschläfchen war.

 

Kleine Wartung große Wirkung (2.988 km)

Im Putzrausch ... (Bild: Klaus Dapp)

Im Putzrausch … (Bild: Klaus Dapp)

Da ich auf meiner anstehenden Tour nach Deidesheim keinen Ärger mit einer quietschenden Kette haben wollte, habe ich vorsorglich mit S100 nachgeschmiert. Eigentlich ein bissen früh, aber ich war mir nicht ganz sicher, ob da schon wieder ein leichtes Quietschen zu hören war.

Außerdem wollte ich endlich die gelegentlich schleifende Bremse am Hinterrad angehen. Nach einer gründlichen Reinigung habe ich den Bremssattel parallel zur Bremsscheibe neu justiert. Danach lief das Hinterrad ohne Schleifgeräusche und kam nicht schon nach zwei Umdrehungen zum Stehen. Jetzt bleibt abzuwarten, wie nachhaltig die Aktion war. Meiner Meinung nach ist der Spalt zwischen den Bremsscheiben schmäler als beim Vorderrad und damit Ursache der Probleme.

Die Ursache eines leichten Klappergeräusches konnte ich leider nicht finden, ich bin gespannt, was das sein wird.

Zum Schluss hatte ich sogar noch etwas Zeit für die Lackpflege und habe den Rahmen liebevoll versiegelt … die 3000 Kilometer stehen ja bald an, da darf der Grasshopper auch mal wieder richtig glänzen.

Eurobike 2015 (2.911 km)

Mitarbeiter des Jahres bei HP Velotechnik (Bild: Klaus Dapp)

Mitarbeiter des Jahres bei HP Velotechnik (Bild: Klaus Dapp)

Eigentlich wollte ich den Publikumstag der Eurobike ja in meinen Urlaub integrieren… aber schon sechs Monate vorher war kein bezahlbares Zimmer mehr zu bekommen. Also reiste ich am Freitag nach Basel und schwamm bei 30 Grad Lufttemperatur und 20 Grad Wassertemperatur mit Antje und vielen hundert anderen Menschen im Rhein. Das war schon etwas besonderes, nachdem ich in Darmstadt bei 20 Grad und Regen losgefahren bin.

Am Samstag Morgen bin ich dann in einem ziemlich vollen und stetig wärmer werdenden Zug nach Friedrichshafen gefahren. In Radolfszell kippte dann ein Fahrgast um… und wegen Notarzteinsatz im Zug musste ich die letzten Kilometer mit einer Regionalbahn fahren. Aber diese 45 Minuten Verspätung waren harmlos in Vegleich zur Rückfahrt.

Liegeradparcours bei der Eurobike 2015 (Bild: Klaus Dapp)

Liegeradparcours bei der Eurobike 2015 (Bild: Klaus Dapp)

Der Liegeradparcours am Eingang war wieder so klein wie im letzten Jahr. Hinzu kam der E-Bike -Parcours, auf dem auch etliche E-Trikes unterwegs waren. Zum Probefahren ist die Spezialradmesse (SPEZI) in Germersheim weiter die bessere Empfehlung.

Die Zweiradecke am HP Velotechnikstand (Bild: Klaus Dapp)

Die „Zweiradecke“ am HP Velotechnikstand (Bild: Klaus Dapp)

Begonnen habe ich am Stand von HP Velotechnik. Dort standen die Neuheiten der Trikes gar klar im Vordergrund. Etwas verschämt im Eck standen Speed- und Streetmachine sowie ein Grasshopper. Über die Trike-Neuheiten berichtet Maria Jeanne ausführlich, deshalb verzichte ich hier darauf. Mein Interessensschwerport liegt auch bei den Zweirädern. Auf die „Ecke“ angesprochen bekam ich die nachvollziehbare Antwort, dass die Neuheiten bei den Trikes liegen und im Zweiradbereich als große Änderung das Sesselrad Spirit aus dem Programm genommen wird. Sonstige Änderungen betreffen eher kleine Veränderungen der Optionen oder der Serienausstattung (z. B. das Brems-Rücklicht).

Spannend finde ich den verstellbaren Anschlag der im letzten Jahr in der Preisliste aufgetaucht ist. Damit kann vor allem bei einer eher steileren (aufrechteren) Sitzposition die einmal ermittelte Position einfach wieder eingestellt werden. Mich hat das überzeugt und im Zuge der Jahresinspektion kannt das auf die Liste. Ansonsten haben noch diskutiert, welche Neuerungen von den Trikes noch übertragbar sind. Kurz gesagt, keine, da die Reha Aspekte bei Zweiräder generell nicht relevant sind und die Touren-Aspekte wie die höhere Torsionssteifigkeit beim neuen Skorpion fx-Modell ebenfalls keine Bedeutung haben. Lediglich das Thema Tretlagerüberhöhung könnte theoretisch eine Rolle spielen, da damit mehr Kraft in den Sitz gebracht werden kann. Allerdings sind dabei heute schon in der Reihenfolge Speedmachine, Grasshopper und Streetmachine bewährte Werte im Einsatz … und echte „Rennsemmeln“ baut HP nicht.

Der aktuelle Gegentrend zum Leichtbau bei ICE... (Bild: Klaus Dapp)

Der aktuelle Gegentrend zum Leichtbau bei ICE… (Bild: Klaus Dapp)

Nach diesem netten Auftakt habe ich auch noch bei ICE, Haase und Cattrike nachgeschaut. Aber auch da habe ich Nichts spannendes für Zweiräder entdeckt. Weitere Liegeradhersteller wie Flux waren nicht vertreten.

Der HPV-Verein stellte die Weltmeister-Velomobile der schnellsten Frauen der Welt und schöne Fahrradbücher aus.

Helmtest (Bild: Klaus Dapp)

Helmtest (Bild: Klaus Dapp)

Beim Zubehör schaute ich vor allem nach einem Helm, der Hinten möglichst flach ist und möglichst gut mit der Kopfstütze zusammenpasst. Generell scheint der Helm von Carrera dafür gut geeignet, leider haben wir den auch gemeinsam bekommen. nicht richtig auf meinen Kopf bekommen. Bei anderen Herstellern dominieren die „Bürzel“ oder sogenannten City-Helme ohne gescheite Belüftung. Sehr hilfreich war die Beratung am UVEX-Stand. Dort kommen für meinen Kost sogar zwei Modelle: der neue finale und der quatro. Jetzt muss ich mal sehen, wo ich die bekomme. Vielleicht habe ich einen „UVEX-Kopf“ oder bin durch die Nutzung des Modells supersonic vorgeprägt.

Modeshow (Bild: Klaus Dapp)

Modeshow (Bild: Klaus Dapp)

Bei Beleuchtung und Schlössern ist mir nichts Spektakuläres aufgefallen. Rohloff bietet ein neues Steckritzel an, das auch für die bisherigen Modelle nutzbar sein soll. Dadurch wäre ein Wechsel der Ritzel ohne Spezialwerkzeug möglich und angeblich sollen die auch preislich günstiger werden. Das schaue ich mich an, sobald die Preise für die Nachrüstung im nächsten Jahr feststehen und der Tausch eines Ritzels bei mir notwendig ist.

Für Bekleidung hatte ich nicht genug Zeit. Ich habe mir nur die große Modeshow angeschaut und bewundert, wie schnell sich Fahrrad-Klamotten wechseln lassen, wie gut die zu kombinieren sind und dass Frau und Mann sich darin elegant bewegen können.

Bei Ortlieb ist mir eine neue „auf dem Gepäckträger“-Tasche aufgefallen. Die Tasche Trunk-Bag soll es in drei Größen geben. Sie lässt sich mit einem eigenen Klicksystem einfach von oben aufklicken. Das könnte mal ein Nachfolger für meine Rucksacklösung sein. Die Tasche lässt schneller auf- und abrüsten als der Rucksack. Der hat allerdings den Vorteil ein gut tragbarer Rucksack zu sein und vor allem ist das Trinksystem gut integriert.

Ortlieb Trunk-Bag von unten (Bild: Klaus Dapp)

Ortlieb Trunk-Bag von unten (Bild: Klaus Dapp)

Kleinste Version der neuen Trunk-Bag (Bild: Klaus Dapp)

Kleinste Version der neuen Trunk-Bag (Bild: Klaus Dapp)

Ansonsten habe ich an diversen Ständen nett geplaudert. Bei Riese & Müller habe ich mein Unverständnis ausgedrückt, dass es den SON-Nabendynamo nicht mehr als Option gibt.

Die Polizei Baden-Württemberg-Standbesatzung habe ich nach einem Plakat zum Abstand von Autofahrern und Radfahrern befragt. Leider hatten Sie nur Plakate im Angebot, dass die Radfahrer sich besser sichtbarer machen und einen Helm tragen sollen… das scheint mir nicht das alleinige Problem zu sein. Schade, dass Verkehrswacht, Bundesministerium für Verkehr und die Polizei immer noch in der Öffentlichkeit den Eindruck erweckt, dass Radler einfach selbst schuld sind, wenn Sie überfahren werden.

Bahnchaos in Ulm (Bild: Klaus Dapp)

Bahnchaos in Ulm (Bild: Klaus Dapp)

Auf der Rückfahrt kam ich dann mit guten 90 Minuten Verspätung an … in Ulm habe ich meinen Anschluss verpasst, nachdem der Zug aus Friedrichshafen über 20 Minuten zu spät ankam. Aber ich war nicht allein. Die Schlange am Service-Point, der mit einer Frau besetzt war, ging quer durch die Ulmer Bahnhofshalle… stattung. Statt anzustehen habe ich mir ein kühles Bier besorgt und werde das Fahrgastrechteformular vor Vorrat zu Hause nutzen. Immerhin hatte ich durch die Verspätung Zeit, die Beiträge hier fertig zu schreiben.

Bodensee-Tour (Übersicht)

In diesem Sommer hatte ich die Zeit, eine Tour durch Oberschwaben an den Bodensee und nach Basel zu machen.

Die Gegend gehörte zu den weißen (oder maximal grauen) Flecken meiner Deutschlandkarte. Weitere Motivation war die Auszeichnung des Oberschwaben-Allgäu-Radweges durch den ADFC, ein Termin in Ulm und eine geplante Bodensee-Woche.

Folgende Etappen ergaben sich:

0. Tag: Darmstadt (2.129 km)

1. Tag: Darmstadt – Ulm (2.134 km)

2. Tag: Ulm – Blaubeuren – Ulm (2.177 km)

3. Tag: Ulm – Ochsenhausen (2.234 km)

4. Tag: Ochsenhausen – Leutkirch (2.280 km)

5. Tag: Leutkirch – Wangen (2.328 km)

6. Tag: Wangen – Markdorf (2.378 km)

7. Tag: Markdorf – Aulendorf (2.431 km)

8. Tag: Aulendorf – Nonnenhorn (2.477 km)

9. Tag: Nonnenhorn – Kressbronn – Nonnenhorn (2.485 km)

10. Tag: Nonnenhorn – Lindau – Nonnenhorn – Langenargen – Nonnenhorn (2.503 km)

11. Tag: Nonnenhorn – Kressbronn – Nonnenhorn (2.523 km)

12. Tag: Nonnenhorn – Friedrichshafen – Nonnenhorn (2.557 km)

13. Tag: Nonnenhorn – Lindau – Nonnenhorn (2.577 km)

14. Tag: Nonnenhorn – Rohrschach – Bregenz – Nonnenhorn (2.630 km)

15. Tag: Nonnenhorn – Argen – Nonnenhorn (2.660 km)

16. Tag: Nonnenhorn – Kressbronn – Nonnenhorn (2.670 km)

17. Tag: Nonnenhorn – Moos (2.749 km)

18. Tag: Moos – Hohentengen (2.818 km)

19. Tag: Hohentengen – Basel (2.903 km)

20. Tag: Basel – Darmstadt (2.911 km)

21. Tag: Darmstadt – Putzen & Wartung (2.911 km)

Rückblickend war das ein toller Urlaub. Die Etappenlängen waren den Temperaturen angemessen und insbesondere der Oberschwaben-Allgäu-Weg gibt tolle Eindrücke von der interessanten Landschaft. Der Grasshopper hat sich bewährt. Mir sind keine Punkte aufgefallen, die dringend verändert werden müssten.

Mit etwas mehr Vorbereitung hätte ich vielleicht noch ein wenig bei den Unterkünften sparen können. Der Radroutenplaner BW ist ein Totalausfall und im jetzigen Zustand nicht nutzbar – schade, denn inzwischen sind eine Menge brauchbarer Radrouten vorhanden und die Beschilderung ist in einigen Landkreisen auch flächig vorhanden. Dass es nicht gelingt, diese Routen aufzunehmen und als eigene Kategorie anzubieten ist ein Armutszeugnis.

Kurz: Ich fange schon mal an nachzudenken, wo ich im nächsten Jahr unterwegs bin.

Bodensee-Tour 21. Tag: Darmstadt – Putzen & Wartung (2.911 km)

Nach dieser Tour wollte ich einmal im Ruhe schauen, welche Verluste es gegeben hat. Ich wurde positiv überrascht:

  • Der Luftdruck in den Reifen ist von knappen 7 auf gute 5 bar zurückgegangen. Das hatte ich einkalkuliert.
  • Am Gepäckträger hatte ich im Bereich der Haken bereits Gewebeband angebracht. Das hat sich weitgehend bewährt. Lediglich an einer Stelle pro Seite hat die Tasche die Beschichtung beschädigt.
  • Am Rahmen und anderen Teilen sind mir keine Beschädigungen aufgefallen. Auch das Problem der Lenkerklemmung scheint gelöst. Ich habe den Rahmen dann mal gewachst.
  • Die Kette musste geschmiert werden. Sie war erstaunlich sauber. Trotzdem habe ich jetzt das Schmiermittel Profi Dry Lube (PDL) durch S100 Dry Lube Kettenspray (S100) ersetzt. Ich hoffe, dass damit die Schmierintervalle länger werden. Das S100 riecht noch intensiver als PDL… und das auch noch am nächsten Tag. Es lässt sich mit dem kurzen Röhrchen eher besser auftagen als PDL und scheint zähflüssiger zu sein als PDL. Zumindest tropft weniger zum Kettenrohr heraus. Das kann allerdings auch mit daran liegen, dass PDL eine zweimalig Anwendung empfiehlt.
  • Die Radtaschen wurden am Regentag auf den zum Rad gerichteten Außenseiten eingesaut. Das war mach einmal nass abwischen nicht mehr zu sehen. Meine Befürchtungen, dass ich die schönen Taschen gleich auf der ersten Tour einsaue, haben sich nicht bestätigt.

Kurz: Nach zwei Stunden putzen, schmieren usw. „steht der Grasshopper wieder gut da“.

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Bodensee-Tour 20. Tag: Basel – Darmstadt (2.911 km)

Münster in Basel (Bild: Klaus Dapp)

Münster in Basel (Bild: Klaus Dapp)

So schönes Wetter hätte ich am Rückreisetag gar nicht gebraucht. So radelte ich bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen Richtung Münster, um noch die aktuelle Ausstellug im Cartoonmuseum. Dieses kleine Museum ist immer einen Besuch wert!

Badischer Bahnhof in Basel (Bild: Klaus Dapp)

Badischer Bahnhof in Basel (Bild: Klaus Dapp)

Danach radelte ich zum Badischen Bahnhof in Basel und faltete ganz in Ruhe das Rad zusammen. Bei der einzigen täglichen Verbindung mit nur einem Umsteigen werden schweizer Reisezugwagen eingesetzt, die jeweils zwei Hängeplätze pro Wagen haben. Nach einem angekündigten und dann wieder zurückgerufenen Gleiswechsel am selben Bahnsteig kam der Zug in der richtigen Wagenreihung und vollständig. Dann macht ich den Fehler, eine Frau mit Koffer vorzulassen. Der fiel dann ein, direkt im Eingangsbereich stehen zu bleiben und Ihren Reservierungszettel zu suchen. Ich hing mit Rad und Satteltaschen über den Schultern in der Tür… es gelang mir ruhig darauf hinzuweisen, dass ich gerne zum Fahrradplatz will. Sie blickte mich völlig überrascht an, machte dann aber doch Platz. Nach dem Abstellen von Rad und Taschen habe ich höflich gefragt, wo ihr Problem liegt und habe ihr dann auch noch erklärt, wo ihr Wagen ist. Es ist immer wieder erstaunlich, dass manche Menschen weder Zuganzeiger noch Wagennummer lesen können…

Die Zugbegleiterin konnte den gefalteten Grasshopper nicht als Rad nicht erkennen, als ich zur Vermeidung von Bombenwarnungen darauf hinwies, dass das rechte der beiden Räder von mir sei. So gab es wenigstens keinen sinnlosen Ärger wegen irgendwelcher Befestigungsfragen.

Da im Karlsruhe das neue Personal noch nicht da war, warteten wir noch ein wenig. Wie so oft verlägerte sich die Verspätung noch, so dass aus meinen 29 Minuten Umsteige Zeit noch ca. 10 wurden. Da vor dem Aufzügen eine lange Schlange wartete, habe ich den Grasshopper zusammengefaltet auf das Abfahrtsgleis geschleppt. Da auch die Radabteile in der Regionalbahn nach Darmstadt gut gefüllt waren, war das eine gute Entscheidung. Leider meinte dann ein „cooler“ Mountainbiker sein Rad so „cool“ hinstellen zu müssen, dass beim ersten Halt alles umfiel… Schuld war seiner Meinung nach der Lokführer, der ja wohl nicht so stark bremsen sollte.

Endlich erreichte ich Darmstadt und das große Waschen, Aufräumen usw. konnte beginnen. Und eine Erkenntnis hat der letzte Urlaubstag wieder gebracht: Rad im Zug ist immer wieder ein Abenteuer. Ich bin froh, dass ich beim Grasshopper die Faltmöglichkeit habe.

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